Ubuntu

Ubuntu (auch: Ubuntu Linux) ist eine kostenlose Linux-Distribution, die auf Debian basiert. Der Name Ubuntu bedeutet auf Zulu etwa „Menschlichkeit“ und bezeichnet eine afrikanische Philosophie. Die Entwickler verfolgen mit dem System das Ziel, ein einfach zu installierendes und leicht zu bedienendes Betriebssystem mit aufeinander abgestimmter Software zu schaffen. Das Projekt wird vom Software-Hersteller Canonical gesponsert, der vom südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth gegründet wurde.
Ubuntu konnte seit dem Erscheinen der ersten Version im Oktober 2004 seine Bekanntheit stetig steigern und ist inzwischen eine der meistgenutzten Linux-Distributionen. Die Nutzerzahl wird auf etwa 25 Millionen geschätzt. Neben Ubuntu selbst, das seit Version 11.04 standardmäßig die von der Ubuntu-Entwicklergemeinschaft selbst entwickelte Desktop-Umgebung Unity einsetzt, existieren verschiedene Abwandlungen. Zu den offiziellen Unterprojekten gehören unter anderem Kubuntu mit KDE, Xubuntu mit Xfce, Ubuntu GNOME mit Gnome, Ubuntu MATE mit MATE, sowie Ubuntu Studio, das speziell auf die Anforderungen von Audio-, Grafik- und Videobearbeitung ausgerichtet ist. Neue Ubuntu-Versionen erscheinen jedes halbe Jahr im April (04er-Versionen) und im Oktober (10er-Versionen). Die derzeit aktuelle Version ist 16.10 alias "Yakkety Yak".
Initiiert wurde das Ubuntu-Projekt in den frühen 2000er-Jahren durch den südafrikanischen Multimillionär Mark Shuttleworth. Seine Absicht war das Entwickeln eines Betriebssystems, das möglichst allen Menschen zur Verfügung steht. Der Begriff "Ubuntu" stammt aus den Sprachen der afrikanischen Völker Zulu und Xhosa und steht für „Menschlichkeit“ und „Gemeinsinn“, aber auch für den Glauben an ein universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet. Weitere Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Internationalisierung und der Barrierefreiheit, damit die angebotene Software für so viele Menschen wie möglich benutzbar wird. Derzeit kommen hier hauptsächlich die Übersetzungen und Hilfsmittel für Barrierefreiheit aus dem Gnome-Projekt zum Tragen.
Shuttleworth finanziert einen Großteil des Projektes, wodurch dieses weitaus größere finanzielle Mittel zur Verfügung hat als die meisten anderen Distributionen und ist selbst als Entwickler tätig. Neben ihm arbeiten ungefähr 40 Personen hauptberuflich an der Weiterentwicklung von Ubuntu. Diese entstammen überwiegend den Debian- und Gnome-Online-Entwicklungsgemeinschaften. Finanziert wird die Entwicklung durch das von Shuttleworth gegründete Unternehmen Canonical, das das System auch vermarktet.
Die erste Version von Ubuntu erschien im Oktober 2004 unter dem Namen Warty Warthog. Seitdem erscheint alle sechs Monate eine neue Fassung des Betriebssystems. Am 1. Juli 2005 wurde von Shuttleworth und Canonical die Ubuntu Foundation mit einem Startkapital von 10 Millionen US-Dollar ins Leben gerufen. Diese soll die Pflege der Ubuntu-Versionen nach deren Erscheinen übernehmen und die Weiterentwicklung unterstützen. Um ihre Ziele zu verwirklichen und neue Versionen zu ermöglichen, soll die "Ubuntu Foundation" Mitglieder der Kern-Community einstellen.
Eine weitere Finanzierungsquelle entstammt der seit der Fassung 12.10 eingebauten Suchfunktion, die anonymisiert Suchanfragen an den Onlinehändler Amazon verschickt.
Ubuntu wurde bereits kurz nach der Veröffentlichung der ersten Version auch über die Fachwelt hinaus in den Medien stark beachtet. Über die Website von Canonical ließen sich kostenlose Ubuntu- und Kubuntu-CDs bestellen; heutzutage ist dieses Angebot kostenpflichtig. Sämtliche Ubuntu-Versionen können jedoch nach wie vor kostenlos im Internet heruntergeladen werden. Die heruntergeladene Installationsdatei kann auf eine DVD gebrannt oder auf einen USB-Stick kopiert werden. Dies ermöglicht die Installation aus einem laufenden Live-System heraus. In den Jahren 2006 und 2007 erhielt Ubuntu in einer Umfrage der Website desktoplinux.com zur Verbreitung verschiedener Linux-Distributionen 30 % der Stimmen und erzielte damit in beiden Jahren den ersten Platz. Auch auf der Website Distrowatch belegte Ubuntu in den Jahren 2005 bis 2010 den ersten Platz, danach wurde es von Linux Mint abgelöst. Auf Webservern nimmt Ubuntu nach Debian und CentOS Rang drei unter den Linux-Distributionen ein.Der Hardwareanbieter Dell begann in den USA im Mai 2007, kurze Zeit später auch in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, Ubuntu vorinstalliert auf einigen seiner Computermodelle anzubieten.
Die französische Nationalversammlung stellte 2007 die Rechner der Abgeordneten und ihrer Assistenten auf Ubuntu um. Die Förderung von freier Software hatte das Parlament bereits Ende 2006 beschlossen. Diese Umstellung betraf 1154 Rechner. Im Januar 2008 begann auch die französische Gendarmerie mit der Umstellung von 70.000 Arbeitsplatzrechnern von Windows auf Ubuntu.
Die Regierung Mazedoniens will für die Schüler im Land 20.000 Thin-Client-Systeme auf Basis von Edubuntu beschaffen. Hierbei sollen an einen Server jeweils sieben Clients angeschlossen werden, sodass theoretisch bis zu 140.000 Schüler diese Clients nutzen können.
Die 2012 eingestellte deutsche Fluggesellschaft Contact Air nutzte Ubuntu auf all ihren 120 Laptops für Piloten. Wikimedia betreibt alle ihre Server mit der Ubuntu Server Edition. In Andalusien werden 220.000 Ubuntu-Desktops in Schulen eingesetzt. AMTRON, ein indischer Telekommunikationsanbieter, übergab jedem Schüler mit überdurchschnittlichen Abschlussklausuren im Bundesstaat Assam einen PC mit der Ubuntu Desktop-Edition, insgesamt 28.000. Im Rahmen der Umstellung der Münchner Stadtverwaltung auf Linux (LiMux-Projekt) wurde 2010 auf Ubuntu gewechselt. Die LVM Versicherung setzt seit April 2011 auf ungefähr 10.000 Laptops und Desktop-Rechnern Ubuntu Desktop 10.04.2 LTS ein.
Ubuntu basiert auf Debian, wobei das Paketformat (.deb) und diverse Strukturen übernommen wurden. Zu Beginn eines Entwicklungszyklus wird ein Teil der Pakete mit denen aus "Debian unstable" abgeglichen, insbesondere die des "main"-Bereichs werden aber vollständig alleine gepflegt. Hierdurch wird der Arbeitsaufwand für die Wartung der weniger wichtigen Programme reduziert. Alle Änderungen und Verbesserungen an Debian-Paketen, die in Ubuntu vorgenommen werden, stehen dem Debian-Projekt als Patches zur Verfügung. Theoretisch ist es aufgrund der strengen Paketdefinitionen auch möglich, Programmpakete aus Debian direkt zu benutzen, in der Praxis gibt es hierbei jedoch insbesondere bei systemnahen Funktionen aufgrund diverser Detailunterschiede oftmals Probleme.
Seit Version 11.10 ist das "Software Center" in Ubuntu integriert. Dieses dem Apple App Store und dem Google Play Store nachempfundene Programm dient zur einfachen Installation von Software. Die Entwickler von Ubuntu bezwecken hiermit, die verfügbaren Applikationen für das Betriebssystem langfristig deutlich steigern.
Nach der Standardinstallation von Ubuntu ist ein Administrator-Benutzerkonto („Root-Account“) zwar vorhanden, dieses ist aber – wie bei Mac OS X – durch ein ungültiges Kennwort deaktiviert. Es ist daher in der Standardkonfiguration nicht möglich, sich direkt als „root“ anzumelden, wodurch das ungewollte Starten von Programmen mit Administratorrechten und eine möglicherweise dadurch verursachte nachteilige Änderung am System verhindert wird. Mithilfe des Befehls sudo kann das mit eingeschränkten Rechten ausgestattete Benutzerkonto allerdings vorübergehend vollständige Systemprivilegien erhalten, was etwa zur Installation mancher Programme notwendig ist.
Ubuntu verwendete als Desktop-Umgebung anfänglich Gnome. Mit Version 11.04 wurde diese durch Unity abgelöst. Die später hinzugekommenen Abwandlungen Kubuntu, Xubuntu und Lubuntu verwenden KDE, Xfce beziehungsweise LXDE. Die verschiedenen Abwandlungen unterscheiden sich lediglich durch die Vorauswahl der standardmäßig installierten Software-Pakete und können daher technisch als unterschiedliche Konfigurationen einer Distribution angesehen werden. Grundsätzlich entstammen sämtliche Programme, inklusive der Konfigurationsprogramme, der gleichen Desktop-Umgebung, wodurch die Bedienung konsistent gehalten wird. Die Programme anderer Umgebungen können jedoch über die Paketverwaltung nachinstalliert werden, ebenso weitere aus einem Fundus von über 30.000 Paketen.
Ubuntu ist für die Rechnerarchitekturen i386 und AMD64/EM64T verfügbar. Die offizielle Unterstützung für PowerPC wurde mit Erscheinen der Version 7.04 eingestellt, da Apple-Rechner seit 2006 mit Intel-Architektur ausgeliefert werden und das Anpassen der Distribution für die verbliebenen PowerPC-Nutzer nicht mehr als wirtschaftlich angesehen wird. Diese Aufgabe soll jedoch durch die Community weiter geleistet werden. Für die Sun-SPARC-Architektur gab es nur eine Server-Version bis einschließlich Version 7.10.
Bei Versionen, die vor 2006 erschienen sind, waren Installations-CD und Live-CD getrennt, sodass Ubuntu nicht von der Live-CD installiert werden konnte. Version 6.06 LTS ermöglichte es erstmals, das System von der Live-CD (auch Desktop-CD genannt) aus zu installieren. Dadurch ist es möglich, während der Installation im Internet zu surfen, E-Mails zu lesen oder andere Aufgaben zu erledigen. Die spezielle Installations-CD (jetzt "Alternate-CD" genannt) wird nur noch benötigt, wenn besondere Anforderungen wie beispielsweise LVM-Einrichtung bei der Installation umgesetzt werden sollen oder das System wenig Arbeitsspeicher besitzt. Seit der Version 12.10 gibt es diese nur noch für die Variante Lubuntu. Daneben gab es zeitweise eine DVD-Version, die sowohl einen Live-Modus wie auch eine direkte Installation und mehr Pakete beinhaltete. Die Variante Ubuntu Studio wird dagegen immer nur als DVD-(Installation) angeboten.
Als weitere Besonderheit, insbesondere gegenüber Microsoft Windows, speichert das System die Hardware-Konfiguration weitgehend nicht auf der Festplatte, sondern erkennt sie automatisch beim Systemstart; ab Version 8.10 gilt dies auch für die Grafikkarte. So ist ein Austausch der Hardware oder sogar ein Einbau einer mit Ubuntu bespielten Festplatte in einem völlig anderen PC teilweise ohne jede Anpassung möglich.
Nach eigenem Bekunden liegt Ubuntus Schwerpunkt auf der Benutzerfreundlichkeit. Die Standard-Installation stellt jeweils nur ein Programm für die üblichen Anwendungsgebiete – etwa E-Mail-, Browser- oder Office-Pakete – bereit, wodurch die bei anderen Linux-Distributionen häufigen Redundanzen vermieden werden. Die Auswahl erfolgt überwiegend nach dem eingesetzten Toolkit zur Programmierung der grafischen Benutzeroberfläche. Kubuntu verwendet hier Qt, alle anderen Versionen GTK+. Eine Ausnahme bildet LibreOffice, das sich nach Meinung der Entwickler gegenüber KOffice und den Gnome-Office-Programmen durch stabileren Betrieb und besseren Umgang mit Microsoft-Office-Dateien auszeichnet. Weitere Kriterien sind die Integration in die Desktop-Umgebung und der Entwicklungsstand der Programme.
Ein weiterer Aspekt der Benutzerfreundlichkeit ist die Automatisierung der Konfiguration des Systems. So wird beispielsweise beim Umgang mit Grafikkartentreibern im Idealfall direkt der beste unter einer freien Lizenz verfügbare Gerätetreiber ausgewählt. Falls ein proprietärer Treiber notwendig ist – etwa für die Unterstützung von 3D-Beschleunigung – kann dieser über ein grafisches Konfigurationsprogramm installiert werden.
Außerdem existiert das eigene Online-Übersetzungswerkzeug "Rosetta". Als Richtlinie für erlaubte Lizenzen für die Paketquellen "main" und "universe" (siehe Aufteilung der Programm-Pakete) werden die Debian Free Software Guidelines verwendet, unfreie Softwarepakete jedoch – anders als etwa bei Debian – nicht kategorisch ausgeschlossen. Solche unfreien Pakete werden dort automatisch installiert, wo freie Software noch nicht den vollen Funktionsumfang gewährleisten kann, beispielsweise bei Gerätetreibern. Unter anderem für diesen Pragmatismus wird Ubuntu von der Free Software Foundation und anderen strengen Verfechtern freier Software kritisiert; andere Benutzer sehen jedoch genau darin einen der größten Vorteile.
Wie bei allen Debian-Derivaten sind die Programmpakete in mehrere Paketquellen aufgeteilt. Bei Ubuntu erfolgt die Zuordnung anhand zweier Kriterien. Zum einen wird danach unterschieden, ob es sich um freie Software handelt, zum anderen danach, ob das Programm zu einer der Varianten der Grundausstattung gehört oder ob es grundsätzlich optional ist. Die Paketquellen werden unterschiedlich intensiv durch das Ubuntu-Team betreut. Eine Einschränkung des Kundendiensts auf nur einen Teil der Pakete ist eine Besonderheit von Ubuntu und in Debian nicht vorhanden.
Die Paketquelle "main" umfasst jene Pakete, die den Ubuntu-Lizenzanforderungen (Debian Free Software Guidelines) entsprechen und direkt durch das Ubuntu-Team unterstützt werden. Die Pakete dieser Quelle sind in einer der Ubuntu-Varianten Bestandteil der Standardinstallation und meist aufeinander abgestimmt. Für alle Pakete in diesem Bereich stellt das Ubuntu-Team kommerziellen Kundendienst und Sicherheits-Korrekturen zur Verfügung.
Zu dem Bereich "restricted" gehört Software, die von den Ubuntu-Entwicklern wegen ihrer Wichtigkeit unterstützt wird, die aber wegen fehlender geeigneter Lizenz nicht in "main" integriert werden kann. Es handelt sich insbesondere um Pakete für nur im Binärformat vorliegende Grafikkarten-Treiber. Die Unterstützung ist geringer als die für "main", da die Entwickler keinen Zugriff auf den Quellcode haben.
Der Bereich "universe" umfasst ein breites Spektrum an freier Software, die nicht direkt durch das Ubuntu-Team unterstützt wird. Die meisten dieser Pakete entstammen "Debian unstable," werden aber in einer Ubuntu-Version nicht aktualisiert, wenn eine neuere Version des Paketes in Debian unstable vorhanden ist. Daneben gibt es ein gesondertes Team namens "Masters of the Universe", das diese Pakete betreut, allerdings werden keine Sicherheits-Aktualisierungen garantiert.
Zu "multiverse" gehört optionale Software, die entweder nicht unter einer freien Lizenz steht oder aufgrund von Softwarepatenten nicht frei verteilt werden darf. Diese Programme werden nur eingeschränkt gepflegt. Sicherheitsupdates und Korrekturen sind – ähnlich wie bei "restricted" – durch den fehlenden Zugriff auf den Quellcode oft nicht möglich.
Im speziellen Teil "commercial" befindet sich von Canonical zertifizierte Software kommerzieller Anbieter. Dazu können Software-Hersteller ihre Programme zertifizieren lassen, wenn diese kompatibel mit Ubuntu sind und sich vollständig entfernen lassen. Dabei kann neben freier Software auch nicht freie Software zertifiziert werden. Proprietäre Anwendungen können jedoch nicht Teil der Kern-Distribution von Ubuntu werden. Momentan enthält dieses Verzeichnis unter anderem den Opera-Browser, den RealPlayer, die Anti-Viren-Software Panda DesktopSecure und den VMware-Server.
Multimediaprogramme und proprietäre Codecs, die aufgrund von Patent- oder Urheberrechten nicht in allen Ländern frei vertrieben werden können, wurden bis November 2013 in einer inoffiziellen Paketquelle namens Medibuntu nachgeliefert. Enthalten waren unter anderem Google Earth, gängige Codecs wie DivX und libdvdcss, Windows Media Video und QuickTime. Libdvdcss wird seitdem von VideoLAN.org bereitgestellt.
Ubuntu wird offiziell auf den x86, AMD64 und ARM-Architekturen unterstützt. Inoffiziell kann man Ubuntu auf den PowerPC (ppc), Sun SPARC (sparc64) und PA-RISC-Architekturen zum Laufen bringen.
Als minimale Hardware-Anforderungen wurden für 8.10 Ubuntu 256 Megabyte Arbeitsspeicher und ein Prozessor-Modell mit 500 Megahertz von Ubuntu selbst genannt. Auf der Festplatte wird ein freier Speicherplatz von etwa 5 Gigabyte empfohlen, belegt werden rund 2,5 Gigabyte, zudem wird bei Updates temporär rund ein Gigabyte weiterer Platz benötigt. Diese Anforderungen änderten sich mit aktuelleren Versionen nur geringfügig.
Jede Version hat einen eigenen Codenamen und eine Versionsnummer, die auf dem jeweiligen Veröffentlichungsjahr und -monat basiert. So steht beispielsweise "5.10" für Oktober 2005. Die Codenamen sind Tierarten mit einem vorangestellten Adjektiv, so dass eine Alliteration entsteht. Seit der Version „Dapper Drake“ werden die Alliterationen alphabetisch fortgeführt ("Dapper, Edgy, Feisty" usw.). Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, alle sechs Monate eine neue Version der Distribution zu veröffentlichen, wobei jede Version mindestens neun Monate mit Sicherheitskorrekturen versorgt wird. Des Weiteren wird in etwa zweijährigen Abständen eine Version mit Langzeitunterstützung (englisch: long-term support, kurz LTS) angeboten, die fünf Jahre lang mit Updates versorgt wird. LTS-Versionen bis einschließlich 10.04 wurden nur in der Server-Variante fünf, in der Desktop-Variante hingegen lediglich drei Jahre unterstützt. Außerdem wurden nicht-LTS Versionen bis einschließlich 12.10 18 Monate lang gepflegt. Die erste LTS-Version ist am 1. Juni 2006 erschienen.
Der Veröffentlichungszyklus von Ubuntu mit neuen Versionen jedes halbe Jahr orientiert sich an dem der Desktop-Umgebung Gnome, sodass immer kurz nach der Veröffentlichung einer neuen Gnome-Version eine neue Ubuntu-Version vorliegt, die diese integriert (Ausnahme: Ubuntu 13.04 mit Gnome 3.6 statt 3.8). Hierdurch versucht Ubuntu, zumindest bezogen auf die grafische Benutzeroberfläche, eine besonders aktuelle Distribution zu sein. Auch mit der Unity-Oberfläche dient Gnome nach wie vor als Basis für jede Ubuntu-Version.
Die erste Version 4.10 "" (englisch für: "warziges Warzenschwein") war im Wesentlichen ein weitgehend fertig konfiguriertes Debian-System. Sie ist am 20. Oktober 2004 erschienen. Das System gab es zur Installation auf i386-, AMD64- und PowerPC-Systemen, für i386-Systeme gab es zusätzlich eine Live-CD. Bereits mit dieser Version wurde der Versand-Service (siehe Verbreitung) gestartet. Die Version 4.10 wurde bis zum 30. April 2006 unterstützt.
Mit der Version 5.04 "" (englisch für: "ergrauter Igel") am 8. April 2005 wurde eine grafische Aktualisierungsverwaltung eingeführt. Diese Version machte vor allem durch eine weitgehend automatische Hardwareunterstützung auch und gerade für Laptops von sich reden. Seit dieser Version wird in Form der Variante "Kubuntu" auch KDE unterstützt. Diese Version wurde bis zum 31. Oktober 2006 unterstützt.
Die Version 5.10 "" (englisch für: "zuversichtlicher Dachs") erschien am 13. Oktober 2005 und fügte einen Installationsmodus für OEM-Systeme, bei dem Benutzername und Kennwort nicht eingegeben werden müssen, hinzu. Als Compiler dient in dieser Version erstmals ein GCC 4.0, der weitere Optimierungen ermöglichte. Außerdem wird der Start des Systems mit einem Statusbalken, genannt "usplash", grafisch aufbereitet. Zudem wurde für die Verwaltung der Systementwicklung das Online-Programm Launchpad und das darin enthaltene Übersetzungsprogramm "Rosetta" eingeführt. Version 5.10 wurde bis zum 13. April 2007 unterstützt.
Bei der Version 6.06 LTS "" (englisch für: "adretter Erpel"), die am 1. Juni 2006 erschien, wurde erstmals vom Sechs-Monats-Rhythmus abgewichen, um den Entwicklern zusätzliche Zeit zum Finden und Beheben von Programmfehlern, zum Testen, zur Verbesserung der asiatischen Sprachunterstützung und zur Linux-Standard-Base-Zertifizierung zu geben. Sie ist die erste sogenannte Long-Term-Support-Version: Desktopanwender erhielten bis zum 14. Juli 2009, Serveranwender bis zum 1. Juni 2011 Updates und Bugfixes. Weitere Neuerungen in dieser Version waren der "Ubiquity"-Installer auf den Live-CDs, die damit zugleich zum Standard wurden. Mit dieser Version gibt es erstmals den Ableger "Xubuntu", der Xfce als Desktop-Umgebung nutzt.
Zwei Monate nach der Freigabe von Ubuntu 6.06 entschloss sich das Ubuntu-Team, eine aktualisierte Version "(6.06.1)" herauszugeben. Diese beinhaltet im Wesentlichen über 300 Sicherheits- und Fehlerkorrekturen sowie eine aktualisierte Übersetzung. Auch ein großer Teil des Gnome-Desktops 2.14.3 ist hinzugekommen. Ebenso wurden Fehler im grafischen Installationsprogramm der Desktop-CD (Live-CD) beseitigt und alle mitgelieferten Programme aktualisiert. Im Januar 2008 erfolgte eine weitere derartige Aktualisierung als "6.06.2".
Die Version 6.10 "" (englisch für: "nervöser Jungmolch") vom 26. Oktober 2006 ist das erste reguläre Release nach dem "6.06 LTS". Auf Grund der zweimonatigen Verzögerungen bei der Fertigstellung der Vorversion wurde die Entwicklungszeit für Edgy auf vier Monate verkürzt und war deshalb als Versuchs-Release gedacht, bei dem nicht gezielt auf Stabilität geachtet wurde. Dennoch sind die sichtbaren Verbesserungen gering, neu sind vor allem das Initialisierungssystem Upstart und automatisierte Fehlerberichte. Diverse weitere Verbesserungen wurden angefangen. Außerdem werden mit dieser Version einige auf dem wegen seiner Nähe zu Microsoft nicht unumstrittenen Mono-Projekt basierende Anwendungen wie Tomboy oder F-Spot integriert. Die offizielle Unterstützung für diese Version endete am 25. April 2008.
Mit der Version 7.04 ' (englisch für: "keckes Rehkitz") vom 19. April 2007 werden viele Verbesserungen des auf "6.06 LTS" folgenden, eher experimentellen ' in der Praxis nutzbar. Hier gibt es unter anderem einen Migrationsassistenten, KVM, einen Installationsassistenten für unfreie Codecs und Treiber, Desktop-Effekte (compiz) und WPA-Unterstützung. Die PowerPC-Version wird, bedingt durch die Umstellung auf i386-Prozessoren von Intel bei Apple-Computern, nur noch inoffiziell weiterentwickelt. Die offizielle Unterstützung dieser Version endete am 19. Oktober 2008.
Die Version 7.10 "" (englisch für: "mutiger Gibbon") ist am 18. Oktober 2007 erschienen. Neu sind hier das freie Flash-Plug-in Gnash, Mozilla Firefox Version 3 Alpha (in universe), teilweise automatisch aktivierte Desktop-Effekte über Compiz Fusion, ein ganz neu gestaltetes Konfigurationsprogramm für die Optik des Desktops (Themes, Effekte, Hintergrundbild), ein grafisches Konfigurationsprogramm für das X Window System, wobei Monitore jetzt dynamisch erkannt werden. Außerdem AppArmor, die Desktopsuche Tracker und eine neue Druckerverwaltung "system-config-printer", die aus Fedora stammt. Auch für Drucker gibt es jetzt eine automatische Erkennung und Einrichtung. Für die konventionelle Installation wird jetzt eine Verschlüsselung der Festplatte unterstützt. Die offizielle Unterstützung dieser Version endete am 18. April 2009.
Am 24. April 2008 ist mit der Version 8.04 LTS "" (englisch für: "kühner Reiher") wieder ein über längere Zeit – bis 12. Mai 2011 als Desktop-System und bis 9. Mai 2013 als Server-System – unterstütztes Release veröffentlicht worden, wobei allerdings die Langzeitunterstützung aufgrund des Erscheinens von KDE 4 nicht für die Kubuntu-Variante galt. Die neuen Funktionen wurden auf der Ubuntu-Entwicklerkonferenz (28. Oktober bis 3. November 2007) festgelegt. Neu sind diverse Sicherheitsfunktionen wie PolicyKit (womit Systemprogramme nur bestimmte Sonderrechte, aber keinen vollen root-Benutzer benötigen), SELinux und ein erweiterter Speicherschutz. An Programmen wurde das Brennprogramm Brasero neu aufgenommen, als Browser diente ursprünglich die Version 3.0 Beta 5 von Mozilla Firefox, da man keine Pflege der Version 2.0.x über die drei Jahre garantieren konnte. Die endgültige Version wurde als Aktualisierungspaket („update“) nachgeliefert und ist auch in 8.04.1 enthalten. Der veraltete Soundserver EsounD wurde durch PulseAudio ersetzt. Auch eine einfache, kommandozeilenbasierte Personal Firewall gibt es jetzt. Neuerdings wird iSCSI (ausdrücklich zu aktivieren) und Active Directory unterstützt. Daneben ist das Installationsprogramm Wubi aufgenommen worden, das die Installation von Ubuntu auf eine Windows-Partition erlaubt. Einige der Änderungen am Kernel entstammen der Linux-Distribution Kanotix, die ihrerseits den Ubuntu-Kernel nutzt. Diese Version unterstützt sowohl eine Aktualisierung von der direkt vorhergehenden Version 7.10 wie auch von der letzten LTS-Version 6.06.
Wie bei allen LTS-Releases wurden mehrere aktualisierte Versionen zum Download bereitgestellt, um nicht alle Verbesserungen nachträglich herunterladen zu müssen und die Stabilität als Live-CD zu erhöhen. Edubuntu ist seit dieser Version keine eigenständige Distribution mehr, sondern stellt ein Erweiterungspaket für ein Standard-Ubuntu-System dar.
Die auf Server optimierte Variante der am 24. April 2008 erschienenen Version 8.04 LTS " wurde noch bis Anfang Mai 2013 mit Sicherheits- und Stabilitätsaktualisierungen versorgt. Die Unterstützung der Desktop-Variante wurde am 12. Mai 2011 beendet.
Am 30. Oktober 2008 ist die Version 8.10 mit Codenamen " (englisch für "unerschrockener Steinbock") erschienen. In dieser finden sich diverse Detailverbesserungen; so wurden die Roaming-Fähigkeiten mobiler Systeme verbessert, um beispielsweise bei ausreichender Netzverfügbarkeit auf dem Weg vom Büro mit dem Zug bis nach Hause nie die Internetverbindung zu verlieren. Auch kann die neue Version des NetworkManager jetzt auch mit UMTS-Verbindungen umgehen. Eine weitere Neuerung ist ein Gastkonto ohne jede Zugriffsrechte auf die Festplatte. Die nicht vom eigentlichen Kernel-Team betreuten Kernel-Module werden jetzt über Dynamic Kernel Module Support verwaltet, wodurch diese automatisch an die jeweilige Kernel-Version angepasst werden, statt dass es hierfür unzählige eigene Pakete geben muss. Zudem lassen sich so Treiber-Pakete über mehrere Ubuntu-Versionen hinweg einsetzen. Des Weiteren kommt der X-Server seit dieser Version ohne eine Konfigurationsdatei aus, wodurch sich das System automatisch an die meisten Hardware-Änderungen anpasst; außerhalb des X-Servers benötigen bereits ältere Ubuntu-Versionen keinerlei manuelle Konfiguration. Ein ganz neues optisches Design wurde unter dem Namen "DarkRoom" zwar entwickelt, ist aber in der fertigen Version standardmäßig nicht aktiviert; hier kommt eine leicht veränderte Version des bekannten "Human"-Designs zum Einsatz. Die Details zu den Neuerungen wurden auf der Ubuntu-Entwicklerkonferenz vom 19. bis 23. Mai 2008 in Prag besprochen.
Die Version 9.04 ist am 23. April 2009 unter dem Namen "" (englisch für "lebhafte Jackalope") erschienen. Die meisten Änderungen beziehen sich auf weniger sichtbare Verbesserungen am Unterbau des Systems; vor allem wurde die Startzeit gegenüber den vorherigen Versionen deutlich verbessert. Darüber gibt es eine ganze Reihe kleinerer Verbesserungen an der Benutzeroberfläche; insbesondere ein neues Benachrichtigungs-System. Darüber hinaus sollen in Zukunft für einige Pakete tagesaktuelle Versionen zur Verfügung gestellt werden; ein erster Schritt hierzu sind aktuelle Kernel-Versionen.
Die Version 9.10 ist am 29. Oktober 2009 unter dem Namen "" (englisch für "karmischer Koala") erschienen. Sie unterstützt das bei Version 9.04 noch im letzten Moment zurückgezogene Dateisystem ext4 und enthält den Webbrowser Mozilla Firefox und die freie Bürosuite OpenOffice.org in ihren jeweils aktuellen Versionen. Diverse bereits in den Vorversionen begonnene Verbesserungen wurden hier erneut fortgesetzt, so setzt das Bootsystem jetzt komplett auf Upstart.
Weitere teilweise deutliche Änderungen betreffen den Bootscreen, die verschiedenen Themes, die erstmals in größerer Anzahl mitgelieferten Wallpaper und das erstmals mitgelieferte "Ubuntu Software Center". Die Unterstützung für diese Version wurde am 30. April 2011 beendet.
Die Version 10.04 LTS ist am 29. April 2010 unter dem Namen "" (englisch für "klarer Luchs") erschienen. Die auffälligste Neuerung ist eine neue optische Gestaltung mit zwei neuen Farboptionen ("Ambiance" mit dunklen und "Radiance" mit hellen Akzenten) bis hin zu einem überarbeiteten Ubuntu-Logo. Die Schaltfläche für die Fensterfunktionen ist jetzt wie unter Mac OS auf der linken Seite angeordnet. Technisch gibt es vor allem eine weitergehende Integration von Funktionen für soziale Netzwerke und von Ubuntu One. Die Bootzeit wurde weiter optimiert, insbesondere wird jetzt komplett auf HAL verzichtet und unter dem Namen "plymouth" die Splashscreen-Funktionalität neu implementiert. Die Bildbearbeitung GIMP wurde aus Platzgründen durch die einfachere Fotoverarbeitungssoftware F-Spot ersetzt und gehört nicht mehr zum Standardumfang der Distribution, wird aber nach wie vor uneingeschränkt unterstützt. Am 18. August 2010, 18. Februar 2011, 22. Juli 2011 und 16. Februar 2012 sind aktualisierte CD-Images mit allen zwischenzeitlich erschienenen Updates als "10.04.1", "10.04.2", "10.04.3" bzw. "10.04.4" veröffentlicht worden. Die Unterstützung der Desktop-Variante wurde am 9. Mai 2013 beendet.
Die Version 10.10 wurde am 10. Oktober 2010 unter dem Namen "" (englisch für: "eigenwilliges Erdmännchen") veröffentlicht. Zu den wenigen sichtbaren Neuerungen gehören eine eigens für Ubuntu entwickelte Schriftart namens „Ubuntu“ und ein deutlich erweitertes Software-Center, das jetzt auch kommerzielle Software anbietet. Wie bei den Versionen unmittelbar nach einer LTS üblich sind in der Struktur einige Neuerungen (etwa der Abschied von HAL) und es gibt experimentelle Funktionen, wie etwa das Dateisystem btrfs.
Die Unterstützung für diese Version wurde am 11. April 2012 beendet.
Die Version 11.04 mit dem Namen „“ (englisch für „Schicker Narwal“) erschien am 28. April 2011. Mit dieser Version setzte die Hauptversion standardmäßig nicht mehr auf die Gnome-Oberfläche, sondern auf die von Canonical selbst entwickelte Unity-Oberfläche. Die Unterstützung für diese Version wurde am 28. Oktober 2012 beendet.
Die Version 11.10 mit dem Namen „“ (englisch für „traumhafter Ozelot“) erschien am 13. Oktober 2011. Eingebaut wurde auch der Linux-Kernel 3.0. Zudem ersetzte LightDM den Gnome Display Manager. Unity wurde nach Gnome 3 portiert. Es ersetzte auch auf Rechnern ohne Grafik-Beschleunigung durch OpenGL die Desktop-Umgebung Gnome 2.32. Die Unterstützung für diese Version wurde am 9. Mai 2013 beendet.
Die Version 12.04 LTS (LTS = long term support, englisch für Langzeitunterstützung) ist am 26. April 2012 erschienen und trägt den Namen "" (englisch für "fehlerfreies oder gewissenhaftes Schuppentier"). Zum ersten Mal wird auch die LTS-Desktop-Variante 5 Jahre unterstützt statt wie bisher nur die LTS-Server-Versionen. Ubuntu 12.04 ist das erste LTS-Release mit der Desktop-Benutzeroberfläche Unity.
Die Version 12.10 ist am 18. Oktober 2012 erschienen und trägt den Namen "" (englisch für "Quanten-Quetzal"). Neben Aktualisierungen diverser Pakete wurden vor allem Verbesserungen bei der Oberfläche Unity vorgenommen, die bspw. nunmehr eine Vorschau auf Dateiinhalte ermöglicht. Zugleich wurde in die Suche die Anzeige von Produktwerbung der Internetplattform Amazon eingefügt, was auf stark geteilte Meinung stieß (siehe auch Abschnitt "Rechtliches"). Ebenfalls wurde Unity 2D wegen der Einführung von LLVMpipe wieder entfernt.
Die Version 13.04 ist am 25. April 2013 erschienen und trägt den Namen "" (englisch für "Enthusiastisches Katzenfrett"). Cristian Parrino, Canonicals Vizepräsident für Online-Dienste, hat für die Version 13.04 eine weitere Vertiefung der Shopping-Funktion angekündigt. Die Linux-Distribution weitet die Online-Suche aus und wird neben den eigenen Angeboten und Amazon auch weitere Online-Händler und Quellen wie YouTube und Last.fm miteinbeziehen. Laut Parrino wird der Suchbegriff zunächst analysiert, um relevante Anbieter herauszufiltern. Als Ergebnis liefert die Suchfunktion dann einen Mix aus lokalen und externen Fundstellen. Die weiteren Vorschläge sollen zudem auf weitere Online-Händler ausgeweitet werden. Zum Direktkauf "(Instant Purchasing)" wird kein Webbrowser mehr benötigt. Stattdessen werden Einkäufe im hauseigenen Software Center und Music Store direkt vom Desktop aus vorgenommen. Die Unterstützung für diese Version wurde am 27. Januar 2014 beendet.
Die Version 13.10 ist am 17. Oktober 2013 erschienen und trägt den Namen "" (englisch für "Naseweiser Salamander"). Gegenüber der vorigen Version wurde der Code für den Einsatz auf mobilen Geräten optimiert. Die Unterstützung für diese Version wurde am 17. Juli 2014 beendet.
Die Version 14.04 LTS ist am 17. April 2014 erschienen und trägt den Namen "" (englisch für "Treuer Tahr").
Die Version 14.10 ist am 23. Oktober 2014 erschienen und trägt den Namen "" (englisch für "Utopisches Einhorn"). Die Unterstützung für diese Version wurde im Juli 2015 beendet.
Die Version 15.04 ist am 23. April 2015 erschienen und trägt den Namen "" (englisch für "Lebhafte Grüne Meerkatze"). Die Unterstützung für diese Version wurde im Januar 2016 beendet.
Die Version 15.10 erschien am 22. Oktober 2015 unter dem Namen "" (englisch für "hinterlistiger Werwolf"). Die Unterstützung für diese Version wird im Juli 2016 beendet.
Die Version 16.04 erschien am 21. April 2016 unter dem Namen "" (englisch für "gastfreundliches Borstenhörnchen"). Am 19. Juli 2016 erschien die Updateversion 16.04.1.
Die Version 16.10 wurde am 21. April 2016 durch Mark Shuttleworth auf den Namen "" benannt. Am 13. Oktober 2016 erschienen.
Nach Mark Shuttleworth soll Ubuntu zukünftig auch auf Smartphones, Tablets und Smart TVs als vollwertige Plattform portiert werden. Als Zeithorizont war hierfür Ubuntu 14.04 genannt worden. Im Zuge dieser Neuausrichtung trat Canonical am 9. Januar 2012 zum ersten Mal in der Geschichte auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas auf und präsentierte Ubuntu TV. Am 2. Januar 2013 wurde eine Videopräsentation für Ubuntu auf Smartphones veröffentlicht. Seit April 2015 ist mit dem BQ Aquaris E4.5 Ubuntu Edition das erste Smartphone mit Ubuntu Touch auf dem EU-Markt verfügbar, seit Juni 2015 auch das "BQ Aquaris E5 Ubuntu Edition" sowie das "Meizu MX4 Ubuntu Edition"
Anfang 2013 wurde, unter anderem im Rahmen des "Ubuntu Developer Summit" im März, darüber diskutiert, Ubuntu auf Rolling Releases umzustellen. Die Idee sah vor, nur noch alle zwei Jahre eine LTS-Version mit Langzeitunterstützung zu veröffentlichen und zwischen zwei LTS-Versionen die Programmpakete ständig zu aktualisieren. Shuttleworth sprach sich jedoch gegen Rolling Releases aus und verwies Benutzer, die sich ständig aktuelle Programmpakete wünschten, auf die täglichen Entwicklungsversionen (sog. "Daily Builds"). Schließlich stimmte auch die technische Leitung von Ubuntu gegen die Einführung von Rolling Releases. Gleichzeitig beschloss man, dass LTS-Versionen in den ersten beiden Jahren der fünfjährigen Support-Dauer nicht nur Patches, sondern auch neue Programmversionen erhalten sollen.
Als weiteres größeres Projekt kommunizierte Shuttleworth im November 2010, dass der Anzeige-Server Wayland den bisher eingesetzten X.Org-Server ersetzen solle. Inzwischen plant Canonical jedoch, einen eigenen Anzeige-Server namens "Mir" zu schreiben. Diese Änderung wird jedoch von einigen Anwendern abgelehnt, da sie eine Zersplitterung des Linux-Ökosystems befürchten. Dies könnte auch Ubuntu-Derivate gefährden.
Das Konzept von Ubuntu sieht vor, möglichst wenig redundante Software zu enthalten. Dies führte dazu, dass von den Ubuntu-Entwicklern mehrere Ubuntu-Derivate erstellt wurden, die sich ausschließlich in der Auswahl der Software im Rahmen der Standardinstallation unterscheiden. Basissystem, Installationsprogramm und Repositories sind hingegen identisch. Somit ist es auch möglich, eine Distribution durch Nachinstallieren um den Funktionsumfang eines anderen Derivats zu erweitern. Die verschiedenen Varianten drücken somit nur Präferenzen des Benutzers aus, auf die sich dieser schon bei der Grundinstallation festlegen möchte, sie können als „Konfigurationsvarianten“ derselben Linux-Distribution angesehen werden. Versionen mit anderer Desktop-Umgebung (wie beispielsweise Kubuntu) weisen jedoch untereinander einen teilweise enormen Unterschied in Optik und Bedienung auf.
Neben den diversen offiziellen Ausgaben gibt es eine Reihe spezialisierter, von externen Entwicklern herausgegebene, inoffizielle Ubuntu-Derivate.
Die Ubuntu Server Edition ist eine Zusammenstellung mit mehr Serverdiensten statt grafischer Benutzeroberfläche. Vor der Version 12.04 hatte die Server Edition einen anders ausgelegten Kernel als das normale Ubuntu, das bis dahin zwei Jahre weniger "Long Time Support" als die Server Edition bekam. Seither führen Installationen der beiden Zusammenstellungen bei Wahl der jeweils minimalen Ausstattung zum gleichen Ergebnis, das mit allem der beiden Zusammenstellungen nachgerüstet werden kann.
Unter der Bezeichnung JeOS "(Just Enough Operating System)" gibt es seit Version 8.04.x eine minimalistische Untervariante des Servers, optimiert für den Einsatz in virtuellen Umgebungen wie VMware. Ab Ubuntu 8.10 war diese Version als Option in die normale Server-Version integriert.
Mit der zunehmenden Bedeutung von Cloud Computing und Anwendungscontainern wie Docker oder LXC wurde diese Variante 2014 in "Ubuntu Core" umbenannt. Sie erhält derzeit eine neuartige Paketverwaltung namens "Snappy", die transaktionale Updates und Rollback unterstützt.
"Kubuntu" ist eine Ubuntu-Variante mit der Desktop-Umgebung KDE, die erstmals mit der Version "5.04" erschienen ist. Das Wort „kubuntu“ bedeutet praktisch dasselbe wie „ubuntu“ und kommt aus der Bemba-Sprache; das „k“ ist im Original eine Präposition. Im Kontext von "Kubuntu" steht das "K" einfach nur als Abkürzung für „KDE“.
KDE-Anwendungen lassen sich im Vergleich zu Gnome umfangreicher konfigurieren, was einige Benutzer als Vorteil, andere – wegen geringerer Übersichtlichkeit – als Nachteil sehen. Zum Einsatz kommt stets die aktuelle Version des KDE Plasma Workspace zusammen mit anderen Applikationen aus dem KDE-Umfeld, wie dem Audio-Player Amarok oder dem Brennprogramm K3b. Als Office-Paket dient – als einziges nicht auf KDE-Bibliotheken basierendes Programm – LibreOffice.
In der ersten Ubuntu-Version (4.10) war KDE lediglich in "universe" enthalten, in dem sich Programme befinden, die einfach nur aus Debian übernommen sind. Zudem musste universe zu dieser Zeit noch ausdrücklich freigeschaltet werden. Aufgrund starker Nachfrage nach KDE wurde mit Version 5.04 dann eine Variante gestartet, die sich bis auf den anderen Desktop nicht von Ubuntu unterscheidet. Dies ist die erste Variante dieser Art und stellt einen Kompromiss zwischen dem Ziel der Redundanzvermeidung und der Bedienung unterschiedlicher Interessen dar. Auf den ersten Blick sind Kubuntu und Ubuntu völlig verschiedene Systeme, selbst die Boot-Meldungen reden von "kubuntu". Dennoch basieren sie auf den gleichen Paketquellen. Diese Vorgehensweise gibt es sonst bei keiner Linux-Distribution.
Anfangs wurde Kubuntu fast nur von einem Team Freiwilliger entwickelt, einzig Jonathan Riddell war direkt bei Canonical angestellt, was für einigen Unmut sorgte. Nach dem ersten LTS-Release wurde angekündigt, dass die KDE-Unterstützung den gleichen Status wie die für Gnome haben soll. Dies spiegelt sich unter anderem darin wider, dass es für Kubuntu einen kommerziellen Kundendienst durch Canonical gibt.
Die Version 8.04 ist keine LTS-Version. Für die KDE-Version 4 konnte keine hinreichende Stabilität, für KDE 3.5 kein Support für drei Jahre gewährleistet werden. Kubuntu 8.04 existiert daher auch in zwei Varianten, der normalen "kubuntu" mit KDE 3.5.9 und "kubuntu-kde4" mit KDE 4.0.3. Kommerzieller Kundendienst für 18 Monate und der Versandservice stehen nur für die KDE-3-Version zur Verfügung.
Version 8.10 gibt es nur mit KDE 4.1. Die automatische Aktualisierung („upgrade“) auf diese Version wurde daher für die Version 8.04 standardmäßig deaktiviert, da es eine vollständige Deinstallation von KDE 3 zur Folge hätte. Die Aktualisierung kann aber trotzdem über die Kommandozeile ausgeführt werden.
"Xubuntu" ist eine Abwandlung von Ubuntu, die die ressourcensparende Desktop-Umgebung Xfce- verwendet. Daher eignet sich Xubuntu für ältere Computer mit wenig Arbeitsspeicher, bei denen die Installation der Standardversion problematisch ist. Eigene Installations- und Live-CDs von Xubuntu wurden erstmals mit der Ubuntu-Version 6.06 LTS veröffentlicht. Diese Version wird ausschließlich von Freiwilligen entwickelt. Zum Umfang gehören hier etwa die Textverarbeitung AbiWord, die Tabellenkalkulation Gnumeric, Mozilla Firefox und Thunderbird, aber auch eine auf die reine Textverarbeitung reduzierte Version von LibreOffice.org, bzw. OpenOffice.org, falls der Funktionsumfang des wesentlich sparsameren "Abiword" nicht ausreicht. Hinzu kommen diverse Hilfsprogramme aus der normalen Ubuntu-Version, etwa die Aktualisierungsverwaltung, der NetworkManager oder die Paketverwaltung Synaptic. Als Hardwareanforderungen werden 128 MB Arbeitsspeicher (256 MB werden jedoch empfohlen) und 1,5 GB freier Festplattenspeicher benötigt. Diese Angaben sind jedoch im Gegensatz zu den Angaben für die anderen Ubuntu-Varianten am technisch Machbaren und nicht an einem tatsächlich benutzbaren System orientiert. Auf der Festplatte werden mit den deutschen Lokalisierungen fast zwei GB belegt, bei Aktualisierungen kommt weiterhin Platzbedarf in der Größenordnung der CD hinzu.
"Lubuntu" ist ein Derivat, das für den Einsatz auf leistungsschwächerer Hardware konzipiert ist. Als Desktop-Umgebung setzt es das besonders ressourcensparende LXDE ein, durch den Einsatz von Openbox als Fenstermanager wird nur etwa halb so viel Arbeitsspeicher wie bei Xubuntu benötigt. Lubuntu 11.10 wurde mit der Veröffentlichung im Oktober 2011 ein offizielles Derivat von Ubuntu.
"Edubuntu" ist eine für die Verwendung in der Schule entwickelte Erweiterung zu Ubuntu, das auf dem Ubuntu Linux Terminal Server Project aufsetzt. Der Name setzt sich aus „education“ (engl. für Bildung) und „Ubuntu“ zusammen. Einige Funktionen des eingestellten Projekts "Skubuntu" wurden in Edubuntu integriert. Kernkomponenten von Edubuntu sind die Lernprogramme GCompris, Kalzium (KDE), Tux4Kids und der Schooltool Calendar.
In den Versionen 5.10 bis 7.10 war Edubuntu eine eigenständige Ubuntu-Version, bei der der normale Funktionsumfang aus Platzgründen zu Gunsten der Bildungsprogramme eingeschränkt war. Seit Version 8.04 LTS ist Edubuntu eine Erweiterung, die auf ein installiertes Ubuntu-System aufsetzt. Dieses kann über den Paketmanager nachinstalliert werden. Seit Version 11.10 ist Edubuntu allerdings auch wieder als eigenständige Version verfügbar.
Am erklärte Projektleiter Stéphane Graber, dass keine Edubuntu-Version auf Basis von Ubuntu 16.04 veröffentlicht wird. Zeitgleich sicherte er eine reguläre Betreuung der LTS-Version Edubuntu 14.04 bis zum Supportende im Jahr 2019 zu.
"Ubuntu Studio" ist speziell auf die Anforderungen von Audio-, Grafik- und Videobearbeitung ausgerichtet. Für solche Zwecke wurde den Ubuntu-Quellen ein Kernel mit Echtzeitfunktionen hinzugefügt, der dafür keinerlei Energiesparfunktionen unterstützt. Als Audio-Backend dient das Programm JACK. Außerdem gehören diverse Multimedia-Programme zum Umfang, wie beispielsweise CinePaint, die Videobearbeitung OpenShot, der Audio-Sequenzer Rosegarden, der Audio-Editor Ardour oder das DTP-Programm Scribus. Die erste stabile Version ist am 10. Mai 2007 erschienen und basiert auf Ubuntu 7.04. Diese wurde als einzige Ubuntu-Version als ein DVD-Image mit knapp 900 MB ausgeliefert. Seit der Version 7.10 ist Ubuntu Studio auch für AMD64 verfügbar. Auf der Ubuntu-Homepage wird Ubuntu Studio als „Recognized Derivative“ (anerkanntes Derivat) aufgeführt.
"Mythbuntu" ist eine Variante, um den PC als HTPC einzusetzen. Hierbei wird ein auf ein Minimum reduziertes Xfce (siehe Xubuntu) verwendet und die HTPC-Software MythTV installiert. Darüber hinaus gibt es ein eigenes Kontrollzentrum, mit dem MythTV konfiguriert werden kann und über das dessen diverse Plug-ins installiert werden können. Auch die Installation eines oder mehrerer der drei vollwertigen Desktop-Systeme ist hierüber möglich. Mythbuntu erfordert einen wesentlich schnelleren Prozessor als andere Ubuntu-Versionen – die Website nennt 1 GHz minimal und empfiehlt je nach Anwendung 2 oder sogar 3 GHz. Eine Hauptursache hierfür ist, dass MythTV für die (nicht abschaltbare) Unterstützung von zeitversetztem Fernsehen das Programm permanent aufzeichnet, was je nach TV-Karte hohe Systemanforderungen stellen kann.
Mythbuntu entstand mit der Entwicklung von Ubuntu 7.10 und ist seit 1. Februar 2015 in der aktuellen Version 14.04.02 verfügbar. Als von Canonical als Community-unterstütztes Projekt anerkannt, sind die Pakete Bestandteil der Ubuntu-Paketquellen. Kommerzieller Kundendienst und verlängerte Unterstützung für LTS-Versionen sind aber nicht vorhanden.
Die Variante Ubuntu GNOME (vormals: Ubuntu Gnome Remix) verwendet die Gnome Shell an Stelle von Unity, sowie ein paar andere Gnome-Applikationen, die in Ubuntu standardmäßig nicht installiert sind. Ab Version 13.04 ist Ubuntu GNOME eine von Canonical offiziell anerkannte Variante. Die Version Ubuntu GNOME 14.04 ist eine LTS-Version mit einem Support-Zeitraum von 3 Jahren.
"Ubuntu Kylin" ist eine weitere Variante, die ab Version 13.04 offiziell von Canonical anerkannt ist. Sie soll laut eigenen Angaben besser an die Bedürfnisse chinesischer Benutzer angepasst sein als Ubuntu selbst. Einige Bestandteile von "Ubuntu Kylin" basieren auf Kylin. Ubuntu Kylin ist seit März 2013 eine offizielle Ubuntu-Variante, die von Canonical gepflegt wird.
In einer Behördenmitteilung kündigte die chinesische Regierung am 20. Mai 2014 an, dass sie 200 Millionen Rechner, die noch mit Windows XP arbeiteten, auf Ubuntu Kylin umrüsten wolle. Das Ziel dieser großflächigen Migration sei es, die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern von Betriebssystemen zu verringern. Aus Sicherheitsgründen wurde eine Migration zu Windows 8 verboten.
Die Variante Ubuntu MATE verwendet die Desktop-Umgebung MATE an Stelle von Unity. Ab Version 15.04 ist Ubuntu MATE eine von Canonical offiziell anerkannte Variante. Das enthaltene Tool "MATE Tweak" bietet vorkonfigurierte Panel/Dock-Varianten mit unterschiedlichen Startmenüs zur Auswahl an. Systemanwendungen wie Dateimanager, Texteditor und Dokumentenbetrachter stehen als eigene, von GNOME abgeleitete, Anwendungen zur Verfügung, deren Namen in MATE hauptsächlich mit spanischen Begriffen wie "caja", "pluma" und "atril" belegt sind.
Einige Varianten sind inzwischen nur noch Erweiterungen für ein bestehendes Ubuntu-System beziehungsweise in dieses integriert.
Bereits seit Version 7.10 ist unter wechselnden Namen von Ubuntu-Varianten die Rede, die speziell auf eher spartanisch ausgestattete Rechner, also beispielsweise Ultra-Mobile PCs oder Netbooks ausgelegt sind.
Eine erste, zusammen mit Intel entwickelte Version hiervon erschien mit Ubuntu 8.04 unter dem Namen „Ubuntu MID-Edition“; teilweise auch schlicht „Ubuntu Mobile“. Die abgespeckte Variante der Linux-Distribution enthält neben Software wie einem Webbrowser verschiedene Multimedia-Applikationen, die teilweise in der normalen Desktop-Version nicht enthalten sind. Die Oberfläche wurde auf kleine Displays von 4 bis 8 Zoll Größe angepasst. Diese Version kommt unter anderem bei dem Netbook Dell Inspiron Mini 9 und dem Toshiba NB100 zum Einsatz.
Das mit Ubuntu 9.04 erschienene „Ubuntu Netbook Remix“ ist eine Version, die für Netbooks mit Displaygrößen bis 10 Zoll entwickelt wurde und von einem USB-Live-System aus installiert werden kann.
Mit dem Netbook Remix gibt es einen alternativen Desktop, der alle wichtigen Programme auf einen Blick darstellt. (siehe Bild)
In Ubuntu 10.04 LTS wurde der Netbook Remix in „Ubuntu Netbook Edition“ umbenannt und Ubuntu 10.10 erschien erstmals mit der eigens entwickelten Oberfläche Unity.
Ab Ubuntu 11.04 gibt es keine Netbook Edition mehr, da die Desktop-Version nun Unity als Standard-Shell benutzt.
"Gobuntu" war eine Ubuntu-Variante ohne proprietäre Inhalte. Diese enthielt fast nur Programme, Treiber und Dateien, die unter einer freien Lizenz veröffentlicht wurden, Ausnahme waren beispielsweise Logos und Icons des Webbrowsers Firefox. Gobuntu gab es einzig in den Versionen 7.10 und 8.04 (inklusive Update-Release 8.04.1).
Mit diesem Projekt versuchte Canonical dem Vorwurf zu begegnen, dass Ubuntu nicht mehr freie Software sei, weil es viele proprietäre Treiber und Programme nutzt oder zumindest anbietet. Die Entwickler sollten mit Gobuntu die Grenzen von freiem Code und sonstigen freien Werken feststellen und falls nötig auch an deren Ausweitung arbeiten. Gemäß Chefentwickler Mark Shuttleworth funktionierte Gobuntu noch mit viel Hardware nicht einwandfrei, existierte aber als ein Zeichen für die Notwendigkeit freier Software und als Beispiel dafür, was heute schon möglich ist.
Erste Pläne für ein derartiges Projekt gab es schon im November 2005, damals unter dem Namen "Gnubuntu". Dies wurde nach Protesten von Richard Stallman zunächst in "Ubuntu-libre" geändert. Die Entwicklung von Gobuntu geschah danach in Zusammenarbeit mit den Entwicklern von gNewSense, das von Stallman gebilligt wurde, mit dem Ziel, zukünftig dessen Basis zu werden. Ab Version 3 basiert gNewSense nicht mehr auf Ubuntu, sondern auf Debian.
Weitere Gobuntu-Versionen nach 8.04.1 wurden nicht mehr veröffentlicht. Als Grund wurde unter anderem Inaktivität der Gobuntu-Community geltend gemacht. Auch ist es seit Ubuntu 8.04 möglich, bei der Installation nur freie Software auszuwählen. Solange man keine Pakete aus "restricted" oder "multiverse" installiert, hat man ein rein freies System, wie es von Gobuntu beabsichtigt war. Auch hat Shuttleworth darauf hingewiesen, dass er lieber auf gNewSense fokussieren will, weil die Arbeit am gNewSense-Projekt auch der Ubuntu-Community hilft.
Inoffizielle Ubuntu-Derivate werden im Gegensatz zu den offiziellen Abwandlungen nicht von Canonical Ltd. veröffentlicht, sondern von externen Softwareentwicklern oder Entwicklergruppen.
Ubuntu TV ist eine Abwandlung von Ubuntu und auf Smart TV abgestimmt. Es wurde auf der Consumer Electronics Show 2012 von Canonical vorgestellt. Es arbeitet wie Ubuntu mit Unity als Standardoberfläche und ist für Hersteller von Fernsehgeräten kostenfrei nutzbar.
Ubuntu Touch ist die Mobilversion von Ubuntu für Smartphones. Sie ist an die Version für Desktop und Ubuntu TV angelehnt und soll alle Möglichkeiten und Tools der Desktop-Variante unterstützen. Die Installation von Applikationen erfolgt über das Ubuntu Software Center. Für die Anwendungsentwicklung stehen dieselben Werkzeuge wie für die Desktop-Variante zur Verfügung. Dies erleichtert es, eine Applikation zeitgleich für mehrere Ubuntu-Varianten zu entwickeln. Derzeit (Stand Mai 2016) gibt es vier Smartphones mit vorinstalliertem Ubuntu-Touch: das BQ Aquaris E5 HD, das BQ Aquaris E4.5, das Meizu MX4 Ubuntu Edition sowie das Meizu Pro 5 Ubuntu Edition. Seit dem 21. Februar 2013 gibt es eine Anleitung, um eine Vorabversion von Ubuntu Touch auf den Android-Geräten Nexus 4, Nexus 7, Nexus 10 und dem Galaxy Nexus zu testen.
"Ubuntu für Android" ist eine Ubuntu-Version, die darauf ausgelegt ist, auf Android-Smartphones zu laufen. So kann Ubuntu simultan mit Android laufen, da beide auf dem Linux-Kernel basieren. Ebenfalls soll es möglich sein, das Mobiltelefon mit einem Monitor zu verbinden, um ein voll funktionsfähiges Ubuntu Desktop System zu erhalten. Seit April 2014 wird das System nicht mehr aktiv weiterentwickelt.
„Ubuntu on Tablets“ ist an die Version für Smartphones angelehnt, es wird eine ähnliche Bedienung und Menüführung besitzen. Als Besonderheit wird es möglich sein, ein Ubuntu-Smartphone an das Tablet anzudocken und geöffnete Apps auf dem Tablet weiterlaufen zu lassen. Da das Tablet auf der Desktopversion beruht, wird es möglich sein, mit angeschlossener Maus und Tastatur das Tablet wie einen normalen PC zu nutzen.
Canonical kündigte an, an der Entwicklung eines eigenen Smartphones unter dem Namen "Ubuntu Edge" zu arbeiten, das ebenfalls mit dem Betriebssystem Ubuntu ausgestattet wird und im Frühjahr 2014 erscheinen sollte. Im August 2013 wurde bekannt gegeben, dass durch das Crowdfunding zur Finanzierung des Smartphones nur annähernd 40 Prozent der 32 Millionen US-Dollar eingenommen werden konnten, die zur Realisierung benötigt worden wären. Deshalb wurde das Projekt gestoppt und die Anleger bekamen ihr Geld zurück.
Am 12. November 2005 wurde der Verein „Ubuntu Deutschland“ in Nürnberg gegründet, um so die Ubuntu Foundation in Deutschland zu unterstützen. Der Verein unterstützt als juristische Person und Spendenempfänger die verschiedenen Aktivitäten der deutschen Community. Am 20. und 21. Oktober 2007 richtete er eine Benutzerkonferenz unter dem Namen "UbuCon" aus, die in der Hochschule Niederrhein in Krefeld stattfand und kostenfrei besucht werden konnte, in der Folge fanden jährlich weitere Ubucons statt; die Ubucon im November 2016 richtet sich als Ubucon Europe erstmals an ein gesamteuropäisches Publikum:
Ubuntu zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Betreuung seiner Nutzer aus.
Ubuntu wird von manchen Anhängern des Debian-Projekts kritisiert. Moniert wird, dass Ubuntu technisch nicht vollständig kompatibel zu Debian sei. Eine der unter anderem von Ian Murdock erhobenen Forderungen ist es, weiterhin die jeweils aktuelle Debian-Version als Basis zu nutzen. Auf der Debian-Entwicklerkonferenz "debconf 6" im Mai 2006 gab es diesbezüglich eine Aussprache zwischen einigen führenden Debian-Entwicklern und Mark Shuttleworth. Außerdem sind einige Debian-Entwickler mit der Qualität der von Ubuntu zurückgegebenen Patches unzufrieden. Diese enthielten zu viele Ubuntu-spezifische Änderungen, die für Debian nutzlos seien. Außerdem wird die Idee als solche, Pakete aus Debian zu übernehmen, oftmals kritisiert, da hierdurch Debian selbst geschwächt werde.
2006 kritisierte ein Mozilla-Entwickler das Konzept von Ubuntu, nicht als Plattform für Anwendungsprogramme zu agieren, sondern diese vor allem integriert in das Betriebssystem anzubieten. Diese Verwischung der Grenzen zwischen Anwendungen und Betriebssystem durch die integrierte Verwaltung mit der Distribution wird auch als Ursache einiger Desktop-User-Experience-Probleme beschrieben, z. B. die Schwierigkeit der parallelen Installation von mehreren Anwendungsprogrammversionen. Auch der eigentlich banale Fall, dass ein Nutzer lediglich ein Anwenderprogramm aktualisieren möchte, ist häufig leichter durch die Installation einer neueren Ubuntu-Version zu lösen. 2010 wurde dieses Verhalten als Problem in Ubuntus Launchpad-Bugtracker akzeptiert, da auch die existierenden PPA- und Backport-Ansätze dieses Problem nicht vollständig lösen.
Darüber hinaus wurde Ubuntu von dem Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman eine zu geringe Beteiligung an der Entwicklung des Linux-Kernels vorgeworfen, damals arbeitete er für den Konkurrenten Novell. Diese Behauptung wird von ihm mit einer prozentual geringen Anzahl an in den Kernel zurückgegebenen Patches untermauert (1 %). Als Antwort hierauf wurde von dem Ubuntu-Entwickler Matt Zimmerman angemerkt, dass Kroah-Hartmanns Betrachtung des Linux-Ökosystems „seltsam“ sei, da er sämtliche konkrete Anwendungen wie Gnome, KDE oder jegliche Server-Dienste dabei auslasse. Greg Kroah-Hartman untersuchte ein größeres Linux-Ökosystem mit den Kernkomponenten GCC, ALSA, X.Org-Server und fand erneut heraus, dass die Beiträge von Canonical ebenfalls gering (1 %) oder nicht vorhanden waren.
Im Juli 2010 wurde eine Beitragsstatistik für Gnome veröffentlicht. Canonicals Anteil an der Entwicklung betrug 1 %. Lediglich die Programmsymbole und ein Taschenrechnerprogramm werden von Canonical-Mitarbeitern betreut. Jono Bacon entgegnete dem damit, dass Canonicals Programme innerhalb von Launchpad entwickelt werden und vom Gnome-Projekt abgelehnt wurden. Mark Shuttleworth meint dazu, dass diese Form von Tribalismus kontraproduktiv sei. Er zeigt auf, dass auch nicht-Quelltext-Beiträge wie der Ubuntu-Verhaltenskodex von vielen Open-Source-Projekten adaptiert wurden.
Mangelnden Datenschutz kritisierte beispielsweise die Electronic Frontier Foundation wegen der Einbindung des Onlineshops von Amazon im Herbst 2012. Der Vorwurf, Adware zu beinhalten kam auf, weil die vorher nur auf installierte Programme und lokale Dateien gerichtete Suchfunktion des Desktops auf den Shop von Amazon erweitert wurde, um passende Angeboten auszugeben. Das abzuschalten wurde bald ermöglicht und die Provisionen von Amazon als hilfreich zur Entwicklung freier Software verteidigt, doch Richard Stallman bezeichnete Ubuntu als Spyware. Im Oktober 2013 bekam Shuttleworth für die inzwischen ausgebaute Erweiterung einen Big Brother Award in Österreich. Im November 2013 bekam Micah Lee wegen seiner Website zum Abschalten der Erweiterung eine Abmahnung, die zunächst bekräftigt und dann zurückgezogen wurde. Im August 2014 antwortete das britische Information Commissioner's Office auf eine Beschwerde, wegen Hinweisen auf Amazon und die Abschaltbarkeit der Erweiterung verstoße sie nicht gegen europäisches Recht.
Mit Ubuntu 16.04 wurde das Dateisystem ZFS in die Distribution integriert. Die für ZFS verwendete Lizenz "Common Development and Distribution License" (CDDL) wird von der Free Software Foundation allerdings als nicht mit der GPL vereinbar bezeichnet. Auch die Organisation Software Freedom Conservancy spricht in diesem Zusammenhang von einer Lizenzverletzung.
In der Ausgabe vom Juli 2006 wurde Ubuntu von der Zeitschrift PC World mit dem "PC World 2006 World Class Award" ausgezeichnet und somit von dieser als eines der 100 besten Produkte des Jahres bezeichnet. Ebenfalls im Juli 2006 hat IT Reviews Ubuntu 6.06 LTS mit ihrem "„Recommended“ award" ausgezeichnet.
Mythbuntu: www.mythbuntu.org