Batman

Batman ( für "Fledermausmann") ist eine von Bob Kane erdachte und durch Bill Finger vor dem Erscheinen weiterentwickelte Comicfigur. Finger veränderte das ursprünglich steife Cape in ein wallendes und konzipierte Batman als zweite Identität des Milliardärs Bruce Wayne. Batman erschien erstmals im Mai 1939 in dem Comic-Magazin "Detective Comics" (Ausgabe 27); nach diesem Magazin nannte sich später dessen Verlag in DC Comics um und ist nun im Besitz von Time Warner.
Die Figur Batman wurde 1939 von dem Autor Bill Finger und dem Zeichner Bob Kane geschaffen. Beide wurden vorrangig durch die Romanfigur "Zorro", "D'Artagnan" von "Die drei Musketiere" und die Comicfigur "The Shadow" beeinflusst. "The Bat Whispers", ein Stummfilm von Roland West (1930) und der messerscharfe Verstand "Sherlock Holmes" waren ebenso Vorbilder.
Hinter Batman verbirgt sich der Milliardär Bruce Wayne. Der Name Bruce Wayne geht auf den schottischen Freiheitskämpfer Robert the Bruce und den amerikanischen Nationalhelden Mad Anthony Wayne zurück (so Bill Finger in Sterankos History of Comics 1, 1970). Batman benutzt ab 1940 keine Schusswaffen mehr, da ihn das einerseits auf eine Stufe mit den Verbrechern, die er jagt, setzen würde, und andererseits die Produzenten des "Detective Comics" Angst bekamen, dass jugendliche Leser Batman nachahmen könnten.
Als Kind musste Bruce Wayne mit ansehen, wie ein Straßenräuber seine Eltern, Thomas und Martha Wayne, in einer dunklen Gasse erschießt. Nach einer großzügigen Spende „übersieht“ das zuständige Sozialamt die Waise. Bruce wird daher vom Butler, "Alfred Pennyworth", aufgezogen. Er legt einen Schwur auf dem Grab seiner Eltern ab, "Gotham City" vom Verbrechen zu säubern. Dafür trainiert er hart und studiert auf der ganzen Welt Kriminalistik, Chemie, Mathematik, Physik, Technik und zahlreiche Selbstverteidigungsarten.
Er gibt sich den Namen "Batman", als er, auf der Suche nach einem Symbol, das den Ganoven Angst einjagen soll, eine Fledermaus sieht, die sich in seine Villa verirrt hat, und entwirft ein entsprechendes Kostüm. Wayne ist der Ansicht, dass Kriminelle von Natur aus ein „feiges und abergläubisches Pack“ sind und seine Verkleidung sie daher zusätzlich in Angst und Schrecken versetzen soll. Als Motivation dient Bruce Wayne der Antrieb, der weltbeste Kriminalist, Nahkämpfer und Athlet seiner Zeit zu werden, um diese Fertigkeiten im Kampf gegen das Verbrechen einzusetzen. Im wahren Leben gibt sich Bruce Wayne als stinkreicher Schnösel und Frauenheld aus, was jedoch nur dem Schein dient, um seine Geheimidentität zu schützen.
Batman ist kein Superheld im engeren Sinne, wie etwa Superman, da er über keinerlei Superkräfte verfügt. Seine Überlegenheit basiert auf Intelligenz, Willenskraft, hartem Training, seinen technischen Hilfsmitteln und seinem enormen Familienvermögen, um all das zu finanzieren.
Von Anfang an hatte sich Batman vorgenommen, wenn nötig, auch mit äußerster Gewalt gegen das Verbrechen vorzugehen; doch zwei eiserne Regeln hatte er sich gesetzt: Er würde niemals einen anderen Menschen töten (wenn es sich vermeiden ließe) und er würde, traumatisiert durch die Ermordung seiner Eltern, niemals eine Schusswaffe benutzen.
Die Öffentlichkeit von Gotham City steht Batman gespalten gegenüber. Manche sehen in ihm den Retter und Helden, andere kritisieren ihn als gesetzlosen Rächer mit fragwürdigen Methoden. Eine davon ist die Geheimidentität als "Matches Malone", mit der Batman nach dem Tod des echten Matches Malone ermittelt, um nicht als Batman aufzufallen.
Mit Superman verbindet Batman seit geraumer Zeit eine Art Freundschaft. Immerhin vertrauen die beiden einander so weit, dass sie sich sogar ihre jeweiligen Geheimidentitäten offenbart haben. Außerdem hat Superman Batman einen Ring aus Kryptonit anvertraut, der die einzige Waffe gegen ihn ist, falls er einmal zu einer Gefahr werden sollte.
Im Laufe der Zeit lernt Bruce auch viele attraktive Frauen kennen, doch abgesehen von der Reporterin Vicki Vale, die fast seine Identität aufgedeckt hätte, waren alle Beziehungen ein ziemliches Wagnis: So scheint ihn viel mit der mysteriösen Catwoman zu verbinden, doch bis heute steht das Gesetz zwischen ihnen. Auch Talia al Ghul, die Tochter seines alten Widersachers Ra’s al Ghul, ist wegen ihrer Loyalität zu ihrem Vater ein großer Risikofaktor. Mit dieser hat Batman allerdings auch einen Sohn, Damian. Batman erfuhr dies jedoch erst nach Jahren. Damian steht inzwischen als fünfter Robin an Batmans Seite. Bei Poison Ivy schließlich ist sich Batman bis heute nicht sicher, ob seine Gefühle für sie nicht allein auf ihre Pheromone zurückzuführen sind.
Ab 2006 wurden in vielen Batman-Comics Science Fiction-Elemente eingebaut. Diese wurden als Halluzinationen Waynes aufgrund vom Einfluss von bewusstseinsverändernden Gasen und ausgiebigem Reizentzug-Training erklärt. Diese Entwicklung gipfelte in den Comics "Batman R.I.P.", in dem Batman von Doktor Hurt in den Wahnsinn getrieben und "Final Crisis", in dem er von Darkseid erschossen wird.
In Batman Heft #54 in Deutschland kehrte Bruce Wayne zurück nach Gotham und stellte sich seinem „Mörder“, Doktor Hurt. So verkörperten fortan zwei Männer Batman: Bruce Wayne (in den Serien "Batman Incorporated" und "Batman: The Dark Knight") und Dick Grayson (in "Batman", "Detective Comics" und "Batman and Robin").
Im September 2011 wurden 52 "(The New 52)" DC Comics-Serien neu gestartet. Nun ist Bruce Wayne wieder der einzige Charakter, der als Batman bezeichnet werden kann. Dick Grayson kehrt in sein Kostüm als Nightwing zurück.
Es wird seit längerem diskutiert, ob Batmans Motive – Bekämpfung des Verbrechens und der Korruption in Gotham City – tatsächlich so selbstlos sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Kritiker bemerken, dass der Milliardär Bruce Wayne durch sein Alter Ego Batman im Grunde nur das System schützt, aus dem er seinen Wohlstand zieht. Allerdings lässt dieser Ansatz den psychologischen Hintergrund von Bruce Waynes Batman-Werden, die Ermordung seiner Eltern, außer Betracht. Zudem muss erwähnt werden, dass Batman in erster Linie kein Gesetzeshüter ist und auf Gerechtigkeit pocht, sondern vor allem Rachegefühle seinen Antrieb ausmachen. Manche Comicversionen, wie etwa die von Frank Miller oder Jim Lee, zeigen des Weiteren einen Batman, der seine Ziele fanatisch, fast wie ein Psychopath, verfolgt und beinahe rücksichtslos gegen seine Feinde vorgeht, wenngleich er seine selbst gesetzten Richtlinien befolgt. Außerdem zeigen diese Versionen, dass Batman durch sein Auftreten und seine Kostümierung zu einem großen Teil auch selbst die Feinde schuf, die er nun bekämpft.
Zwar gab es Jahrzehnte, in denen Batman gelegentlich einen flapsigen Spruch auf den Lippen hatte oder man ihn gar mal lächeln sah (ein Lachen war allerdings schon immer sehr selten), doch ein Strahlemann ist er nie gewesen. Schon immer war Batman ein ambivalenter Charakter, ein grimmiger und verbitterter Kerl, der ernst und asketisch seiner Aufgabe nachgeht. So meint Steve Kups vom Panini Verlag, Batman sei „ohnehin nicht immer sonderlich liebenswert auftretend, manchmal aber ein außerordentliches Arschloch“ (bezogen auf die Reihe "All Star Batman" von Miller und Lee). Der deutsche Batman-Experte Lars Banhold diagnostiziert bei Batman zudem gar Züge eines Soziopathen; ernst, humorlos und mit fragwürdigen Moralvorstellungen bezüglich Rache und Selbstjustiz.
Eine eindeutige politische Ausrichtung von Batman ist laut Lars Banhold kaum möglich. Vielmehr richte sich diese je nach Interpretation des jeweiligen Autors. So wirke er in manchen Comics anarchistisch, in anderen wiederum faschistoid.
Batman gilt als einer der beliebtesten Superhelden, der auch den verlagseigenen Superman schlägt. Gründe hierfür dürften der mitunter missmutige Batman mit all seinen Schwächen und Kanten sein, der damit, gegenüber Superman, mehr Leser anspricht. Der Schriftsteller Dietmar Dath beschreibt dies in der FAZ so, dass Superman so ist, wie wir gerne wären, Batman dagegen so ist, wie wir sind, nur besser.
Das Kostüm des „Dunklen Ritters“ erlebte im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Wandlungen, das mit zunehmender Fortdauer der Batman-Saga vom schlichten Held-in-Strumpfhosen-Modell zur hilfreichen High-Tech-Rüstung wurde. Sein Kostüm war stets reich an Bedeutungsschattierungen und trotz allen Wandels stets wiedererkennbar. Die Gemütsart des jeweils aktuellen Batman spiegelt sich auch in seinem Kostüm wider: So ist der Umhang mal in einem satten Königsblau, mal in einem tiefen Schwarz gehalten. Die Fledermaus auf der Brust des Helden war anfangs schwarz, wurde dann Teil eines Emblems auf gelbem Grund, gedacht als Zielscheibe für Scharfschützen, daher gepanzert, bis sie wieder zum dunkelsten Teil des Kostüms wurde. Auch die Fledermausohren haben sich im Laufe der Zeit gewandelt: In der Real-Serie aus den 1960er Jahren mit Adam West wirken diese eher wie mickrige Mäuseohren, während diese in anderen Versionen, wie beim düsteren Batman von Bernie Wrightson, wie lange, fast schon teuflische Hörner wirken. Vergleichbar verhält es sich mit seinem Körperanzug, der einmal ein helles Grau (mit schwarzer Überhose), ein andermal tiefes Schwarz aufweist.
Besondere Bedeutung kam dabei schon immer dem Batgürtel zu, der um die Hüfte geschlungenen Wunderkiste mit Rauchbomben, Chemikalien, Seil, „Batarang“ und allem, was zur Rettung in letzter Sekunde nötig ist. Zudem entwickelt er mit dem immensen Vermögen seiner Eltern (er besitzt den Weltkonzern "Wayne Enterprises") einige einmalige Fahrzeuge wie das Batmobil, die zu seinem Kostüm passen und ebenfalls einiges an technischen Spezialerfindungen enthalten. Diese lagert er in der "Bat-Höhle", einer großen Tropfsteinhöhle unter seinem Herrenhaus "Wayne Manor".
Auch die Statur wandelte sich im Laufe der Jahre. War Wayne alias Batman anfangs und die ersten Jahrzehnte eher schlank und sportlich-muskulös, wandelte sich sein Bild ab Mitte der 1980er Jahre, das bis heute prägend ist: breites Kreuz, kräftiges Kinn und breite Wangenknochen.
In Deutschland wurde Batman nur langsam populär. Erstmals bekamen deutsche Comicleser den Dunklen Ritter in der 14-täglich erschienenen, farbigen "Buntes-Allerlei"-Heftreihe des Aller-Verlages zu sehen, bei der von 1953 bis 1954 hauptsächlich Superman-Geschichten veröffentlicht wurden. In der ersten Ausgabe des Jahres 1954 erscheint Batman (zusammen mit Robin) an der Seite von Superman in einem Nachdruck des US-World's-Finest-Heftes Nr. 66 (1953) und ein zweites Mal in "Buntes Allerlei" 11/54 bei einer erneuten Zusammenkunft mit Superman. Anschließend verschwand Batman in deutschen Gefilden wieder in der Versenkung.
1966 läutete der Stuttgarter Ehapa-Verlag eine neue Batman-Ära in Deutschland ein. Zunächst kam es zu einem weiteren Batman-Gastauftritt (in Superman 2/67). Ab der nächsten Ausgabe (3/67) teilten sich die beiden Helden dann die Heftreihe bis zu ihrem Ende 1985 (26/85) als "Superman und Batman". Das zweiwöchentlich erschienene Comicheft, deren 32 Seiten sich die beiden nun teilten, wurde mit der Veröffentlichung von Batman-Taschenbüchern und -Sonderbänden ergänzt. Mitte der 1970er Jahre und Anfang der 1980er Jahre erlebte der Dunkle Ritter dabei seine beste Zeit. Dabei erschienen des Weiteren von 1976 bis 1985 weitere 44 Batman-Sonderhefte, 23 Batman-Superbände (1974–1986) und 41 Batman-Taschenbücher (1978–1988).
Nachdem Ehapa 1988 sein Batman-Programm eingestellt hatte, übernahm der Hethke-Verlag fortan die Veröffentlichung von Batman-Comics für den deutschen Markt. Dabei erschienen 9 großformatige Batman-Hefte (1989–1991), 6 Batman-Klassik-Alben (1990–1991), mit Nachdrucken alter Batman-Geschichten, 22 Softcover-Alben (1989–1992), sowie 32 Sonderbände (1989–1992).
Parallel zu Hethke nahm ab 1989 der Carlsen Verlag die Veröffentlichung von Batman-Comics in die Hand und setzte dabei auf dicke Paperbacks, angefangen mit dem Druck von Frank Millers "Die Rückkehr des Dunklen Ritters". Bis 1998 wurden so unter Carlsen 33 Bände veröffentlicht, darunter auch, in 10 Bänden, die vollständige "Knightfall"-Saga.
Seit den frühen 1990er Jahren erfuhren Batman-Comics, vor allem durch die beiden Realverfilmungen von Tim Burton und die Zeichentrickserie "" großen Aufschwung. Ab 1995 begann daher der Dino-Verlag mit der Veröffentlichung der Comic-Begleitserie zu "The Animated Series", womit nach fast 10 Jahren wieder Batman-Comics an deutschen Kiosken verkauft wurden. 1997 übernahm Dino zudem auch die Veröffentlichung der Real-Serie, deren Heftausgabe der Verlag durch zahlreiche "Specials" und Sonderbände ergänzte. Der Verlag setzte sich eine originalgetreue, lückenlose und chronologisch korrekte Veröffentlichung zum Ziel und schloss mit 63 regulären Ausgaben (auch mit einigen sogenannter "Time-Warp"-Boxen) die Lücke zwischen deutscher und US-amerikanischer Ausgabe. 2001 stellte der Dino-Verlag sein Superheldenprogramm ein.
Direkt im Anschluss übernahm der Panini Verlag die Veröffentlichung von Superhelden-Comics auf dem deutschen Markt, darunter auch Batman. Von 2001 bis 2003 lief dabei die erste Serie, der darauf 2005 bis 2006 die nächste folgte. Seit Anfang 2007 wird monatlich die aktuelle Batman-Comicreihe veröffentlicht. Des Weiteren druckt auch Panini weitere Batman-Sonderausgaben. Die Ausgaben von Panini erfahren viel Lob aufgrund ihrer hohen Qualität, sowie der Originaltreue. Allerdings zielt Panini mit mehr als doppelt so hohen Einzelheftpreisen wie noch zu Hochzeiten des Dino-Verlages nicht mehr so sehr auf den Massenmarkt, sondern in allererster Linie auf Sammler ab.
Im Verlag Pabel-Moewig erschien zwischen 1956 und 1976 eine Heft- und Buchserie mit dem Titel „"Die Schwarze Fledermaus"“ mit weitgehenden Parallelen zu Batman. So agiert der Protagonist im Fledermauskostüm gegen das Verbrechen und hat als Alter Ego eine bürgerliche Existenz.
So wie Superman wurden während der Jahre des Zweiten Weltkrieges auch die Batman-Comics als Propaganda gegen das nationalsozialistische Deutschland benutzt. Anders als Superman kämpfte Batman jedoch nicht an der Front und erhielt so als Ausgleich schon früh mächtige Feinde, die über besondere Kräfte verfügten und ihm das Leben schwer machten.
Batman hat heute eine der umfangreichsten und bizarrsten Sammlungen von Gegnern in der gesamten Comicwelt. Einer seiner außergewöhnlichsten und bekanntesten Gegenspieler war der Joker, der in den 1980er Jahren sogar den damaligen Robin (Jason Todd), Batmans jüngeren Helfer, tötete, sowie Barbara Gordon (Batgirl) niederschoss und somit von der Hüfte abwärts lähmte. Diese nannte sich von nun an „Oracle“ und unterstützt Batman als Informationsquelle und Hackerin. Allerdings verließ sie später mit ihrem Vater die Stadt. Der Joker ist im Gegensatz zu Batman ironisch und nicht selten parodiert er seine Gegenspieler. Elementare Fragen und unlogische Zusammenhänge werden gerne von den eigenen Autoren durch den Joker ins Lächerliche gezogen. Aus diesem Grunde ist der Joker auch bei vielen treuen Fans der Batman-Comics und -Verfilmungen beliebter als Batman selbst.
In den 1960er Jahren war er kurzzeitig Mitglied der Gerechtigkeitsliga und trug entscheidend dazu bei, dass die Superhelden eine Renaissance erlebten. Und seit einiger Zeit ist er auch an der Seite seines Freundes Superman (sogar als Anführer) wieder dabei.
Auch sein Charakter änderte sich. War Batman lange Zeit ein gutgelaunter, verbrecherjagender Playboy und Millionär mit unglaublichen Technik-Gimmicks gewesen, verdunkelte sich das Bild ab den 1980er Jahren. Sozialkritische Elemente wurden Teil der Geschichten; Batman hatte mit Armut, Elend, sogar mit Black Panthers und radikalen Feministinnen zu tun.
Diese Entwicklung spitzte Frank Miller weiter zu. 1986 machte er in "„Die Rückkehr des dunklen Ritters“" "(„The Dark Knight Returns“)" aus Bruce Wayne einen resignierten Mittfünfziger, der seit zehn Jahren nicht mehr als Batman in Erscheinung getreten ist, sich frustriert mit Autorennen die Zeit totschlägt und selbst provozierte, gefährliche Situationen danach beurteilt, ob sie „ein guter Tod“ wären. Angesichts einer extrem brutalen Jugendbande kehrt Batman zurück, verprügelt Ganoven mit Genuss und fühlt sich endlich wieder „wie ein Mann mit 20, 30“. Batman erscheint damit zwar noch immer getrieben vom Trauma der Ermordung seiner Eltern, seine Nachtarbeit dient ihm allerdings ebenfalls zur Überwindung einer ziemlich spät einsetzenden Midlife-Crisis – und der nie ausgesprochenen Einsicht, dass er sonst mit seinem Leben eigentlich wenig anzufangen weiß. Beide Elemente machten Batman deutlich glaubwürdiger, nachvollziehbarer und damit auch für ein erwachsenes Lesepublikum wieder attraktiv.
Als weiterer Meilenstein gilt die Graphic Novel "Arkham Asylum – Ein düsteres Haus in einer finsteren Welt" von Grant Morrison und Dave McKean. "Arkham Asylum" wurde erstmals Ende 1989 veröffentlicht und gilt bis heute mit mehr als 500.000 verkauften Exemplaren als erfolgreichste Graphic Novel überhaupt. Der Comic, der sich explizit an erwachsene Leser richtet, zeigt keinen heldenhaften Dunklen Ritter, sondern einen Zweifler, der mit seinen Ängsten konfrontiert ist und erstellt so ein interessantes Psychogramm des Helden. Zeichnerisch und erzähltechnisch hob sich die anspruchsvolle Graphic Novel vom Markt ab und gilt, neben Frank Millers „"Die Rückkehr des dunklen Ritters"“ und „"The Killing Joke"“ von Alan Moore, als der Superhelden-Meilenstein der 1980er Jahre, da diese das Genre nachhaltig prägten.
1992 schließlich wurde Bruce Wayne in der "Knightfall"-Saga vom Bösewicht Bane das Rückgrat gebrochen. In der Folgezeit, in der er im Rollstuhl saß, wurde Wayne daher, gegen den Willen von Alfred und Nightwing, als Batman von Jean Paul Valley (alias "Azrael") vertreten. Dieser war jedoch psychisch labil, äußerst brutal und hatte keine Skrupel, seine Gegner auch zu töten. Nach Waynes Genesung kam es zwischen beiden zum Kampf, und der echte Batman konnte über Azrael triumphieren und seinen Platz wieder einnehmen. Über den Ausgang dieses Kampfes konnten die US-amerikanischen Leser zuvor abstimmen, denn die Autoren des Comics und die Verlagsleiter waren in Sorge, der „alte“ Batman könne mit seinen klassischen Werten nicht mehr mithalten mit dem „modernen“ und brutalen Batman, in seiner Hi-Tech-Rüstung. Jedoch stimmte eine überwältigende Mehrheit für den klassischen Batman.
Batman wurde auch weiter von Heimsuchungen geplagt. In der Saga „Seuche“ wurde seine Heimatstadt von einer Epidemie heimgesucht. In einer weiteren Saga wurde die Stadt durch ein Erdbeben verwüstet. Anschließend erklärte die U.S.-Regierung die Stadt zum Niemandsland. In jüngster Vergangenheit wurde Bruce Wayne sogar des Mordes angeklagt und floh vor dem Prozess.
1999 trat im Rahmen der in naher Zukunft angesiedelten Zeichentrickserie "Batman of the Future" (Originaltitel: "Batman Beyond") der junge Terry McGinnis in die Fußstapfen des mittlerweile ergrauten Bruce Wayne, um so Rache an dem Mörder seines Vaters, einem Handlanger von Derek Powers (dem neuen Vorstandschef von Waynes Konzern) nehmen zu können und Waynes Erbe im Fledermauskostüm anzutreten.
2001 startete DC Comics eine besondere Comicreihe, die sich "Just imagine, Stan Lee created …" nannte, in welcher der Spider-Man-Erfinder Stan Lee Geschichten schrieb, wie er die DC-Charaktere geschaffen hätte. In dieser Serie ist Batman ein Schwarzer mit dem Namen Wayne Williams. Auch wird er erst nach einem Gefängnisaufenthalt zu Batman. Robin taucht zwar später ebenfalls auf, wird aber hier nicht Batmans Partner.
2002 setzte Frank Miller seine „Dark Knight“-Saga mit "The Dark Knight Strikes Again" (auch kurz „DK2“ genannt) fort, konnte damit aber weder erzähltechnisch noch inhaltlich neue Akzente setzen.
2003 trat der dunkle Ritter in einer der erfolgreichsten Batman-Geschichten aller Zeiten einem unbekannten Gegner namens Hush entgegen, dem es gelang, alle wichtigen Feinde Batmans für seine Zwecke zu instrumentalisieren.
2005 startete die Serie "All Star Batman". Erneut aus der Feder von Frank Miller und gezeichnet vom wohl renommiertesten Superheldencomiczeichner der Gegenwart, Lee. Darin wird die Geschichte um die Ermordung Robins Eltern neu erzählt und dessen erste Begegnung mit Batman und die folgende Aufnahme. Auffällig ist bei dieser Serie, dass Batman erneut als „riesiger Kotzbrocken“ und Antipath dargestellt wird.
Die Figur des Batman lieferte die Grundlage für zahlreiche Parodien:
Neben den als "Batman"-Filme vermarkteten Trickfilmen hatte Batman auch Auftritte in anderen Filmen:
Ferner existiert eine Vielzahl von nichtautorisierten Fan-Produktionen.
In Deutschland erschien 1989 anlässlich des Films "Batman" von Tim Burton eine kurze Hörspielreihe namens "Batman" im Label "OH ha". Die Reihe bestand aus insgesamt neun Episoden, welche jeweils eine Länge von ca. 30-40 Minuten hatten. Das Hörspiel bezieht sich auf den Spielfilm von Burton, welcher in der ersten Folge neu erzählt wird. So tauchen alle aus diesem Film wichtigen Charaktere wieder auf. Neben dem Joker (welcher den Sturz aus dem Film überlebt) und seinen Gehilfen gibt es keine anderen der bekannten Feinde Batmans. Das Hörspiel thematisiert die Freundschaft zwischen Batman und Jim Gordon wesentlich stärker, als es die Filme taten. Für die Aufnahmen wurden ausnahmslos neue Sprecher verwendet.
Weiterhin erschien zu dem Spielfilm "Batman Forever" ein zweiteiliges Hörspiel, basierend auf der Filmtonspur und ergänzt mit einem Erzähler.
Am 2. August 2013 gab das Label Highscore Music die Partnerschaft mit Warner Bros. bekannt. Bis 2014 wurden auf Basis der Geschichten "Gotham Knight" und "Inferno" insgesamt sieben neue Hörspiele veröffentlicht. Die Geschichte setzt vom Zeitpunkt her nach dem Film „Batman Begins“ ein, so dass u.a. die von Dr. Crane verursachten Probleme Batman weiterhin beschäftigen. Als dritte Staffel folgt 2014/15 die sechsteilige Umsetzung der Geschichte "No Man´s Land". Gesprochen wird Batman in dieser Serie von Sascha Rotermund.
Die Figur des Batman ist in der bildenden Kunst immer wieder verwendet worden. So hat der Künstler Mark Chamberlain Batman und Robin als homoerotisches Paar dargestellt. H. C. Artmann greift dieses Thema in seinem Gedicht "Batman und Robin, die liegen im Bett" ebenfalls auf. Eine andere Interpretation ist von Cherry Goldenberg geschaffen worden. Batman ist ebenfalls Motiv von Lithographien des Pop Art-Künstlers Mel Ramos