Caroline Wozniacki

Caroline Wozniacki (polnisch: "Karolina Woźniacka"; * 11. Juli 1990 in Odense) ist eine dänische Tennisspielerin. Im Oktober 2010 setzte sie sich als erste Dänin an die Spitze der Tennisweltrangliste, die sie (mit Unterbrechung von einer Woche) 67 Wochen lang anführte.
Wozniacki ist die Tochter von Anna und Piotr Wozniacki, die beide aus Polen stammen. Die Mutter spielte in der polnischen Volleyball-Nationalmannschaft. Der Vater war früher Fußballprofi und spielte unter anderem beim SV Waldhof Mannheim und ist heute als Trainer und Berater seiner Tochter tätig. Ihr Bruder Patrik (* 1986) spielte Fußball in der zweiten dänischen Liga bei Hvidovre IF. Als der Vater Ende der 1980er Jahre zu Boldklubben 1909 nach Odense wechselte, siedelte die Familie nach Dänemark über.
Caroline Wozniacki war seit dem 31. Dezember 2013 mit dem Golfer Rory McIlroy verlobt. Am 21. Mai 2014 wurde bekannt, dass McIlroy die Verlobung aufgelöst und das Paar sich getrennt hat.
Sie gewann verschiedene Jugendturniere, unter anderem 2005 den Orange Bowl. Im April 2005 bestritt sie ihr erstes Match für die dänische Fed-Cup-Mannschaft, für die sie bei bislang 31 Partien 20 Siege erzielte. Bei ihrem ersten Auftritt auf der WTA Tour am 19. Juli 2005 bei den offenen Tennismeisterschaften von Cincinnati unterlag sie in der ersten Runde der an Nummer 1 gesetzten Patty Schnyder.
Bei den Australian Open war sie im Einzel bei den Juniorinnen an Nummer 1 gesetzt; sie verlor das Finale in drei Sätzen gegen die Nummer 8 des Turniers, Anastassija Pawljutschenkowa. Im Doppel waren sie und ihre Partnerin Anna Tatischwili Nummer 2 der Setzliste; sie kamen ins Halbfinale, das sie gegen das Duo Alizé Cornet/Corinna Dentoni verloren. Im Februar erreichte Wozniacki in Memphis nach Siegen über Kristina Brandi und Ashley Harkleroad erstmals das Viertelfinale, das sie gegen Sofia Arvidsson verlor. Im selben Jahr gewann sie das internationale Tennisturnier von Liverpool.
In Wimbledon schied sie nach einem Freilos in der Qualifikation bereits in der ersten Runde aus. Das Turnier der Juniorinnen gewann sie mit einem Dreisatzsieg im Endspiel gegen die Slowakin Magdaléna Rybáriková. Im August kam sie beim Turnier in Stockholm nach Siegen über die Top-100-Spielerinnen Iveta Benešová und Eleni Daniilidou erneut ins Viertelfinale, dort unterlag sie der an 3 gesetzten späteren Turniersiegerin Zheng Jie. Beim letzten Turnier des Jahres, den US Open der Juniorinnen im September, war sie an Nummer 2 gesetzt. Nach gewonnenem ersten Satz gegen Alexandra Panowa wurde sie jedoch im zweiten Satz wegen einer verbalen Auseinandersetzung mit einem Linienrichter disqualifiziert. Bei ihrem letzten Turnier als Juniorin gewann sie in Osaka sowohl den Einzel- als auch den Doppelwettbewerb.
Ihren ersten Titel bei den Damen gewann Wozniacki im Oktober 2006 bei einem ITF-Turnier in Istanbul, wo sie im Finale Tatjana Malek in zwei Sätzen besiegte. In einer Exhibition sollte sie am 27. November in Kopenhagen dann gegen Venus Williams antreten. Diese sagte das Match fünf Tage vor dem angesetzten Termin wegen Verletzung ab. Beide standen sich dann im Februar 2007 in Memphis erstmals gegenüber, Wozniacki verlor in zwei Sätzen.
Am 30. November 2006 wurde Caroline Wozniacki von Dänemarks Kulturminister Brian Mikkelsen zur "Botschafterin des dänischen Juniorinnentennis" ernannt.
Mit einem Finalsieg über Alberta Brianti gewann sie das ITF-Turnier von St. Ulrich in Gröden. Beim ITF-Turnier in Las Vegas (Endspiel gegen Akiko Morigami) folgte ein weiterer Titelgewinn.
Beim Indian Wells Masters trat sie (mit Freilos) bei ihrem ersten Tier-I-Turnier an. Bereits in Runde eins verlor sie in zwei Sätzen gegen Martina Hingis. Am 27. April 2007 standen sich die beiden in einem Showmatch in Kopenhagen erneut gegenüber, diesmal benötigte Hingis drei Sätze.
Im Oktober stand Wozniacki in Tokio erstmals in ihrer Karriere im Halbfinale eines WTA-Turniers, Venus Williams siegte klar in zwei Sätzen. Es war der erste Halbfinaleinzug einer dänischen Tennisspielerin seit dem Erfolg von Tine Scheuer-Larsen 1985 in Bregenz.
Das Jahr 2008 begann Wozniacki an Weltranglistenposition 60. Auch wenn sie bei den Olympischen Spielen in Peking bereits in der dritten Runde an Jelena Dementjewa scheiterte, darf das Jahr wohl als dasjenige ihres Durchbruchs auf der Tour bezeichnet werden. Nach drei Turniersiegen (Stockholm, New Haven, Japan Open) sowie einer weiteren Finalteilnahme in Luxemburg, wo sie erneut, wenn auch knapp, Dementjewa mit 6:2, 4:6, 6:7 unterlag, wurde sie am Jahresende im WTA-Ranking bereits auf Position 13 geführt.
Beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres (Australian Open) wurde Wozniacki bereits in der dritten Runde von Jelena Dokić gestoppt. Beim Cellular South Cup in Memphis stürmte sie ins Finale, scheiterte jedoch an Wiktoryja Asaranka. Im April gewann Wozniacki durch einen Sieg über Aleksandra Wozniak in Ponte Vedra Beach den ersten Titel im Jahr 2009. Auch beim "Family Circle Cup" in Charleston erreichte sie mit einem Halbfinalsieg über Dementjewa das Endspiel, bevor Sabine Lisicki ihre Siegesserie beendete. In Madrid stand sie erneut im Endspiel, musste sich allerdings dort der Weltranglistenersten Dinara Safina mit 2:6, 4:6 geschlagen geben. Bei den French Open kam sie nicht über die dritte Runde hinaus.
In Eastbourne gelang Wozniacki nach einem Sieg über Virginie Razzano (7:6 und 7:5) der erste Turniersieg auf Rasen. Beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon erreichte sie das Achtelfinale, in dem sie erneut Sabine Lisicki unterlag. Beim Sandplatzturnier in Båstad verlor sie das Finale gegen María José Martínez Sánchez in zwei Sätzen.
Die US-Hartplatzsaison verlief durchwachsen. Beim letzten Turnier vor den US Open schaffte sie in New Haven allerdings ihren dritten Turniersieg der Saison (drei unterschiedliche Beläge). Sie bezwang im Finale Jelena Wesnina mit 6:2, 6:4. Auch bei den US Open beeindruckte Wozniacki, als sie nach Siegen u.a. über Swetlana Kusnezowa das Finale erreichte, in dem sich Kim Clijsters in ihrem dritten Turnier nach der Babypause beim 5:7 und 3:6 als die Stärkere erwies. Wozniacki festigte dennoch ihren Platz in den Top Ten.
Sie qualifizierte sich auch für die Sony Ericsson Championships, wo sie trotz Oberschenkelproblemen und mehreren Krämpfen die Gruppenphase überstand und erst im Halbfinale gegen die spätere Siegerin Serena Williams ausschied (Anfang des zweiten Satzes musste sie wegen einer Bauchmuskelzerrung aufgeben). Ihre guten Resultate schlugen sich auch in der Weltrangliste nieder - am Jahresende belegte sie Platz 4.
Ihr größter sportlicher Erfolg in diesem Jahr war der Turniersieg in Montreal, wo sie im Endspiel Wera Swonarjowa in zwei glatten Sätzen bezwang. Darüber hinaus bestritt sie das Finale in Indian Wells (Zweisatzniederlage gegen Jelena Janković), das Viertelfinale der French Open (Niederlage gegen Turniersiegerin Francesca Schiavone) sowie die Achtelfinale der Australian Open (Niederlage gegen Li Na) und von Wimbledon (Niederlage gegen Petra Kvitová). Außerdem gewann sie zum dritten Mal in Folge das Turnier in New Haven (gegen Nadia Petrowa) sowie die Turniere von Ponte Vedra Beach (Finalerfolg gegen Wolha Hawarzowa) und Kopenhagen (Endspielsieg gegen Klára Zakopalová).
Im Oktober sicherte sie sich durch ein 1:6, 6:2, 6:3 gegen Dementjewa wie schon 2008 in Tokio den Siegerpokal.
Mit ihrem Sieg beim Turnier in Peking über Swonarjowa setzte sie sich im Oktober erstmals an die Spitze der WTA-Weltrangliste. Im selben Jahr wurde sie außerdem zu Dänemarks Sportlerin des Jahres gekürt.
Bei ihrem Auftaktturnier in Sydney scheiterte Wozniacki gleich zu Beginn an Dominika Cibulková. Bei den Australian Open erreichte sie erstmals das Halbfinale, verlor jedoch nach mehreren vergebenen Matchbällen noch gegen die spätere Finalistin Li Na. Das WTA-Turnier in Dubai gewann sie allerdings ohne Satzverlust. Im Finale bezwang sie Kusnezowa klar mit 6:1, 6:3 und feierte damit ihren 13. Einzeltitel auf der Tour. Auch in Doha erreichte sie das Finale, das sie gegen Wera Swonarjowa in zwei Sätzen verlor.
Auf Hartplatz in Indian Wells sicherte sich Wozniacki den Titel mit einem 6:1, 2:6, 6:3-Endspielsieg über Marion Bartoli. Auch beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart erreichte sie das Finale, unterlag dort allerdings überraschend Julia Görges 6:7 und 3:6, gegen die sie bald darauf in der dritten Runde von Madrid erneut die Segel streichen musste.
Nachdem sie bei den Sandplatzturnieren in Charleston (6:2, 6:3 über Jelena Wesnina) und Brüssel (2:6, 6:3 und 6:3 über Peng Shuai) jeweils hatte den Titel holen und damit ihre Spitzenposition in der Weltrangliste festigen können, verlor sie bei den French Open bereits in Runde drei; sie unterlag Daniela Hantuchová mit 1:6, 3:6. Beim Sandplatz-Klassiker in Rom hatte sie zuvor noch einen weiteren Halbfinaleinzug gefeiert.
Wozniacki verteidigte ihren Titel in Kopenhagen ohne Satzverlust. Sie gewann das Hartplatzturnier in ihrer Heimat mit 6:1, 6:4 im Finale über Lucie Šafářová. In Wimbledon unterlag sie im Achtelfinale der an Nummer 24 gesetzten Cibulková nach klar gewonnenem ersten Satz noch mit 6:1, 6:7, 5:7.
In Båstad musste sie ihre Achtelfinalpartie gegen Sofia Arvidsson zu Beginn des zweiten Satzes wegen einer Verletzung an der rechten Schulter aufgeben. Beim Vorbereitungsturnier auf die US Open in Toronto verlor sie nach einem Freilos überraschend mit 4:6 und 5:7 gegen Roberta Vinci. Einige Tage später gab sie bekannt, dass ihr Vater nicht mehr ihr Trainer sei. In New Haven gewann sie ihren 18. WTA-Titel durch einen glatten Zweisatzsieg über Petra Cetkovská. Beim Grand-Slam-Turnier selbst stand sie dann nach Siegen unter anderem über Kusnezowa und Andrea Petković im Halbfinale, in dem ihr die wiedererstarkte Titelverteidigerin Serena Williams beim 2:6, 4:6 keine Chance auf ihren ersten Grand-Slam-Titel ließ. In Tokio, im Achtelfinale gegen Kaia Kanepi, und in Peking, im Viertelfinale gegen Flavia Pennetta, schied sie jeweils in drei Sätzen aus.
Bei den WTA Championships 2011 in Istanbul kam Wozniacki über die Vorrunde nicht hinaus. Zwar konnte sie zunächst Agnieszka Radwańska bezwingen, unterlag dann aber sowohl Wera Swonarjowa als auch Petra Kvitová.
Nach dem Verlust ihres Spitzenplatzes in der Weltrangliste − nach dem Ausscheiden gegen Kim Clijsters im Viertelfinale der Australian Open rutschte sie Anfang 2012 auf Rang vier ab − gab Wozniacki nach nur zwei Monaten Zusammenarbeit die Trennung von Trainer Ricardo Sánchez bekannt. Am 15. April unterlag sie im Endspiel des Turniers von Kopenhagen, das sie 2010 und 2011 gewonnen hatte, Angelique Kerber mit 4:6, 4:6. In Wimbledon verlor sie in der ersten Runde mit 7:5, 6:7, 4:6 gegen Tamira Paszek. Auch bei den US Open kam das Aus bereits in Runde eins, als sie Irina-Camelia Begu mit 2:6, 2:6 unterlag. Ihren ersten Turniersieg seit über einem Jahr konnte Wozniacki beim Turnier in Seoul feiern, wo sie im Finale Kaia Kanepi klar mit 6:1, 6:0 besiegte. Bereits am 21. Oktober legte sie Einzeltitel Nummer 20 nach, als sie im Finale von Moskau Samantha Stosur in drei Sätzen bezwang.
Nach ihrem frühen Ausscheiden in der dritten Runde der Australian Open trennte sich Wozniacki bereits nach zwei Turnieren wieder von Thomas Högstedt, den sie erst zu Beginn des Jahres 2014 als Trainer verpflichtet hatte. Bei den French Open scheiterte sie dann bereits in Runde eins mit 6:7, 6:4, 2:6 an Yanina Wickmayer, in Wimbledon war im Achtelfinale Endstation. Beim WTA-Turnier in Istanbul feierte sie mit einem glatten Zweisatzsieg über Roberta Vinci ihren 22. Einzeltitel auf der Tour. Bei den US Open erreichte sie erstmals seit 2009 wieder das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers, sie unterlag Serena Williams mit 3:6, 3:6.
Am 2. November nahm Wozniacki am New-York-City-Marathon 2014 teil. Bei ihrem Marathon-Debüt legte sie die Strecke in 3 Stunden 26 Minuten und 33 Sekunden zurück.
Nach ihrem Auftritt in Wimbledon, wo sie 2015 ein weiteres Mal im Achtelfinale ausschied, überschritt das von ihr auf der Damentour gewonnene Preisgeld die Marke von 20 Mio. US-Dollar. Bei den US Open zog sie 2016 nach einer längeren Durststrecke überraschend in die Vorschlussrunde ein, wo sich die spätere Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber in einer engen Partie mit 6:4 und 6:3 durchsetzte. Nach über eineinhalb Jahren ohne Turniererfolg gewann Wozniacki im September das Turnier in Tokio und krönte damit ihre starke Form der letzten Monate.
Die letzte "vollständige" Aktualisierung erfolgte nach dem Turnier in Luxemburg 2016.