Malta

Die Republik Malta (malt. ) ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer. Der maltesische Archipel verteilt sich auf die drei bewohnten Inseln Malta (einschließlich der Kleinstinsel Manoel, etwa 246 Quadratkilometer), Gozo (malt. , etwa 67 Quadratkilometer) und Comino (, etwa drei Quadratkilometer) sowie auf die unbewohnten Kleinstinseln Cominotto (), Filfla, St. Paul’s Islands und Fungus Rock.
Die Hauptinsel Malta ist in zwei Regionen mit fünf Bezirken gegliedert. Gozo und Comino bilden zusammen die dritte Region und den sechsten Bezirk. Der Name Malta geht auf die punische Bezeichnung für einen Zufluchtsort "malet" zurück, die Griechen nannten die Inseln "Melite" (), bei den Römern hieß sie "Melita".
Mit gut 430.000 Einwohnern (2014) auf nur 316 km² Fläche gilt Malta als der Staat mit der fünfthöchsten Bevölkerungsdichte weltweit. Über zwei Drittel der Bevölkerung konzentriert sich auf die Hauptstadtregion um Valletta.
Malta wurde durch verschiedene Reiche geprägt und besetzt. Ab 1530 prägte der Malteserorden die Geschichte der Inselgruppe. Sie war ab 1814 britische Kolonie und wurde am 21. September 1964 unabhängig. Am 1. Mai 2004 wurde Malta Mitglied der Europäischen Union und ist seitdem deren kleinster Mitgliedstaat. Am 1. Januar 2008 wurde in Malta der Euro eingeführt.
Malta zählt mit einer Fläche von 316 Quadratkilometern zu den sogenannten Zwergstaaten, ist etwas kleiner als die Stadt Bremen und knapp doppelt so groß wie Liechtenstein. Der Archipel liegt 81 Kilometer südlich der Küste Siziliens, 350 Kilometer nördlich der libyschen Hafenstadt Al Khums, 150 Kilometer nordöstlich von Lampedusa und ungefähr 285 Kilometer südöstlich der tunesischen Halbinsel Cap Bon; es ist neben Zypern das einzige Land der Europäischen Union, das vollständig südlich des 37. Breitengrads liegt.
Die Hauptinsel Malta (mlt. ) ist 246 Quadratkilometer groß, gen Südosten ausgerichtet und erreicht eine Länge von 28 und eine maximale Breite von 13 Kilometern. Zwischen ihrem nordwestlichen Ende und der zweiten Hauptinsel Gozo (mlt. ) erstreckt sich der 4,4 Kilometer weite Gozokanal, in dem die 2,7 Quadratkilometer große Insel Comino () sowie das unbewohnte Felseneiland Cominotto (mlt. ) liegen. Gozo, 67 Quadratkilometer groß, misst in Ost-West-Richtung 14,3 Kilometer in der Länge und bis zu 7,25 Kilometer in der Breite. Die weiteren – sämtlich unbewohnten – Inseln des Staats sind das 4,4 Kilometer südlich Maltas gelegene Filfla (mlt. ) und die Saint Paul’s Islands (mlt. "") am nördlichen Ende der St. Paul’s Bay, die 83 Meter vor der Küste liegen und tatsächlich zusammenhängen, deren Verbindungsstück bei rauer See allerdings überspült werden kann. Im Westen Gozos, an der Schwarzen Lagune nahe dem Dwejra Point, ragt der 60 Meter hohe Fungus Rock (mlt. ) aus dem Meer, ein großer Kalksteinfelsen. Manoel Island (mlt. ) im Marsamxett Harbour zwischen Valletta und Sliema wird gemeinhin nicht mehr zu den Inseln gezählt, da sie über einen Damm und eine Straße mit dem Festland verbunden ist.
Das charakteristischste geographische Merkmal Maltas ist die Verschiedenheit seiner Küstenlinien, was sich besonders auf der Hauptinsel offenbart. Sind die Ost- und die Nordostseite von flachen Stränden und weiten Buchten wie der Marsaxlokk Bay, dem Marsamxett Harbour, dem Grand Harbour, der Mellieħa Bay und der St. Paul’s Bay geprägt, finden sich im Südwesten und Norden sehr scharf gezeichnete Küstenabschnitte mit Felsformationen und grottenähnlichen Einschnitten. Auf dieser Seite erhebt sich Malta sehr schroff aus dem Meer und bildet langgezogene Steilküsten, die an den Dingli Cliffs im Ta’ Dmejrek kulminieren, der mit 253 Metern höchsten Erhebung des Landes. Weitere Karsthöhenzüge finden sich im Nordwesten mit der Mellieħa Ridge, der Bajda Ridge und der bekannten, bis zu 122 Meter hohen Marfa Ridge. Die höchsten Erhebungen Gozos messen 127 Meter.
Auf Grund der extremen Wasserarmut (siehe Abschnitt Wasserversorgung) existieren auf Malta, Gozo und Comino keine permanenten Flüsse. Nach starken Niederschlägen im Winter können sich allerdings einige ausgetrocknete Bachbetten zeitweise mit Regenwasser füllen. Diese zumeist kleinen Rinnsale finden sich in engen Felsentälern, "Wieds", wo sie nicht so schnell wieder verdunsten. Der längste dieser zeitweiligen Bachläufe ist jener durch das "", der an der Nordküste Gozos in eine fjordähnliche Meeresbucht abfließt. Der einzige größere See des Archipels ist künstlich angelegt und befindet sich innerhalb des Ghadira Nature Reserve auf der Landenge vor der Marfa Ridge knapp zwei Kilometer nordwestlich von Mellieħa. Er misst 350 m mal 220 m und besitzt zahlreiche Binneninseln.
Die geologische Geschichte Maltas beginnt am Ende des Tertiärs, als zwischen Südsizilien und Nordafrika eine Landbrücke bestand, die das frühe Mittelmeer in zwei Becken teilte. Nachdem der steigende Meeresspiegel diese überflutet hatte, lagerten sich am Ort des heutigen Archipels im Paläozän vor rund 60 Millionen Jahren Sedimente aus Korallen- und Muschelkalk ab. Im Lauf der Erdzeitalter folgten Ablagerungen von Globigerinenkalk und blauem Ton und im Oligozän Sandstein und eine weitere koralline Schicht. Im Pliozän schließlich erhoben sich die Inseln langsam aus dem Meer. Während der Würmeiszeit bildete sich im Zuge des sinkenden Wasserspiegels erneut die Landbrücke heraus, wurde aber mit dem Ende der Eiszeit vor gut 13.000 Jahren endgültig unterbrochen. Die maltesischen Inseln liegen auf der Afrikanischen Kontinentalplatte und gehören somit geologisch zu Afrika.
Nach dem Auftauchen der Inseln neigte sich die Oberfläche der Hauptinsel auf Grund des noch instabilen Sockels im Lauf mehrerer Jahrhunderte gen Nordosten, so dass die südwestliche Küste angehoben wurde und sich die Steilkanten mit den Dingli Cliffs herausbildeten. Malta ist heutzutage von mehreren tektonischen Verwerfungen durchzogen, die im internationalen Vergleich zwar klein erscheinen, das geologische Relief der Inseln jedoch prägen. Zwei Grabensysteme sind dominierend: Die ältere Great Fault (Große Verwerfung), die sich in vielen einzelnen Abschnitten über fünf Kilometer von der südwestlichen Küste gen Nordosten erstreckt sowie die jüngere Maghlaq Fault. Diese verläuft von Nordwesten nach Südosten und ist unter anderem für die Herausbildung des Plateaus auf der Malta vorgelagerten kleinen Insel Filfla verantwortlich.
Sedimente, die sich auf den maltesischen Inseln finden lassen, sind der blaue Ton, der Globigerinenkalk (unterteilbar in oberen, mittleren und unteren) sowie der obere Grünsand, eine Abteilung der Kreideformation. Oberer Grünsand ist sehr tonig und sandig, reich an Chlorit und seine oberen Schichten sind kreideähnlich und können in chloristische Kreide übergehen. Findet sich auf Gozo eine Mischung aus diesen unterschiedlichen Bodenbestandteilen, ist die Grenze auf Malta klarer gezogen. Der Nordwesten wird von korallinem Kalkstein und Grünsand, der überwiegende andere Inselteil jedoch von Globigerinenkalk dominiert. Dieser stellt auch Maltas einzige natürliche Ressource dar und wird von der Bevölkerung intensiv abgebaut und genutzt.
Auf Malta herrscht subtropisches, trockenes Mittelmeerklima. Dieses ausgeglichene Seeklima ist von milden, feuchten Wintern und trockenen, warmen, aber nicht übermäßig heißen, Sommern geprägt. Die jährliche Niederschlagssumme beträgt auf den Inseln gut 620 Millimeter, wobei der geringste Niederschlag mit gegen Null tendierenden Werten im Sommer – speziell im Juni und Juli – und der meiste im Winter zu verzeichnen ist. Der Regen zieht zumeist kurz und heftig über das Land, wohingegen Dauerregen unüblich ist. Die Luftfeuchtigkeit auf Malta liegt im Sommer bei durchschnittlich 74 Prozent und in den Wintermonaten bei etwa 70 Prozent.
Wie für Insellagen typisch, sind die täglichen Temperaturunterschiede mit fünf bis zehn Grad Celsius zumeist sehr gering. Die höchsten Temperaturen werden in den Sommermonaten Juli und August erreicht, in denen die Durchschnittswerte auf bis zu 31,8 Grad ansteigen. Die tiefste monatliche Durchschnittstemperatur hat der Januar mit 9,5 Grad Celsius. Besonders in den Wochen ansteigender Temperaturkurven im März und April können kräftige, kalte Winde die gefühlte Temperatur negativ beeinflussen. Die Wassertemperaturen im Mittelmeer um die Inseln variieren dem Klima entsprechend. Im August betragen sie in der Regel 22,8 Grad Celsius und sinken erst ab Dezember unter 20 Grad Celsius ab. Unterhalb dieser Marke halten sie sich für gewöhnlich bis Mai, wobei Tiefstwerte von 15 Grad Celsius erreicht werden können.
Die staatliche Wetter- und Klimamessstation ist das "Meteorological Office Malta International Airport" am internationalen Flughafen des Landes nahe der Ortschaft Luqa im Südosten der Hauptinsel. Die tiefste jemals auf dem maltesischen Archipel registrierte und offiziell bestätigte Temperatur betrug am 19. Februar 1895 in Valletta 1,2 Grad Celsius. Unbestätigt ist der Wert von −1,7 Grad Celsius am 1. Februar 1962 auf dem Flugplatz von Ta’Qali. Im August 1999 wurde am Flughafen mit 43,8 Grad Celsius die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen. Entsprechend den klimatischen Bedingungen ist Schnee ein äußerst seltenes Phänomen auf Malta. Nachweislich seit 1800 hat es auf den Inseln keine Schneedecke mehr gegeben; allerdings verzeichnete man im Februar 1895, im Januar 1905 sowie am 31. Januar 1962 leichte Schneeschauer.
Alle maltesischen Inseln sind felsig. Die Hauptinsel ist ein bis zu 260 Meter ansteigender Höhenzug aus Kalkfels. Der Süden und der Südwesten fallen steil zum Meer hin ab. Die Küste von Malta ist dort ungegliedert und unzugänglich. Zwischen den zerrissenen Felsen gibt es malerische kleine Buchten. Im Norden und Nordosten von Malta gibt es Hügel und flachere Landstriche. Die Küste senkt sich dort allmählich zum Meer und ist von Buchten eingeschnitten, die von schönen Sandstränden umschlossen werden. Berge und Flüsse gibt es auf Malta nicht. Bemerkenswert sind die zahlreichen Höhlen. Infolge der Wasserknappheit ist die Vegetation in Malta sehr spärlich. Bäume sind selten. Feigenbäume wachsen zum Teil wild am Straßenrand und auf den steinigen Feldern. Das maltesische Klima ist heiß im Sommer und mild im Winter; etwa vergleichbar mit dem Klima in Tunesien im Golf von Hammamet. Im Winter sind Schnee und Nebel nicht bekannt, es kann aber zu heftigen Regenfällen und kalten Winden kommen. Sommerliche Temperaturen herrschen von Mai bis Oktober. Die Regenfälle beginnen gewöhnlich im Oktober.
Mit rund 800 einheimischen Pflanzenarten weisen die maltesischen Inseln für ein Areal dieser Größe eine bemerkenswert große Pflanzenvielfalt auf. Dies ist umso bemerkenswerter, als Malta keine signifikanten Höhenunterschiede aufweist, wenig Vielfalt bezüglich der Standorte kennt und durch menschliche Einflüsse über Jahrtausende hinweg bereits stark umgeformt wurde. Das Artenspektrum ist typisch mediterran, eng verwandt ist die Flora Maltas mit der Siziliens, weist aber zusätzlich starke nordafrikanische Einflüsse auf.
Bereits zu neolithischer Zeit begann die Entwaldung der Inseln durch den Menschen, heute sind die Inseln waldlos, bis auf das von Menschen angelegte, 900 Meter lange und bis zu 200 Meter breite Waldgebiet der Buskett Gardens, die 1,1 Kilometer östlich von Dingli und ebensoweit südlich von Rabat liegen. Vorherrschende Vegetationstypen sind Macchie, Garrigue und Steppe, bedeutende Sonderstandorte sind insbesondere jene der Flach- und Steilküsten, aber auch der wenigen Süßgewässer. Weitverbreitet sind Formationen gestörter Standorte.
Häufige Pflanzenarten sind unter anderem Johannisbrotbaum, Olivenbaum, Kopfiger Thymian, Mastixstrauch, Vielblütige Heide, "Teucrium fruticans" sowie "Euphorbia melitensis". Des Weiteren wachsen diverse Wolfsmilch- und Lauchgewächse sowie Strandflieder-Arten und knapp 15 Orchideenarten. Weit verbreitet ist Nickender Sauerklee (Oxalis pes-caprae). Endemische Arten sind "Cremnophyton lanfrancoi", "Darniella melitensis", "Euphorbia melitensis", "Limonium melitense", "Limonium zeraphae", "Cheirolophus crassifolius", "Jasonia bocconei", "Helichrysum melitense", "Hyoseris frutescens", "Zannichellia melitensis", "Allium lojaconoi", "Allium melitense" und "Ophrys melitensis".
Erst seit dem Ende des 20. Jahrhunderts rücken Naturschutzfragen allmählich ins Bewusstsein der maltesischen Öffentlichkeit, insbesondere durch den Beitritt zur Europäischen Union 2004 wurden im Rahmen des Natura 2000-Programms erste Schutzgebiete ausgewiesen. Dessen ungeachtet gelten einige der maltesischen Pflanzen als stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht, die IUCN listet 3 nur in Malta vorkommende Pflanzen unter ihre "„Top 50 Mediterranean Island Plants“", die am Rande des Aussterbens stehen, darunter neben "Cremnophyton lanfrancoi" und "Helichrysum melitense" auch die 1971 als Nationalpflanze des Inselstaates ausgerufene "Cheirolophus crassifolius". Auch der maltesische Nationalbaum, der Sandarakbaum, ist vom Aussterben bedroht. Der auch historisch bedeutsame Malteserschwamm hingegen, der nur auf dem Fungus Rock vorkommt, ist dort geschützt, da das Betreten des Fungus Rock nur zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt ist. Als sogenannte invasive Arten problematisch sind der aus Südafrika stammende und im 19. Jahrhundert eingeführte Nickende Sauerklee, der von Malta aus die Küsten des gesamten Mittelmeers und des Atlantiks bis nach Großbritannien erobert hat. Bisher nur in Malta problematisch ist die chilenische "Aster squamatus", die seit den 1930er Jahren zu einem der häufigsten Unkräuter der Insel wurde. Von Bedeutung als invasive Neophyten sind außerdem der als Zierpflanze eingeführte Wunderbaum, der in den wenigen Feuchtgebieten der Inseln heimische Arten verdrängt, an den empfindlichen Küsten breiten sich die Essbare Mittagsblume, die "Agave americana" und die "Opuntia ficus-indica" aus.
Die Għar Dalam (mt.: Höhle der Finsternis) ist eine Karsthöhle im Südosten der Insel Malta, nahe der Stadt Birżebbuġa und nur etwa 500 m von der St George's Bay entfernt. Sie hat eine maximale Breite von 18 m, ist bis zu 8 m hoch und führt etwa 145 m weit in die Kalksteinfelsen. Die unterste Schicht, die fossilfrei ist, hat ein angenommenes Alter von rund 180.000 Jahren, während die darauf liegende "Hippopotamus-Schicht" der letzten Warmzeit angehört (Eem-Warmzeit, vor 126.000 bis 115.000 Jahren). Sie stellt eine kompakte Knochenbrekzie dar. In der Schicht fanden die Forscher zahlreiche Knochen der pleistozänen Tierwelt, so das namengebende Flusspferd, welches mit "Hippopotamus pentlandi" (etwas kleiner als das heutige Flusspferd) und "Hippopotamus melitensis" (sehr kleines Zwergflusspferd) in zwei Größenvariationen auftritt. Von Bedeutung sind auch die Zwergelefanten, die ebenfalls in zwei unterschiedlich großen Arten vorliegen. So erreichte "Elephas mnaidriensis" eine Schulterhöhe von 1,9 bis 2 m und wog rund 2,5 t. Dagegen war sein Verwandter "Elephas falconeri" nur 0,9 bis 1,1 m hoch bei einem rekonstruierten Gewicht von 170 kg. Neben diesen wurden auch noch Reste verschiedener anderer Tierarten wie Bilche ("Leithie cartei"), verschiedene Fledermäuse und eine reichhaltige Vogelfauna gefunden.
Insgesamt betrachtet gilt Maltas Fauna als relativ artenarm. Zu den auf den Inseln lebenden Tieren gehören Mäuse, Ratten, die Langflügelfledermaus, Kaninchen, Igel, Wiesel, Eidechsen, Mauergeckos, Chamäleons sowie mehrere Populationen ungiftiger Schlangen, wie die Leopardnatter.
Auf den Inseln sind mehrere Vogelfamilien heimisch, wie Lerchen, Finken, Schwalben und Drosseln. Auch die Turteltaube, der Pirol sowie einige Greifvogelarten gehören zur Fauna Maltas. Die häufig anzutreffende Blaumerle ist zudem der Nationalvogel des Inselstaates. Im Frühjahr 2008 meldete die Regierung im Zuge von Natura 2000 27 Schutzgebiete für die Tier- und Pflanzenwelt an. Zu diesen Gebieten zählen auch die Kalksteinklippen Rdumijiet ta’ Malta, die als Nistplätze vieler Seevögel, wie des Levante-Sturmtaucher ("Puffinus yelkouan"), bekannt sind. Darüber hinaus existiert im Norden der Hauptinsel das Vogelschutzgebiet "Gћadira Bird Reserve". Ferner ist Malta im Frühjahr und im Herbst eine der wenigen Stationen für Zugvögel auf deren Weg von Europa nach Afrika oder in die entgegengesetzte Richtung.
Die Vogeljagd gilt auf Malta als traditioneller Volkssport. Mit rund 18.000 offiziellen Jagdlizenzen hat Malta die höchste Jägerdichte in Europa. Eines der größten Jagdreviere ist die Marfa Ridge. Bis zum EU-Beitritt 2004 erlaubten die maltesischen Bestimmungen selbst die Jagd auf geschützte Arten wie Bekassine, Zwergschnepfe, Kampfläufer und Greifvögel. Die Schätzungen für die Gesamtzahl getöteter Vögel schwanken zwischen 200.000 und 1.000.000 jährlich. Die Tiere werden zumeist ausgestopft und als Trophäe verkauft oder – falls lebendig gefangen – auch illegal als Käfigvögel verkauft.
Seit dem EU-Beitritt im Jahre 2004 gelten für Malta europäische Bestimmungen wie die Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Die maltesische Regierung konnte jedoch einen Übergangskompromiss aushandeln. So wurde die Frühjahrsjagd auf Turteltauben und Wachteln beschränkt und der Fang von sieben Finkenarten noch bis 2008 erlaubt, um ein Zuchtsystem aufbauen zu können. Zur Überwachung der Umsetzung dieses Kompromisses gründete man die 23 Mann starke "Law Enforcement Police", die jedoch gleichzeitig auch für die Kontrolle von Prostitution und Glücksspiel verantwortlich ist. Am 31. Januar 2008 leitete die Europäische Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof ein Klageverfahren gegen Malta ein, in dessen Mittelpunkt die Beendigung der besonders schädlichen Frühjahrsjagd auf Wachteln und Turteltauben steht. Seit 2004 fordern der NABU und Birdlife Malta ein Ende der Zugvogeljagd auf der Mittelmeerinsel. Die Vogelschützer protokollierten im Herbst 2007 nicht nur den Vogelzug, sondern auch die umfangreiche Jagd im Süden der Insel. Insgesamt wurden 209 Verstöße dokumentiert und der örtlichen Polizei gemeldet. In den meisten Fällen handelte es sich um illegale Abschüsse von Greifvögeln. Unter diesen stand der in Mitteleuropa besonders seltene Wespenbussard an erster Stelle. Ungeachtet aller Proteste hat die Regierung auch 2012 wieder eine Ausnahmeregelung erlassen, um den Abschuss Tausender europaweit gefährdeter Zugvögel zu gestatten.
Nachdem 2014 zuerst Fortschritte hinsichtlich der Vogeljagd gemacht wurden, erlaubte die maltesische Regierung im Herbst 2014 erneut die Bejagung von sieben Finkenarten, Goldregenpfeifern und Singdrosseln mit riesigen Klappnetzen. Das Komitee gegen den Vogelmord berichtete hierüber umfangreich und dokumentiert dieses Vergehen gegen geltendes EU-Recht genau.
Der Naturschutz findet in Malta erst seit 1990 Anklang. In diesem Jahr betrug die geschützte Fläche anhand der Gesamtfläche des Landes ca. 0,1 Prozent.In den folgenden Jahren stieg dieser Wert deutlich an, sodass im Jahr 2013 bereits 13 Prozent der Landesflächen geschützt wurden. Im Bereich der aquatischen Areale des Landes wurde 2014 eine Fläche von 193 km geschützt. In diesen Flächen werden die ursprünglichen mediterranen Landschaften geschützt. Zu den populärsten Naturschutzgebieten Maltas gehören die Insel Filfa und die Feuchtgebiete Ghadira und Simar. Die Anteile an künstlichen Arealen sind in Malta jedoch als hoch einzuschätzen. Ungefähr ein Drittel des Landes kann in dieser Kategorie eingeordnet werden.
Malta unternimmt seit dem Beitritt zur EU große Anstrengungen zur Verbesserung des Umweltschutzes, das Gesamtbild ist jedoch widersprüchlich. Der Anteil aller umweltbezogenen Steuereinnahmen am BIP lag 2008 bei 3,74 % und überstieg dabei den europäischen Durchschnitt, Angaben über Umweltschutzausgaben des öffentlichen Sektors oder Umweltschutzinvestitionen der Industrie sind jedoch nicht verfügbar. Der Anteil landwirtschaftlich genutzter Flächen unter Agrarumweltbeihilfen an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche betrug im Jahr 2005 21 %, im Vorjahr lag der Wert noch bei rund 6,9 Prozent. Die Emissionen von Treibhausgasen steigt jedoch seit Jahren kontinuierlich an und lagen 2007 bei 149,2 CO-Äquivalenten (für Malta und Zypern wurden keine Zielwerte vorgegeben). Andererseits liegt die Belastung der städtischen Bevölkerung durch Luftverschmutzung mit Schwebstaub bei 23,9 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser Wert liegt unter dem europäischen Durchschnitt und beispielsweise unter dem der Niederlande. Die Belastung der städtischen Bevölkerung durch Luftverschmutzung mit Ozon wiederum liegt jedoch weit über dem europäischen Durchschnitt und erreicht nach Griechenland den zweithöchsten Wert in Europa.
Die Natur wird primär durch das Bevölkerungswachstum, den suburbanen Flächenwachstum und den aufkommenden Tourismus bedroht. Diese Faktoren führen zum Einen zu einer Verkleinerung der Habitate, aber zum Anderen auch zu einer Fragmentierung der Landschaft. Durch die steigenden Bevölkerungszahlen wächst das Aufkommen von Müll. Auf Malta existiert keine Müllverbrennungsanlage, daher muss der Abfall vollständig deponiert werden. Mit jährlichen 648 kg Abfall pro Kopf erreicht Malta nach Zypern einen einsamen negativen Spitzenwert in der Europäischen Union. Wegen der geringen Größe der Insel und der hohen Bevölkerungsdichte ist dies besonders problematisch. Das große Aufkommen von Müll resultiert aus der Insellage Maltas. Es gibt kaum Ressourcen innerhalb der Landesfläche, sodass viele Produkte importiert werden müssen. Dadurch steigt der Verpackungsmüll. Durch das gering vorhandene bzw. fehlende Umweltbewusstsein der Einheimischen landet dieser zum Teil in der Landschaft.
13 % der Gesamtfläche Maltas sind unter Schutz gestellt (Schutzgebiete nach der Habitat-Richtlinie, Stand 2013). Problematisch ist jedoch die auf Malta weit verbreitete Vogeljagd.
Im Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel spielt der Naturschutz in Malta eine große Rolle. 2012 veröffentlichte das Ministerium für Ressourcen und Angelegenheiten des ländlichen Raumes eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel („National Climate Change – Adaptation Strategy“). In dieser wird durch die Regierung mitgeteilt, dass der Schutz der Natur, insbesondere der Biodiversität, einen Schwerpunkt bildet. Im Zuge dessen soll diese und ökologisch abhängige Ökosysteme geschützt werden. Zudem wird eine Restauration von bestehenden Habitaten angestrebt, die anschließend als Naturschutzgebiete ausgezeichnet werden sollen. Das Ziel dabei ist gegen die Gefährdung von Arten vorzugehen und die Existenz von Populationen anzustreben, die eine zukunftsorientierte Größe aufweisen. Dabei wurde allerdings kein Zeitfenster für die Umsetzung genannt. Notwendige Maßnahmen sollen gegebenenfalls umgesetzt werden, wenn sie anwendbar sind. EcoGozo initiiert unterschiedliche Projekte, um diese Ziele zu erreichen. Es wird beispielsweise versucht nachhaltige Energien zu verwenden. Bereits 68 Prozent des für das Ministerium benötigten Stroms wird aus Solarenergie bezogen. Zudem wird die Verwendung von Elektroautos unterstützt, indem auf der Insel Gozo bereits 15 Ladestationen errichtet wurden.
Laut einer im März 2011 veröffentlichten Statistik der Vereinten Nationen macht das Verhältnis zwischen erneuerbarem Trinkwasser und der Anzahl an Einwohnern, nämlich 191m³ pro Kopf im Jahr, Malta zum wasserärmsten Land der Erde. Von der ohnehin schon niedrigen Rate einfallenden Niederschlags – gerade einmal 580mm/m³ jährlich, was mit Niederschlagsraten von in Wüsten liegenden Nationen wie Katar vergleichbar ist – bleibt nur etwa die Hälfte auf der Oberfläche oder im Grundwasser zurück. Denn diese Regenfälle treten, wie es für semi-aride Gebiete typisch ist, nur selten und kurz, dafür aber intensiv in den Wintermonaten von Oktober bis Februar auf. Im Sommer verdunstet damit der Niederschlag zu einem großen Teil. Außerdem verfügt Malta nur über wenig oberirdische Süßwasserquellen, die der Niederschlag speisen könnte, und der aus Korallen gebildete Kalkstein-Boden hat eine vergleichsweise geringe Infiltrabilität – insbesondere, da er durch die hohen Temperaturen sehr trocken ist und damit ohnehin schlecht Wasser aufnehmen kann.
Der Süßwassermangel lässt sich auf Inseln wie Malta auch damit begründen, dass in die Grundwasservorräte Salzwasser eingespült wird und damit die Trinkwasserqualität extrem herabgesetzt wird. Zudem wurden die Vorräte übermäßig anthropogen genutzt, was Absenkungen und Veränderungen der Aquifere induzierte. Durch die Bewässerung von Agrarflächen, welche über unterirdische Wasserentnahmen erfolgt, versalzte das Sickerwasser beispielsweise und der Grundwasserspiegel senkte sich.
Die Agrarwirtschaft hat den zweithöchsten Anteil am Wasserverbrauch in Malta. Den höchsten Verbrauch verzeichnen allerdings die maltesischen Haushalte aufgrund des hohen Lebensstandards der Bevölkerung und ihrer Dichte. Die Wasserversorgung als zentrale infrastrukturelle Aufgabe übernehmen sowohl der öffentliche als auch der private Sektor. Es gibt aber nur ein Unternehmen, welches Trinkwasser produziert. Zur Gewinnung von jenem werden verschiedene Methoden genutzt:
Es ist möglich, auf natürliche Verfahren zurückzugreifen. In dem Kalkstein-Aquifer z. B. bilden sich Wasserreservoirs aus, in denen in kleinen Mengen salzfreies Wasser aufgrund seiner geringeren Dichte auf dem Salzwasser schwimmt und entnommen werden kann. In Ta Kandja in der Nähe von Siġġiew befindet sich die 1963 fertig gestellte Water Services Corporation’s Groundwater Pumping Station, die gesammeltes Frischwasser aus etwa 6,2 Kilometer langen Stollen entnimmt. Unter Maltas Dörfern verläuft ein gut 42 Kilometer langes System dieser Stollen. Die zweite Bezugsquelle, das Abpumpen von Grundwasser über Tiefbrunnen, wird heute bis auf die Nutzung in der Landwirtschaft versucht, zu vermeiden. Das Verfahren der „umgedrehten Osmose“, also der künstlichen Entsalzung des Meerwassers, ist eine intensiv genutzte Methode. Besonders auf Gozo ist das Leitungswasser daher merklich salzig. Das Verfahren verbraucht eine große Menge an Energie, welche aus der Verbrennung fossiler Ressourcen gewonnen wird und damit umweltschädlich und kostenintensiv ist. Derzeit werden Verfahren zur Gewinnung von Trink- aus dem Regenwasser geprüft, welches momentan noch ungenutzt ins Meer abfließt. Durch die Infiltration von Salzwasser in die Abwasseranlagen der Insel gibt es dennoch weiterhin Probleme in der Wasserqualität, was ein Grund für den Import von etwa 85 Prozent des Trinkwassers, u. a. aus Sizilien, ist.
Die Bereitstellung sauberen Trinkwassers und der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser bleibt eine Schlüsselaufgabe für die maltesische Regierung – und zwar nicht nur im Sinne des Umweltschutzes, sondern auch aus ökonomischer Sicht. Wirtschaftsförderer geben als große Herausforderung für die Ökonomie des Staates den Mangel an Ressourcen wie Wasser an. Mit der Etablierung eines effektiven Wasserverteilungssystems und der permanenten Kontrolle möglicher Leckagen an der Kanalisation wird versucht, dem Problem entgegenzutreten. Außerdem wurde 2011 der Water Catchment Management Plan veröffentlicht auf Grundlage der Ideen des EU Water Framework Directive – einer Organisation der EU für die Bereitstellung und den nachhaltigen Umgang von genügend und qualitativ hochwertigem Wasser.
Küstenerosion ist ein natürliches Phänomen, das weltweit eine Rolle spielt. Bislang gibt es allerdings noch keine publizierte Studie, die die Rate und die Risiken von Küstenerosion auf Malta thematisiert.
Auf Malta spielen die Effekte der Verwerfung und unterschiedliche Erosionstypen eine Rolle. Erosion formt, gestaltet und entwickelt dabei die Küstenlinien der Inseln. Im Nordosten der Insel gibt es eine leicht geneigte Felsenküste, während im Südosten und im Westen eine steile, Kliff dominierte Küstenlinie vorherrscht.
Auf den Inseln lassen sich unterschiedliche durch Erosion entstandene Formationen finden. Beim unteren Korallenkalkstein spülen Wellen Einschnitte oder Ebenen an den Fuß des Kliffs, was meist unterhalb des Meeresspiegels geschieht. An der Globigerina-Kalk-Küste entstehen glatte und leicht geneigte Ebenen, während dort Buchten entstehen, wo Ton und Mergel schnell erodiert wurden, wie z. B. Xrobb I-Ghagin oder Peter’s Pool. Schutthalden an Land und im Wasser entstehen da, wo die Erosion des Blautons den oberen Korallenkalkstein untergräbt und so die typische Küstenlinie formt. Beispiele hierfür sind Ghajn Tuffieha, Qammieh und San Blas. Außerdem gibt es auf Malta Karstlandformationen.
Zudem kann das Regenwasser nach Starkregenereignissen durch den Kalkstein fließen und sättigt dabei den Ton. Dadurch kann der Ton plastisch werden und Murenabgänge hervorrufen.
Die Küstenerosion auf Malta beschleunigt sich durch eine Verknüpfung aus natürlichen Prozessen und anthropogenen Einflüssen. Ein Grund hierfür kann eine Destabilisierung des Untergrundes bei Infrastrukturbaumaßnahmen sein, was sich an der Küstenstraße entlang von Bahar ic-Caghaq zeigt. Ein anderer Grund, der die Küstenerosion beschleunigt, ist der Bau von Hotelgebäuden an der Küste, wie z. B. Ghajn Tuffieha und Golden Bay zeigen. Auf Malta ist dabei ein Großteil der wirtschaftlichen Aktivität und der Infrastruktur küstennah gelegen, was exakte Planung benötigt, da die Ausweichmöglichkeiten für Alternativbebauungen auf einer Insel dieser Größe gering sind.
Zum Schutz der Küste wendet die Regierung Maltas dabei momentan die „Do Nothing“ Strategie nach der Einteilung Doodys (2004) zum Management von Küstenerosion an. Dies bedeutet, dass von der Regierung keine Maßnahmen zum Küstenschutz eingeleitet werden und es kein explizites Küstenlinienmanagement gibt, obwohl 11 der 14 Ministerien direkt in die Regulation des Küstengebietes eingebunden sind.
In der Praxis bestehen zwar einige zwischenbehördliche Netzwerke, allerdings gibt es auf Malta keine Tradition zum ganzheitlichen oder integriertem Management dieses Gebiets, sodass eine Struktur fehlt und das Vorgehen unkoordiniert ist.
Das einzige offizielle Dokument mit einem Bezug zum Küstenlinienmanagement ist der „Structure Plan“, der aber nur die Entwicklung an der Küste regulieren soll.
Deshalb gibt es beispielsweise Kooperationen mit den Naturschutzorganisationen „Nature Trust Malta“ und „The Gaia Foundation“. Diese hat mit einem zuständigen Ministerium einen Vertrag zur Verwaltung einiger Küstengebiete geschlossen. Diese Gebiete gehören dem europaweiten Natura 2000 Netzwerk an und werden von der Naturschutzorganisation betreut.
Dennoch sind die aktuellen politischen Maßnahmen nicht ausreichend, um Maltas Küstengebiete zu schützen. Um diese für die Zukunft zu erhalten, ist ein politisches Umdenken erforderlich.
Die letzte Volkszählung in Malta fand im Jahr 2013 statt. Dieser Zensus wurde im August 2015 veröffentlicht und stellt die Grundlage für diesen Artikel dar.
Die gesamte Bevölkerungsstruktur setzt sich aus Geburten- und Sterberate sowie der Ab- und Zuwanderung zusammen.
Im Dezember 2013 betrug die Bevölkerungszahl Maltas 425.384 Einwohner. Dies entspricht einem Bevölkerungswachstum von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr und dem konstant niedrigen Bevölkerungswachstum Maltas seit 1985, welches auch für die nächsten 50 Jahre prognostiziert wird. Aufgrund einer kleinen Gesamtfläche von 316 km² ergibt sich eine, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, hohe Bevölkerungsdichte von 1.346 Einwohner pro Quadratkilometer. Malta hat somit die fünfthöchste Bevölkerungsdichte unter den Staaten der Welt. 92 Prozent der Menschen leben in Städten.
Die Bevölkerungspyramide Maltas zeigt die typische Bevölkerungsstruktur eines entwickelten Landes. Der Anteil der älteren Menschen, besonders im Alter von 25-40 Jahren und im Alter von 50-70 Jahren, ist höher als derjenige der unter 25-Jährigen. Etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung ist 60 Jahre oder älter und nur 17,8 % der Einwohner Maltas sind Minderjährige unter 18 Jahren. Kinder gibt es aufgrund des demographischen Wandels und neuer Lebensweisen ohne Kinder oder in Kleinfamilien nur wenige.
Die durchschnittliche Lebenserwartung von Neugeborenen auf Malta liegt bei 81,9 Jahren. Bei den Jungen wird erwartet, dass sie 79,6 Jahre alt werden, bei den Mädchen hingegen, dass sie ein Alter von 84 Jahren erreichen. Der Anteil der weiblichen und der männlichen Bevölkerung ist quasi gleich, wobei Frauen mit 50,06 Prozent in geringer Überzahl sind. Bei den über 70-Jährigen zeigt sich hingegen ein deutlicher Frauenüberschuss.
5,9 Prozent der auf Malta lebenden Menschen haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. Davon stammen 3,2 Prozent aus anderen Ländern der Europäischen Union. Dies sind vor allem Staatsangehörige von Großbritannien, Italien, Bulgarien und Deutschland. Von außerhalb der EU leben hauptsächlich Menschen mit einer somalischen Staatsangehörigkeit auf Malta.
Im Jahr 2013 wurden 4.127 Babys in Malta geboren, wovon 97,7 Prozent maltesischer Abstammung sind. Ungefähr 16 Prozent der Kinder wachsen ohne Vater und 1.028 außerehelich auf. Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt beträgt 29,6 Jahre. Die Fertilitätsrate Maltas liegt bei 1,37 und somit, wie auch in Deutschland, unter der Nettoreproduktionsziffer.. Malta wird deshalb nach Schätzung von Demografen langfristig gesehen eine schrumpfende Nation. Dies lässt sich ebenfalls an der von einer Glockenform zur Urnenform tendierenden Bevölkerungspyramide erkennen. Eine Glockenform zeichnet eine stagnierende, gleichbleibende Bevölkerung aus. Bei einer Urnenform schrumpft die Bevölkerung dadurch, dass es immer weniger Kinder gibt.
Im Jahr 2013 sind 3.236 Menschen in Malta gestorben. Davon waren 65 Prozent älter als 75 Jahre und 30,4 Prozent zum Zeitpunkt ihres Todes zwischen 20 und 34 Jahren alt. Damit ist der Anteil der Verstorbenen über 75 Jahren gestiegen und der Anteil der zweiten Altersgruppe gesunken. 40 Prozent aller Todefaälle gehen auf Kreislauferkrankungen und 26,9 Prozent Tumorerkrankungen zurück. Im Jahr 2013 kam es zu 19 Totgeburten, was einer Verringerung von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Kindersterblichkeit stieg allerdings von 22 Kindern (2012) auf 27 (2013) an, was einer Kindersterblichkeitsrate von 6,7 entspricht.
2.578 Eheschließungen fanden 2013 in Malta statt. Davon sind 53,5 % kirchlich. Die Anzahl der Eheschließungen ist um 8,7 % gesunken, liegt aber im Durchschnitt der Eheschließungen pro Jahr in den letzten 15 Jahren. Ehescheidungen waren in Malta gesetzlich nicht möglich, bis die Malteser am 29. Mai 2011 in einer Volksabstimmung für ein Scheidungsrecht stimmten, das dann mit einem Gesetz mit Wirkung zum 1. Oktober 2011 eingeführt wurde. Im Jahr 2013 ließen sich 399 Paare scheiden.
Die große Mehrheit der maltesischen Bevölkerung (88,6 Prozent) ist römisch-katholisch. Daneben gibt es nur einige wenige Protestanten (darunter Baptisten), Orthodoxe, Juden und Muslime. Das historische Valletta hatte einen kleinen jüdischen Wohnbezirk. Die islamische Gemeinschaft besteht im Wesentlichen aus auf Malta lebenden Libyern. Die katholische Kirche hat einen starken Einfluss auf die maltesische Politik, so ist Schwangerschaftsabbruch strafbar und „oben ohne“ baden verboten. Es soll 365 katholische Kirchen in Malta geben (wohl eine symbolische Zahl); aufgrund dieser Tatsache sagen Malteser oft, sie hätten eine Kirche für jeden Tag im Jahr. Die Katholiken Maltas gehören zu den Bistümern Malta und Gozo.
Die Geschichte des Christentums in Malta begann nach der Darstellung der Republik Malta mit dem Apostel Paulus. Sein Schiffbruch kann jedoch nicht als Beleg genommen werden, da die Deutung des griechischen Namens "Melite" als "Malta" erst vor einem Jahrhundert aufkam und vor allem die geografischen und topografischen Angaben nicht auf Malta passen. Seither hat sich die Bindung an das Christentum gefestigt, und die Inseln sind (auch als Zwischenstation auf der Reise nach Palästina) Ziel vieler Pilgerfahrten gewesen.
Der Katholizismus ist in der Verfassung des maltesischen Volkes als Staatsreligion verankert und wird auch von sehr großen Teilen der Bevölkerung gelebt. Ein äußeres Zeichen dafür sind neben Hausaltären Bilder von Heiligen, Bischöfen und Pfarrern, die in Gebäudefronten gemeißelt und farbenfroh verziert sind.
Auch religiöse Flüchtlinge aus anderen Ländern fanden in Malta ein neues Zuhause.
Trotz der 150 Jahre währenden Zugehörigkeit zum britischen Weltreich, das auch das Englische auf Malta einführte, haben die Malteser ihre eigene Sprache bewahrt. Maltesisch ist neben Englisch Staatssprache Maltas, außerdem ist es qua Gesetz alleinige Nationalsprache des maltesischen Volkes und darüber hinaus infolge der EU-Mitgliedschaft eine Amtssprache in der EU.
Maltesisch zählt zu den semitischen Sprachen und hat sich aus einem arabischen Dialekt entwickelt. Strukturell ist es mit den nordafrikanischen Varietäten des Arabischen am engsten verwandt, aber auch größere Wortschatzanteile aus dem Italienischen sowie geringere aus der spanischen, französischen und englischen Sprache finden sich im Maltesischen wieder. Als einzige semitische Sprache verwendet das Maltesische das lateinische Alphabet (Y und C ausgenommen), erweitert um fünf Grapheme: ċ, ġ, għ, ħ und ż.
Maltesisch ist die hauptsächliche Muttersprache der Malteser; Englisch und Italienisch sind Zweitsprachen, die dem öffentlichen Leben vorbehalten sind. Italienisch (in seiner sizilianischen Ausprägung) wurde seit der Übergabe Maltas durch die Araber an Sizilien im 11. Jahrhundert vom nunmehr einwandernden christlichen Landadel als Bildungssprache verwendet. Französisch spielte eine wichtige Rolle in der Kommunikation der örtlichen Händler und Handwerker mit dem Johanniterorden ab 1530. Infolge der britischen Kolonialzeit im 19./20. Jahrhundert beherrschen fast alle Malteser die englische Sprache, die im Bildungswesen mit dem Maltesischen gleichberechtigt oder, wie an einzelnen Privatschulen und der Universität, sogar vorherrschend ist und im Zuge der Globalisierung an Bedeutung gewinnt. Kenntnisse des Italienischen sind aufgrund der geographischen Nähe, der traditionell engen Wirtschaftsbeziehungen zu Süditalien und nicht zuletzt der Beliebtheit italienischer Fernsehprogramme auch heute noch weit verbreitet. Bis 1934 war das Italienische auf Malta noch Gerichts- und Verwaltungssprache. Erst 1934 wurde Maltesisch von den Briten neben Englisch zur offiziellen Sprache erhoben, um das Italienische zurückzudrängen und einer möglichen Einflussnahme des faschistischen Regimes Italiens auf die lokale Bevölkerung vorzubeugen.
Auf den Inseln finden sich Spuren aus 6000 Jahren menschlicher Besiedlung; sie reichen von steinzeitlichen Tempelanlagen der Megalithkultur über römische Gräber und Katakomben bis zu den imposanten Wehranlagen des Malteserordens. Malta stand unter dem wechselnden Einfluss fast aller großen Kulturen des Mittelmeerraums. Im Laufe der Jahrhunderte beherrschten zunächst Phönizier, Griechen und Römer den Archipel, nach dem Fall Roms die germanischen Vandalen und Ostgoten. Im 9. Jahrhundert, nach vorübergehender Zugehörigkeit zum Byzantinischen Reich, wurde Malta von den Arabern erobert, die es arabisierten (Beginn der maltesischen Sprachgeschichte), vielleicht sogar neu besiedelten. Im 11. Jahrhundert gingen die Inseln an Sizilien und 1282 an Aragón. Die Muslime wurden zur Konversion zum Christentum gedrängt. 1530 übergab der König von Kastilien und Aragón die Inseln als Lehen dem Malteserorden. Der Orden des heiligen Johannes zu Jerusalem, zu Rhodos und zu Malta (auch Hospitalier genannt) verstärkte die Befestigungsanlagen am Hafen und verteidigte die Insel gegen osmanische Angriffe ("Die große Belagerung", 1565). Als deren Konsequenz wurde 1566 die Festungsstadt Valletta (benannt nach dem Großmeister Jean Parisot de la Valette) gegründet.
1798 wich der Malteserorden französischen Revolutionstruppen unter Napoleon Bonaparte; dennoch hält er bis heute, nicht überall anerkannt, einen staatsähnlichen völkerrechtlichen Status aufrecht, jedoch ohne Gebietsansprüche an die Republik Malta. Nach einem Hilfegesuch maltesischer Aufständischer gegen die Franzosen blockierten die Briten die Häfen des von den Franzosen geplünderten Archipels. Als diese im Jahre 1800 abziehen mussten, wurde ein britisches Regiment auf Malta stationiert, und mit dem Ersten Pariser Frieden von 1814 wurde die Inselgruppe britische Kronkolonie. Im Zweiten Weltkrieg spielte Malta eine wichtige Rolle als „unversenkbarer Flugzeugträger“ der Briten, von dem aus der Nachschub und Vormarsch des deutschen Afrikakorps behindert wurde (s. a. Belagerung von Malta (Zweiter Weltkrieg)). Dafür verlieh der britische König der Bevölkerung Maltas 1942 das Georgskreuz, das noch heute auf der Staatsflagge Maltas abgebildet ist.
1947 wurde dem Land die Selbstverwaltung als parlamentarische Demokratie gewährt, 1964 erhielt Malta die Unabhängigkeit und wurde Mitglied des Commonwealth. Am 13. Dezember 1974 wurde die Republik ausgerufen; seither ist die Queen nicht mehr Staatsoberhaupt Maltas. Am 1. Mai 2004 trat Malta der Europäischen Union bei, am 1. Januar 2008 wurde der Euro offizielle Währung auf Malta und löste die Maltesische Lira (maltesisch: "Lira Maltija") ab.
Die Republik Malta verfügt über ein Einkammerparlament, das Repräsentantenhaus. Das Repräsentantenhaus besteht aus mindestens 65 Abgeordneten. Daneben sind noch der maltesische Staatspräsident und der Speaker of the House of Representatives qua Amt Mitglieder des Parlaments. Staatspräsidentin ist seit April 2014 Marie-Louise Coleiro Preca, die der sozialdemokratischen Partei 'Partit Laburista' angehört. Den Sitz des Regierungschefs belegt Joseph Muscat aus der sozialdemokratischen Partei 'Partit Laburista'. Die maltesische Regierung wird für eine Legislaturperiode von fünf Jahren gewählt. Die größten Parteien Maltas sind die konservative 'Partit Nazzjonalista' und die sozialistische 'Malta Labour Party'. Das politische Parlament Maltas besteht aus einem Zwei-Parteien-System. Seit dem Jahr 2013 besitzt die sozialdemokratische Partei 'Laburista' neun Sitze mehr im Parlament, als die christdemokratische 'Partit Nazzjonalista'. Somit löste die 'Partit Laburista' die 'Partit Nazzjonalista' zum ersten Mal seit 1998 ab. Die 'Alternattiva Demokratika' hat bei den letzten Wahlen erneut keine Sitze im Parlament erhalten. Der maltesische Staatspräsident wird gewählt, nachdem er vom Premierminister vorgeschlagen wird. Dies wird durch eine einfache Wahlmehrheit besiegelt. Malta hat eine Zentralverwaltung und zusätzlich 68 Gemeindeverwaltungen, die ebenfalls alle fünf Jahre neu gewählt werden. Eine hohe Mitsprache haben zusätzlich einige Gewerkschaften, beispielsweise die General Workers Union, sowie auch die katholische Kirche.
Die Zugehörigkeit zu einer der beiden großen Parteien wird auf Malta von Generation zu Generation fast schon "vererbt". Dies macht es kleineren Parteien beinahe unmöglich, ins Parlament einzuziehen. Die langfristige Parteibindung wird zusätzlich durch das maltesische Verhältniswahlrecht nach dem Verfahren der übertragbaren Einzelstimmgebung in Mehrmandatswahlkreisen mit je fünf Mandaten begünstigt.
Bei den Parlamentswahlen am 8. März 2008 gewann die konservative "Partit Nazzjonalista" (PN) knapp mit 49,3 Prozent und nur 1542 Stimmen Vorsprung vor der sozialistischen "Malta Labour Party" (MLP), die auf 48,8 Prozent kam. Die grün-alternative "Alternattiva Demokratika" (AD) kam auf 1,3 Prozent und die ultrarechte "Azzjoni Nazzjonali" (AN) auf 0,5 Prozent der Stimmen.
Im Ergebnis der Parlamentswahlen am 9. März 2013 kam es zu einem Regierungswechsel, nachdem die Labour Party 54,8 Prozent erreichte, während auf die Nationalistische Partei 43,3 Prozent der Stimmen entfielen.
Die Wahlbeteiligung in Malta – es existiert keine Wahlpflicht – ist traditionell außerordentlich hoch. Bei Parlamentswahlen liegt die Wahlbeteiligung deutlich über 90 Prozent, bei der Europawahl 2009 lag sie bei 78,79 Prozent.
Die beiden großen Gewerkschaften sind die der MLP nahestehende "General Workers’ Union" (GWU) mit ca. 48.000 Mitgliedern und die PN-nahe "Union Ħaddiema Magħqudin" (UĦM) Dachverband mit ca. 25.000 Mitgliedern. Daneben gibt es kleine Branchen-Gewerkschaften.
Malta stellte bereits am 16. Juli 1990 einen Antrag auf Beitritt in die Europäische Gemeinschaft, es wurde letztendlich im Rahmen der Osterweiterung am 1. Mai 2004 Mitglied der EU. Der Prozess zum Beitritt in die EU in Malta war stark geprägt von der Auseinandersetzung zwischen den Nationalkonservativen, welche den EU-Beitritt unterstützten und vorantrieben, und den Sozialisten, die eine enge Anbindung an die Europäische Union anstrebten, aber gegen eine formelle Mitgliedschaft waren.
Der Antrag wurde 1990 eingereicht in der Hoffnung, Italien würde die Mitgliedschaft Maltas im Rahmen der nächsten Erweiterung unterstützen. Der Einfluss Italiens im Rat wurde jedoch aufgrund der politischen Umbrüche im Zuge der Mani pulite ab 1992 stark geschwächt. Dies hatte zur Folge, dass das Ergebnis des Gipfels in Lissabon 1992 nicht zu Gunsten von Malta ausfiel. Die 1993 von der Kommission veröffentliche "Opinion on Malta's Application" wurde zwar von der maltesischen Regierung als durchaus positiv für Malta wahrgenommen, doch nannte sie auch einige politische, wirtschaftliche und institutionelle Probleme, die Maltas Beitritt für die Union hätte. Einige dieser Probleme waren beispielsweise Maltas politische Neutralität oder die nötige, gründliche Überarbeitung des marktregulierenden Systems.
Trotz der überwiegend positiven Bewertung Maltas entschied der Europäische Rat, die Entscheidung über den möglichen Beitritt bis zur geplanten Regierungskonferenz der Mitgliedstaaten 1996 zu verschieben.
Nach der Wahlniederlage der Nationalkonservativen 1996 wurde die EU-Aufnahme von Seiten Maltas um zwei Jahre verschoben. Die Bemühungen eines Beitritt in die EU kamen vorzeitig zum Erliegen, denn die Sozialisten verfolgte ihr Ziel Malta als eine "Schweiz im Mittelmeer" zu etablieren. Als regierende Partei zogen sie nicht nur den Antrag auf Beitritt in die EU zurück, sondern zogen sich aus der Partnerschaft für den Frieden der NATO zurück. Dieser war Malta nur ein Jahr zuvor beigetreten um der EU zu signalisieren, dass sie in der Lage sei, ihre Neutralität zu bewahren und trotzdem eine Partnerschaft mit einer militärischen Organisation einzugehen. Statt einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union ersuchte die neue Regierung eine Partnerschaft, welche die Europäische Kommission jedoch ablehnte. Infolge von innerparteilichen Auseinandersetzungen fanden, nach nur zwei Jahren als regierende Partei, 1998 Neuwahlen statt. Als Sieger gingen daraus die Nationalkonservativen hervor, wodurch der Antrag auf Mitgliedschaft in der EU wiederhergestellt wurde. Doch nicht nur Malta verzeichnete einige Veränderungen, auch die Europäische Union entwickelte sich in der Zwischenzeit weiter. Mit dem Vertrag von Amsterdam, dem Vorantreiben der Währungsunion und weiteren Meilensteinen, war die EU eine andere Institution als 1990, als sich Malta erstmals bewarb. Auch die Standards, die für den Beitritt erfüllt sein mussten, hatten sich geändert. So mussten EU-Beitrittskandidaten vor ihrem Eintritt in die EU den Besitzstand der Gemeinschaft annehmen und die Kopenhagener Kriterien erfüllen. Hierbei wurde überprüft und evaluiert, wie kompetent sie dabei waren, das EU-Recht in ihr eigenes zu implementieren.
Nach der Wiederherstellung der Bewerbung ersuchte Malta die Kommission um eine Aktualisierung der 1993 veröffentlichten "Opinion". Wichtigster Bestandteil dieses Report war die Empfehlung mit den Screening Prozess von Malta zu beginnen, damit die eigentlichen Verhandlungen um den Beitritt beginnen konnten. Nachdem der Screening Prozess im Mai 1999 gestartet wurde und im Januar 2000 seinen Abschluss fand, konnten im Februar die Verhandlungen beginnen. Im September des gleichen Jahres veröffentlichte die maltesische Regierung ihre erste Version des "National Programme of Adaption of the Acquis", welches als Richtlinie zur Überprüfung des legislativen und administrativen Systems diente.
Malta wurde nach der Entscheidung auf dem EU-Gipfeltreffen am 13. Dezember 2002 in Kopenhagen im Zuge der EU-Erweiterung zum 1. Mai 2004 mit acht mittel- und osteuropäischen Staaten sowie Zypern in die Europäische Union aufgenommen. Nichtsdestotrotz konnte Malta seinen Neutralitätsstatus, der seit 1987 in der Verfassung festgelegt ist, erhalten, da er auch in den Beitrittsvertrag aufgenommen wurde.
Doch vor der Aufnahme führten die Malteser am 8. März 2003 ein Referendum durch. Für einen Beitritt zur EU waren die Nationalkonservativen, während die Sozialisten und Gewerkschaften Werbung dagegen machten. Die Wahlbeteiligung bei den 390.000 Maltesern lag bei 91 Prozent, die Zustimmung bei 53,65 Prozent und somit leicht über den Vorhersagen. Malta hat Luxemburg als kleinstes EU-Land abgelöst.
Die Einreise nach Malta ist mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis möglich. Kinderausweise (sofern sie mit einem Foto versehen sind) werden anerkannt. Vorläufige Reisepässe und Personalausweise werden nicht immer akzeptiert. Der Eintrag eines Kindes in den Reisepass eines Elternteils ist seit 2012 für die Einreise nicht mehr gültig.
Malta ist seit dem 21. Dezember 2007 Mitglied im Schengenraum, daher entfallen die Grenzkontrollen am Internationalen Flughafen von Malta. Ausländer, die über ein Schengenvisum bzw. einen Schengenaufenthalt verfügen, benötigen kein maltesisches Visum für die Einreise.
Im Jahr 2015 lebten in Malta ca. 10.000 Bootsflüchtlinge aus Somalia, Äthiopien, Eritrea und anderen Ländern Afrikas. Die meisten dieser Flüchtlinge haben nicht den Status von Asyl-Berechtigten, sondern werden aus humanitären Gründen (Bürgerkrieg u. ä.) nicht abgeschoben. Malta lehnt es aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und geringen Größe seiner Landfläche ab, noch mehr afrikanische Bootsflüchtlinge aufzunehmen. Zugleich ist Maltas Marine für die Koordinierung der Seenotrettung in einem 180  × 600 Seemeilen großen Gebiet zuständig. Wegen der Weigerung, Schiffen mit aus Seenot geretteten Flüchtlingen die Einfahrt in seine Häfen zu gestatten sowie wegen der Lebensbedingungen in den vom maltesischen Militär verwalteten Internierungslagern, in denen illegale Einwanderer teilweise bis zu 18 Monate festgehalten werden, sieht sich Malta zunehmend der Kritik von Menschenrechtsorganisationen und des Europäischen Parlaments ausgesetzt (Stand um 2008). Der Vorschlag Maltas, Bootsflüchtlinge gleichmäßig auf alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu verteilen, wird von den EU-Innenministern jedoch bisher abgelehnt.
Durch Maltas Mitgliedschaft im "Commonwealth of Nations", dem Staatenbund ehemaliger (zumeist) britischer Kolonien, haben Malteser in manchen dieser Länder, was Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen anbelangt, einen privilegierten Status im Vergleich zu anderen EU-Bürgern.
Die Armed Forces of Malta (AFM) sind eine kleine Armee, die über ca. 2140 Soldaten und mehrere Hubschrauber verfügt, die für Patrouillenflüge sowie Aufklärungs- und Rettungsaufgaben eingesetzt werden. Daneben existiert das "Maritime Squadron", das den Schutz der territorialen Gewässer zur Aufgabe hat und im Wesentlichen aus sieben Patrouillenbooten besteht.
Seit dem 11. März 1983 besteht ein Vertrag mit Italien, der den Schutz der maltesischen Neutralität garantiert. Zu diesem Zweck gibt es auf Malta ein italienisches Truppenkontingent in Pembroke.
Vereinte Nationen und Unterorganisationen (seit 1964), Mitglied des Commonwealth (seit 1964), Europarat (seit 1965), International Maritime Organization (IMO, seit 1966); Union für den Mittelmeerraum (UfM, seit 2008); Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE, seit 1972); Interparlamentarische Union (IPU, seit 1988); Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO, seit 1997); Europäische Union (EU, seit 1. Mai 2004)
Seit 1993 wird Malta in 68 Gemeinden gegliedert:
Die Gemeinden werden für statistische Zwecke zu sechs Distrikten zusammengefasst und diese wiederum zu drei Regionen. Die beiden kleineren Inseln bilden zusammen den Distrikt Gozo and Comino, der deckungsgleich mit der Region Gozo and Comino ist.
Bis 1946 bestand in Malta keine Schulpflicht. Diese wurde erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges für Grundschulen eingeführt. Seit 1971 ist auch der Besuch einer Sekundarschule bis einschließlich des 16. Lebensjahres vorgeschrieben. Staatliche Schulen sind gebührenfrei, es existieren jedoch parallel auch kirchliche Bildungseinrichtungen und Privatschulen, wie das St. Aloysius’ College in Birkirkara, das Savio College in Dingli und die San Anton School nahe Mġarr. Die Mehrzahl der Lehrer an den kirchlichen Schulen erhält ihr Gehalt vom Staat. Ferner gibt es mit der Verdala International School und der QSI Malta auch zwei internationale Schulen. Die Alphabetisierungsrate unter den Erwachsenen liegt in Malta bei 94,4 Prozent (Stand 2015). 2005 gab Malta 6,76 Prozent des BIP für Bildung aus und wurde in der EU nur von den skandinavischen Staaten Dänemark und Schweden sowie von Zypern übertroffen. Gemessen an der Wirtschaftskraft investiert Malta weit überdurchschnittlich im Bereich der Bildung, die Ausgaben pro Schüler/Student im Vergleich zum BIP pro Kopf der Bevölkerung erreichen den höchsten Wert in der Europäischen Union. Die Ausgaben pro Student im Vergleich zum BIP pro Kopf der Bevölkerung werden in Europa nur noch von Zypern übertroffen und liegen im internationalen Vergleich über denen Japans. Die Hochschulausbildung wird dabei weitgehend staatlich finanziert, der Anteil der öffentlichen Ausgaben liegt bei ca. 95 Prozent, eine Finanzierung des Hochschulsektors durch Organisationen, Vereine, Stiftungen und Unternehmen ist in Malta weitgehend unbekannt. Rund 75 Prozent der Ausgaben für Bildung im Tertiärbereich kommen der Universität direkt zugute, 25,2 Prozent werden als Stipendien und Beihilfen ausgezahlt.
Im Jahr 2007 besuchten 98,8 Prozent aller Vierjährigen eine Bildungseinrichtung mit Vorschulfunktion. Malta belegte damit nach Belgien, Frankreich und Italien zusammen mit den Niederlanden den vierten Platz innerhalb der Europäischen Union.
Das mehrstufige maltesische Schulsystem untersteht dem Malta Ministry of Education. Es orientiert sich an jenem Großbritanniens und besitzt eine sechsjährige Grundschule. Im Alter von elf Jahren müssen die Schüler eine Prüfung zum Einstieg in die Sekundarschule ablegen und können anschließend deren Träger frei wählen. Auf staatlichen Schulen folgt für Sechzehnjährige die Prüfung zur Mittleren Reife, die in der Regel in den Fächern Englisch, Malti und Mathematik durchgeführt wird. Mit diesen Klausuren endet die offizielle Schulpflicht, die Schüler können allerdings entscheiden, ob sie ihre schulische Ausbildung noch ausbauen und intensivieren wollen. Hierzu bieten sich zwei Möglichkeiten: Der Besuch einer zweijährigen Oberstufe – angeboten am Junior College sowie den kirchlichen Einrichtungen St. Edward’s College, St. Aloysius’ College und De La Salle College – oder die Einschreibung am Malta College of Arts, Science and Technology (MCAST). Am Ende der Oberstufe steht das Examen zur Hochschulreife. Abhängig von dessen Ergebnis erhalten die Absolventen entweder ihr Abschlusszeugnis oder eine Aufnahmebescheinigung der University of Malta in Msida, der höchsten Bildungseinrichtung auf dem Archipel. Der Anteil der Bevölkerung im Alter zwischen 25 und 64 Jahren mit mindestens einem Sekundarabschluss II stieg im Zeitraum 2008 bis 2015 von 27,8 auf 43,5 Prozent, dies ist aber immer noch der geringste Wert innerhalb der EU. Der Anteil der weiblichen Studenten lag 2007 bei 57,4 Prozent, dies sind mehr als im EU-Durchschnitt (55,2 Prozent). In den Fachrichtungen Ingenieurwesen, verarbeitende Industrie und Bauindustrie sind 29,2 Prozent aller Studierenden Frauen, dies sind mehr als im EU-Schnitt (24,7 Prozent). Der Anteil der Studenten, die im Ausland studieren, hat sich von 0,4 Prozent (1998) auf 1,0 Prozent (im Jahr 2007) mehr als verdoppelt, dennoch weisen maltesische Studenten mit Abstand die geringste Mobilität innerhalb der Europäischen Union auf.
Dem Bilingualismus Maltas Rechnung tragend (Maltesisch gilt als Nationalsprache, Englisch als Zweitsprache) wird der Unterricht in der Grund- und in der Sekundarschule sowohl in englischer als auch in maltesischer Sprache gestaltet. Dabei wird berücksichtigt, dass Maltesisch die Muttersprache ist, die in der Regel alle Schüler sprechen, und Englisch wie eine Fremdsprache hinzugelernt wird. Beide Sprachen sind Pflichtfächer für die Schüler. Auf diese Weise gelingt es, beide Sprachen gleichberechtigt zu behandeln. Die Privatschulen dagegen bevorzugen mehrheitlich den Unterricht auf Englisch; ebenso werden auch die meisten Lehrveranstaltungen der Universität ausschließlich auf Englisch angeboten. Die Studenten kommunizieren mit ihren Dozenten jedoch auch auf Maltesisch.
In der Sekundarschule wählen die Schüler eine weitere Sprache. 51 Prozent entscheiden sich für Italienisch und 38 Prozent für Französisch. Ferner angeboten werden Deutsch, Russisch, Spanisch und Arabisch. Im Durchschnitt erlernen maltesische Schüler in der Sekundarstufe 2,2 Fremdsprachen; dies ist mit Finnland nach Luxemburg der zweithöchste Wert in der Europäischen Union.
Malta besitzt ein sehr engmaschiges Mediennetz, das stark an das Vorbild der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien angelehnt ist. So lautet auch der Name der größten Tageszeitung, herausgegeben von der Allied Newspapers Ltd., Bezug nehmend auf "The Times", "The Times of Malta". Das mitte-rechts orientierte Blatt erscheint seit 1930 und ist somit die traditionsreichste Zeitung des Landes und hat mit einer Auflage von 37.000 einen Marktanteil von 27 Prozent. Bis 1935 erschien "The Times of Malta" als wöchentliche Auflage, später, ab dem Zeitpunkt, täglich. Die Sonntagsausgabe "Sunday Times" hat einen Marktanteil von 51,6 Prozent. Eine weitere wichtige Tageszeitung ist "The Malta Independent". Seit 1999 wird jeweils mittwochs und sonntags die liberale "Malta Today" im Tabloid-Format publiziert. Die auflagenstärkste Boulevardzeitung ist "The People". "The Malta Star" ist die einzige reine Internet-Zeitung Maltas. Der Zweisprachigkeit Maltas ist es geschuldet, dass etwa die Hälfte der Zeitungen auf Englisch und die Hälfte auf Maltesisch erscheint. Unter den maltesischsprachigen Printmedien hat die Sonntagszeitung "It-Torċa" ("Die Fackel") die größte Reichweite. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von Wochenblättern und maltesischsprachigen Partei-, Kirchen- und Gewerkschaftszeitungen. Die wichtigste in diesem Segment ist "In-Nazzjon" ("Die Nation"), die der Partit Nazzjonalista (Nationalist Party) nahesteht. Der Anteil der Tageszeitungsleser an der Landesbevölkerung beträgt 12,7 Prozent. In Bezug auf diesen relativ geringen Wert ist die Zeitungsdichte in Malta sehr hoch: Auf 28.000 Einwohner kommt je eine Zeitung. Die Zeitungen finanzieren sich vorwiegend aus Anzeigen und Subventionen.
Hörfunk und Fernsehen sind die wichtigsten Informationsquellen der Bevölkerung Maltas. Sie liegen zum größten Teil in der Hand der öffentlich-rechtlichen Public Broadcasting Services (PBS). Diese strahlen die Hörfunkprogramme "Radju Malta", "Radju Malta 2" und "Magic Malta" aus. Letzterer ist mit einem geringen Wortanteil und modernen Musikprogrammen besonders bei der jungen Bevölkerung, aber auch bei ausländischen Touristen beliebt. Der größte private Rundfunksender ist das "Bay Radio". Ferner gibt es unter anderem die katholische Rundfunkstation "RTK" und das der Partit Nazzjonalista gehörende "Radio 101". Insgesamt existieren 14 landesweite Radioprogramme sowie 19 Regionalsender auf Malta und elf Regionalsender auf Gozo. Von 1971 bis 1996 betrieb die Deutsche Welle die Relaisstation Cyclops.
Mit "TV Malta" (TVM) stellen die PBS, die seit 1975 Mitglied der Europäischen Rundfunkunion sind, auch den größten landesweiten Fernsehsender. Sieben weitere Sender sind im ganzen Land empfangbar: "One Television", "NET Television", "Smash Television", "Favourite Channel", "ITV", "Education22" und "Family TV". Die Mehrzahl der Sender ist staatlich finanziert. "One Television", produziert von der One Productions Ltd., dient als Sprachrohr der Partit Laburista (Labour Party), während das von der Media Link Communications Ltd. ausgestrahlte "NET Television" der Partit Nazzjonalista zugerechnet wird. Die Smash Communications Ltd. ("Smash Television") ist hingegen ein privates Unternehmen. Die staatliche "Broadcasting Authority" überwacht alle Fernsehstationen und stellt neben der Einhaltung von Legalitäts- und Lizenzverpflichtungen auch die Einhaltung des Objektivitätsprinzips in der politischen Berichterstattung sicher. Ferner prüft die Broadcasting Authority die lokalen Sender dahingehend, dass diese sowohl öffentliche, private wie auch kommunale Sendungen ausstrahlen und so ein weitgespanntes, vielfältiges Programm anbieten, das alle Interessen abdeckt. Der Empfang der Fernsehprogramme ist sowohl über Kabel als auch terrestrisch möglich. Im Februar 2006 nutzten 124.000 Malteser erstgenannte Methode, sodass knapp 80 Prozent der maltesischen Haushalte einen Kabelanschluss haben. Ein noch kleiner, aber stetig steigender Prozentsatz der Bevölkerung verwendet Parabolantennen, um auch andere europäische Fernsehprogramme, wie die britische "BBC" oder die italienische "RAI" zu empfangen.
Im Jahre 2008 nutzten 45 Prozent der Malteser das Internet; die Breitbandverbreitungsquote lag bei 20 Prozent.
Maltas Wirtschaft gestaltet sich im Vergleich zu den anderen im Jahr 2004 der EU neu beigetretenen Mitgliedstaaten relativ positiv. Die zwei traditionellen Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Fischerei. Dabei wird die Landwirtschaft hauptsächlich auf Gozo betrieben. Obwohl die Umweltbedingungen (wenig Regen, geringer Abfluss, kalkiger Untergrund und heißes Klima) keine guten Voraussetzungen für die agrarische Nutzung bieten, werden bei verschiedenen Gemüse- und Getreidearten hohe Erträge erzielt, auch der Weinbau ist rentabel. Trotzdem erzeugt Malta nur 20 Prozent des Eigenbedarfs an Nahrungsmitteln. Der größte Arbeitgeber des Landes sind die "Malta Drydocks", die zweitgrößte Werft Europas. Der Tourismus spielt eine große Rolle (40 Prozent des Bruttosozialprodukts) und auch finanzielle Dienste (elf Prozent). Die meisten Urlauber kommen aus Großbritannien, Deutschland, Italien und Russland. Von 1965 bis heute hat sich die Zahl der Touristen etwa verzehnfacht. Heute sind es über eine Million Touristen jährlich, die vor allem die Strände, die historischen Städte und die Felsenlandschaft besuchen, dazu kommen noch einmal etwa eine Million von Kreuzfahrttouristen. Ca. 70.000 Touristen kommen pro Jahr für einen Englischkurs nach Malta. Dieser Bereich des Tourismus wird staatlich beaufsichtigt und gefördert. Ein Anteil von 1,8 Prozent des BIP wird von den Sprachschulen auf Malta erwirtschaftet.
Die Bekleidungs- und Textilindustrie sind weitere wichtige Wirtschaftszweige. 1992 wurde auf Malta eine eigene Börse gegründet.
Das Land besitzt Kalksteinvorkommen, die bedeutsam für Maltas Baubranche sind. Bedeutende Erdgas- und Erdöl-Lagerstätten befinden sich in den Hoheitsgewässern von Malta.
Europäische Unternehmen werden seit den 1970er Jahren mit Steuervorteilen gelockt. So produzieren etwa 55 deutsche Unternehmen für den Export, unter anderem Playmobil und Lloyd-Schuhe. Auch die Elektronikbauteilgesellschaft STMicroelectronics hat einen großen Produktionsstandort.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 8,8 Milliarden Euro (Schätzung für 2015). Im Vergleich mit dem BIP der EU (EU-28 = 100), ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreicht Malta einen Index von 89 (2015).
Das Stromnetz der Republik Malta war bis April 2015 noch nicht mit Sizilien verbunden; seitdem besteht eine 225-Megawatt-Wechselstromverbindung dorthin. Zwei Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 571 Megawatt verfeuern aus Italien und Großbritannien importiertes Öl und Gas. Im Jahr 2010 wurden rund 5 Prozent der Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt, nachdem dieser Wert 2009 noch bei null Prozent gelegen hatte. Obwohl auf Malta lediglich ein Stromanbieter existiert und der Strommarkt somit keinerlei Wettbewerb ausgesetzt ist, lag der Strompreis für private Haushalte 2007 bei 9,4 Cent pro kWh und damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt (15,28 Cent).
In Ermangelung eines hinreichenden Abfallmanagements hat Malta seit Jahren ein großes Müllproblem.
Der Staatshaushalt umfasste 2015 Ausgaben von umgerechnet 3,4 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 4,0 Mrd. US-Dollar gegenüber (jeweils geschätzt). Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 6,6 Prozent des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug Ende 2015 etwa 60,6 Prozent des BIP.
Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) in wichtigen Bereichen:
Valletta, die Hauptstadt Maltas, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe, sie wird 2018 die Europäische Kulturhauptstadt sein, ist mit 5700 Einwohnern die kleinste Hauptstadt der Europäischen Union. Ferner hat Valletta mit 1587 Personen pro Quadratmeter die höchste Bevölkerungsdichte unter allen EU-Hauptstädten. Von der 173.858 starken Erwerbsbevölkerung auf Malta im Jahr 2009 entfielen davon 85.498 Angestellte und Arbeiter auf Valletta samt Ballungsraum. Eurostat schätzt die Erwerbsbevölkerung im Jahr 2015 für den Großraum Valletta auf ca. 91.000 Personen. Für die ganze Insel wird diese auf ca. 193.000 Personen geschätzt. Dies entspricht einen Anteil von knapp 50 Prozent. Somit ist die Hauptstadt ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für die Insel. Dieser Ballungsraum umschließt die Ortschaften Sliema, Birkirkara, San Gwann, Paola und Zabar. Die Beschäftigungsquote in Valletta konnte in der letzten Dekade bei den 20 - 64-Jährigen um knapp zehn Prozentpunkte gesteigert werden. Lag diese 2005 bei gerade 57,4 Prozent, wurde 2011 und 2014 eine Beschäftigungsquote von 61,6 bzw. 66,7 Prozent in dieser Altersklasse erreicht. Die Arbeitslosenquote lag in dieser Gruppe in den Jahren 2011 und 2012 bei 5,5 Prozent. Nach einem marginalen Anstieg auf 5,7 Prozent im Jahr 2013 sank diese wiederum im Jahr 2014 auf 5,2 Prozent. Ein Vergleich der Arbeitslosenquote Vallettas mit der von Zyperns Hauptstadt Nikosia ergibt, dass diese mehr als dreimal so hoch wie in Valletta ist.
Wie auf ganz Malta ist auch in Valletta der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig. So ist die bedeutendste Tourismuszone Maltas die Stadt Valletta und deren Ballungsraum um den Grand Harbour. Dieser urbane Raum hat eine außerordentlich abwechslungsreiche touristische Infrastruktur. In diesem Gebiet herrscht eine hohe Dichte an Souvenirläden, Boutiquen und Einkaufszentren. Ebenso haben sich viele Restaurants und Gaststätten in und um Valletta angesiedelt. Im Jahr 2015 besuchten knapp 1,8 Mio. Touristen Malta. Dies entspricht einem Anstieg von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ferner besuchen fast alle Touristen auf Malta mindestens einmal Valletta. Des Weiteren beträgt die Verweildauer eines Touristen nur wenige Stunden. Diese kurze Verweildauer in Valletta hat zur Folge, dass der touristische Einfluss auf die städtische Wirtschaft gering ist. Die Touristen geben pro Kopf täglich knapp 34 €, somit insgesamt 36 Mio. € für Essen, Eintrittsgelder für Sehenswürdigkeiten und Souvenirs im Jahr aus. Diese Ausgaben von Touristen sind zwar doppelt so hoch wie im Rest von Malta, jedoch sehen Politiker das große Potenzial Vallettas, um die Ausgaben der Touristen und so die Einnahmen der Wirtschaft zu erhöhen.
Ein weiterer Wirtschaftszweig in Valletta ist die Kreuzfahrtindustrie. Diese hat sich vor allem in den 1960er, 1980er und 1990er Jahren weltweit stark entwickelt. Alleine im Mittelmeerraum wuchs der Kreuzfahrtmarkt von 1992 - 2001 jährlich um 11–12Prozent. Um von diesem wachsenden Markt zu profitieren, wurde nach mehreren Jahren der Planung im Jahr 2002 damit begonnen, im Grand Harbour das "Valletta Waterfront Project", ein Kreuzfahrtterminal, zu bauen. Dieses Projekt hatte eine Größe von 30.000 m² und ein Investitionsvolumen zwischen 22 und 32 Mio. €. Ebenfalls wurde geschätzt, dass mit diesem Projekt dauerhaft 400 neue Arbeitsstellen entstehen. Dies führt von Jahr zu Jahr zu steigenden Passagierzahlen. So kamen allein im Jahr 2015 600.000 Passagiere in Valletta an. Dies ist ein Plus von 27 Prozent zum Vorjahr. Jedoch ist der wirtschaftliche Einfluss der Kreuzfahrtindustrie nur schwer einzuschätzen, da dieser von der Anzahl der Passagiere abhängig ist. Somit ist daraus zu schließen, dass der wirtschaftliche Einfluss von Kreuzfahrtschiffen und deren Passagieren relativ gering ist.
In Valletta haben sich Unternehmen des tertiären und quartären Sektors niedergelassen. Hier ist vor allem der Sektor der Finanzdienstleistungen zu nennen. In Valletta und der nahen Umgebung haben, neben der maltesischen Großbank , auch die britische HSBC Bank und die Deutsche Bank ihren maltesischen Hauptsitz dort. Die Bank of Valletta und die HSBC beschäftigen zusammen insgesamt mehr als 3000 Personen. Die Bank of Valletta konnte im Fiskaljahr 2015 einen Gewinn von knapp 118 Mio. € vor Steuern erwirtschaften und einen Gewinn von rund 80 Mio. € ausweisen. Ebenfalls konnte die HSBC für ihr Geschäftsjahr 2015 ein positives Ergebnis ausweisen. Der Gewinn belief sich auf 46 Mio. € vor Steuern und einen Reingewinn von 29 Mio. €. Wie aus dem Annual Report 2014 der Deutschen Bank zu entnehmen ist, konnte das Unternehmen einen Gewinn vor Steuern von 83 Mio. € und insgesamt einen Reingewinn von 60 Mio. € ausweisen.
Des Weiteren haben Versicherungen, Rechtsanwaltskanzleien und auch Firmen aus dem Dienstleistungssektor ihren maltesischen Hauptsitz in Valletta. Eine davon ist die Firma Cassar und Cooper, die an fünf Standorten 160 Personen beschäftigt. Ferner ist mit dem Medienunternehmen "Allied Newspapers ltd" ein Verlagshaus in Valletta vertreten. Dieses Unternehmen ist Herausgeber der zwei marktführenden Zeitungen "Times of Malta" und "The Sunday Times of Malta".
Die Industrie Maltas hat einen Anteil von 23 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Die Zielbranchen in Malta sind laut dem "Malta County Report" der Finanz-, Maritim-, Flug-, Film-, Tourismus-, Produktions-, Bildungs- und Medizintechniksektor. Die Produktionsstärken sind dabei Pharmazie/Chemie, Medizintechnik, Feinmechanik, Elektrotechnik, Lebensmittel und Print. Die Elektrotechnik hat bei weitem den größten Stellenwert.
Die verarbeitende Industrie Maltas ist mit Ausnahme einiger großen Herstellerunternehmen wie Playmobil und ST Microelectronics überschaubar. Insgesamt 15 Prozent der Beschäftigten arbeiten in der Industrie. Die deutsche Firma Playmobil befindet sich seit 1970 auf der Insel und gehört zu den wichtigsten Investoren in der verarbeitenden Industrie. Der Spielzeughersteller investiert regelmäßig in neue Maschinen und Anlagen, um die Produktion auf dem hohen technischem Niveau der Insel zu erhalten. Im Wesentlichen besteht der Maschinenbau aus einigen kleinen Produktionsbetrieben, die vor allem Komponenten für Maschinen und Ausrüstung für den Export herstellen. Eines der wenigen Produkte mit dem Herkunftszeichen "Made in Malta" sind Playmobilfiguren, die lediglich in Malta hergestellt werden und an die anderen Playmobilfabriken in Europa, unter anderem auch an den Hauptsitz in Deutschland, zur Fertigstellung der jeweiligen Spielesets versendet werden. Der inländische Bedarf an Waren in Malta muss beinahe zu 100 Prozent durch Importe gedeckt werden.
Die Herstellung von Elektrotechnik gehört zu den wichtigsten Industriezweigen auf Malta. Der Hersteller ST Microelectronics hat dabei eine Monopolstellung auf der Insel. Er ist der wichtigste private Arbeitgeber und hat einen hohen Anteil am maltesischen Export. Dies führt dazu, dass Malta eine hochentwickelte Informations- und Kommunikationsinfrastruktur besitzt, die laut dem Network Readiness Index 2015 auf Platz 29 von insgesamt erfassten 143 Ländern liegt. Deutschland ist auf Platz 13, während Länder wie Spanien und Italien hinter Malta auf den Plätzen 34 und 55 liegen. Der Network Readiness Index (NRI) gibt einen guten Einblick in die Entwicklung der Länder im IKT Bereich an, die rund 98 Prozent des Welt-BIP produzieren. Stärken und Schwächen im IKT-Bereich werden offenbart. Ein neues Entwicklungsprojekt ist die Smart City bei Kalkara, die zum führenden IT-Zentrum Europas werden soll. Dieses aus Dubai finanzierte Projekt soll die Attraktivität Maltas als Industriestandort weiter erhöhen und neue Impulse verleihen. Auf Grund der fortschrittlichen IKT Umgebung gehören die Informations- und Kommunikationstechnik, digitale Medien, Kunst und Handwerk, Online-Gaming sowie die Filmproduktion zu den Wachstumsbrachen auf Malta. Den hohen IKT Standard und die geographische Größe macht sich das Unternehmen Vodafone zu eigen, indem neue Systeme oder Software in Malta getestet werden, bevor diese in Europa integriert werden. Vodafone nutzt dabei die Vorteile der "Small state theory", da Malta als micro state island anhand der geringen Größe und Einwohnerzahl angesehen wird und ein idealer Testmarkt ist. Derzeit haben sich rund 250 ausländische Unternehmen, darunter 70 deutsche, in Malta niedergelassen. Zu den deutschen Unternehmen zählt ebenfalls die Lufthansa, die sich 2003 auf Malta niedergelassen hat. Heute sind rund 600 Mitarbeiter beschäftigt, die alle von der Lufthansa ausgebildet worden sind. Malta soll sich auf diese Weise zu einem bedeutenden Wartungsstandort im Mittelmeerraum entwickeln. Die Wartungsanlage zählt zu den insgesamt acht Wartungsanlagen von Lufthansa weltweit und ist zudem die größte Europas. Andere Luftfahrtunternehmen wie Easy Jet (GB) und SR Technics (CH) kamen nach der Lufthansa.
Die maritime Industrie wird repräsentiert durch den Malta Freeport, der aufgrund der zunehmenden Privatisierung zu der Top-Liga der Umschlagsplätze gehört. Ein Ausbau der Liegeplätze ermöglicht die Handhabung mit den weltweit größten Containerschiffen und hat die Insel in einen Haupt "Port-of-call"ür einige der größten Reedereien verwandelt. Mit seiner zentralen Lage am Mittelmeer ist Malta ein wichtiges Lager- und Distributionszentrum, das von Logistikunternehmen dank seiner Vorteile der Lieferkette und Effizienz, sowie der geographischen Nähe zu den afrikanischen und europäischen Märkten genutzt wird. 2014 fuhren 6 505 Schiffe unter maltesischer Flagge, das macht Malta zur führenden Seeflotte in Europa und zur siebtgrößten weltweit.
Der Markt der Kfz-Industrie ist durch die geringe Einwohnerzahl beschränkt. 2013 stellte die Regierung einen nationalen Plan zum Ausbau der Elektromobilität vor. Das Land hat sich als Testmarkt positioniert. Das Netz von Ladestationen für Elektroautos wird ausgebaut, gleichzeitig werden Kaufanreize ab 2016 seitens der Regierung verstärkt. Durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Car-sharing Diensten sowie am Hafen gewinnt die nachhaltige Mobilität in Malta stets an Bedeutung. Die geringe Größe der Insel bietet beste Voraussetzungen für Elektrofahrzeuge, da die Hauptinsel mit einer maximalen Länge von 27 km deutlich unter der maximalen Reichweite von Elektrofahrzeugen liegt. Die nachhaltige Mobilität trägt zudem in dicht besiedelten Gebieten dazu bei, die Lärmbelästigung und Luftverschmutzung zu reduzieren.
Ein kleinerer Industriezweig auf Malta, der in den letzten Jahren besonders durch Maltas Patentgesetze sowie Steuervergünstigungen gewachsen ist, ist die chemische Industrie. Hersteller von Generika wie beispielsweise Actavis, Siegfried Generics, Medichem, etc. haben Betriebe zur Produktion auf Malta erbaut. Ein Generikum ist ein Fertigarzneimittel, das Wirkstoffe enthält, die nicht mehr dem Patentschutz unterliegen, sozusagen eine "Nachahmung" eines älteren Originalpräparats.
Die Bauwirtschaft hat in Malta eine geringe Beachtung. Daher möchte die Regierung Maßnahmen zur Ankurbelung dieser Branche einführen. Die Förderungen der EU in den Straßenbau hat dem Markt neue Impulse verliehen, außerdem führt der Tourismusboom zu neuen Investitionen in Neubau oder auch Modernisierungen von Wohnungen und Hotels. So werden neue Luxushotels errichtet und das Potential für Renovierungen und Modernisierungen von Altbauten und historischen Gebäuden besteht.
Vorteile Maltas sind für ausländische Unternehmer die angemessenen Lohnkosten, die Unterstützung beim Erwerb bzw. Bau von Fabrikgebäuden, sowie die gute Zusammenarbeit mit den lokalen Zulieferern. Außerdem gilt Malta als Bindeglied zwischen europäischen Unternehmen und den mediterranen sowie afrikanischen Markt. Nachteile sind dabei die begrenzte Größe Maltas und dadurch ein kleiner Binnenmarkt. Daher ist die Insel vor allem für Klein- und Mittelunternehmen interessant da es zu einem Steuervorteile und gezielte Anreize für Mittelständler und zum anderen Kredit und Investitionsprogramme gibt. Interessant ist ebenfalls, dass die ausländischen Unternehmen kein Interesse haben Waren auf den lokalen Markt zu bringen, da es in Malta keinen lokalen Markt gibt. Alle Waren, die in Malta produziert werden, werden exportiert.
Laut dem Berichts des World Economic Forum (WEF) liegen Maltas Vorteile in dem stabilen politischen Umfeld und der hochentwickelten IKT-Infrastruktur. Nachteile sind die geringe Marktgröße, die bürokratische Ineffizienz, der schwierige Zugang zu Krediten sowie eine mangelnde Verkehrsinfrastruktur.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Maltas lag im Jahr 2015 bei $ 9.8 Mrd. und verzeichnete im letzten Jahrzehnt einen stetigen Anstieg von 3,5-5.4 % pro Jahr. Das BIP ist ungleich zwischen den verschiedenen Wirtschaftssektoren verteilt. Der primäre Sektor macht dabei 1,4 % der jährlichen Produktion aus, der sekundäre Sektor 15,5 % und der größte Teil wird durch den tertiären Sektor, durch die Dienstleistungen, generiert. Dieser Anteil liegt bei 83,1 %. Dabei sind die Dienstleistungen mit der höchsten Nachfrage im Bereich der Finanzwirtschaft verortet. Im Vergleich zu großen europäischen Industrienationen handelt Malta in dem Sinne weniger mit materiellen Gütern, sondern mit Finanzdienstleistungen. Die "Malta Private LLC" ist dabei die am stärksten nachgefragte Dienstleistung. Zentraler Faktor für den Erfolg der maltesischen Finanzwirtschaft sind die erheblichen Steuervorteile die ein Offshoring mit sich bringt. Im Vergleich zu zwei wirtschaftsstarken europäischen Nationen, Deutschland und Großbritannien, erscheinen die steuerlichen Vorteile in Malta zunächst gering. Die Körperschaftssteuer liegt für auf Malta registrierte Unternehmen bei 35 Prozent, in Deutschland bei 15 Prozent und in Großbritannien bei 21 Prozent. Die Spitzensteuersätze Maltas liegen ebenfalls bei 35 Prozent, die in Deutschland und Großbritannien jedoch bei ca. 47 Prozent. Dies scheint zunächst unstimmig mit einer Klassifikation Maltas als Steueroase. Jedoch durch eine sog. "6/7" Regelung kann ein Großteil der gezahlten Steuern zurückerstattet werden. Dabei werden durch spezielle Vorgehensweisen die Gewinne in Form von Dividenden oder Bonussen an die Aktionäre ausgezahlt und im späteren Verlauf die gezahlten Steuern durch die maltesische Regierung dem Unternehmen erstattet. Damit sinkt der effektive Steuersatz für Unternehmen auf 5 %.
Zu erwähnen bleibt, dass es weitere Möglichkeiten gibt die Steuerzahlungen zu reduzieren, teilweise werden effektiv keine Steuern gezahlt und der Steuersatz liegt demnach bei 0 %. Zu den populärsten Verfahren gehören die sog. "6/7, 2/3, 5/7" und 100 Prozent Rückerstattungen.
Durch die aktuellen Entwicklungen rund um die Enthüllungen der Panama Papers ist der Druck auf als Steueroasen klassifizierte Länder gewachsen und die Politik dieser Länder sieht sich größerem politischen Druck ausgesetzt. Es gibt einen interessanten Indikator zur Feststellung von Steueroasen. Eingetragene Unternehmen je Einwohner. Dieser Wert liegt für Malta bei 0,11.
Politische Maßnahmen scheinen in naher Zukunft durch die EU umgesetzt zu werden, um die nicht versteuerten Gewinne großer Unternehmen aufzudecken und regulär zu versteuern
Malta ist ein wichtiger Bestandteil des internationalen Tourismus und im Sommer eine der Hauptdestinationen für europäische Touristen im Mittelmeerraum. Für Maltas Wirtschaft ist der Tourismus ein entscheidender Zweig.Von April bis Oktober ist Hochsaison auf Malta, wobei der August der besucherstärkste Monat ist. Die hohe Auslastung kommt dadurch zustande, dass die Tourismuspolitik Maltas Alternativen zum bestehenden Tourismusangebot im Mittelmeerraum schafft. Neben Badeurlaubern kommen viele Kultur- und Stadttouristen auf die Insel, wodurch Malta eine schwächere Saisonalität als andere Mittelmeerinseln aufweist. Von November bis Februar sinken die Besucherzahlen nie unter 40.000 Besucher pro Monat, deshalb bleiben viele Hotels ganzjährig in Betrieb. In der Hauptsaison kommen überwiegend Bade- und Strandurlauber, während in den Wintermonaten wetterunabhängige Tourismusformen, wie Kultur- und Bildungstourismus zum Tragen kommen. Ein großer Zweig sind dabei Sprachreisen, wobei hauptsächlich Englisch- und Italienischkurse angeboten werden. Dabei bietet Malta Platz für etwa 60.000 Sprachschüler. Pauschalreisen nach Malta sind in der Regel teurer als vergleichbare Reisen nach Spanien oder Griechenland, daher gibt es auf Malta nicht viele gering verdienende Touristen.
2014 wurden auf Malta 149 Tourismusbetriebe mit insgesamt 40.222 Betten registriert.
Die Regierung gibt jährlich ca. 11,4 % ihres gesamten Budgets für den Tourismussektor aus.
2015 stiegen die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf insgesamt 1,79 Millionen. Die Zahl der Kreuzfahrttouristen hat sich um 27,3 % auf 600.156 Besucher erhöht, wobei die Deutschen, mit 124.285 Besuchern, die größte Gruppe der Kreuzfahrttouristen bildeten. Hinter Großbritannien und Italien kommen aus Deutschland jährlich die meisten Touristen nach Malta, 2015 wurden insgesamt 142.010 deutsche Urlauber auf Malta registriert.
Etwa sieben Kilometer südlich von Valletta liegt der internationale Flughafen Luqa. Durch die zentrale Lage kann von jedem Punkt Maltas der Flughafen innerhalb von 30-40 Minuten erreicht werden. Die Touristenorte befinden sich hauptsächlich im Nordwesten und Südosten der Hauptinsel. Der Südwesten und der äußerste Süden dagegen sind aufgrund der Steilküsten nicht besonders attraktiv für Touristen. Es gibt einige Ausnahmen, wie z. B. die Sandstrände der Buchten Golden Bay oder Ghajn Tuffieha Bay. Zu den beliebtesten Touristenattraktionen zählen unter anderem die Blaue Grotte (Malta) und die Dingli Cliffs sowie die Hauptstadt Valletta.
Auf den Nebeninseln Gozo und Comino sind zum größten Teil Tagestouristen zu verzeichnen und daher gibt es nur vereinzelt touristische Einrichtungen. Auf Comino gibt es nur ein einziges Hotel der Mittelklasse. Auch auf Gozo gibt es nur vereinzelt touristische Einrichtungen, wie kleinere Hotelanlagen, Restaurants oder Gaststätten. Hier verteilen sich die wenigen touristischen Betriebe über die ganze Insel. Gozo steht für das traditionelle ländliche Malta und wird aufgrund der hohen Lebensqualität von Einwohnern und Regierung vor einer intensiveren Ausbreitung des Tourismus geschützt.
Malta hat keine besondere historische Tradition im europäischen Tourismus. Überlegungen, den organisierten Tourismus zu fördern, begannen erst in den 1950er Jahren. 1955 wurde eine Tourismusbehörde gegründet, um eine bessere Organisation des Tourismus zu erreichen. Zu der Zeit war Malta von den Briten besetzt, somit kümmerte sich die koloniale Verwaltung um die Vorhaben, die den Tourismus betrafen. Unter anderem wurden St. George’s Bay, Ghajn Tuffieha und Paradise Bay zu Orten des Tourismus erklärt. 1964 erlangte Malta seine Unabhängigkeit und damit gab es neue Entwicklungspläne für den touristischen Bereich. Bis 1969 stiegen die Besucherzahlen auf 186.000 an. Mehr als 75 % kamen zu der Zeit aus Großbritannien. Anfang der 1970er Jahre wurden aufgrund sinkender Besucherzahlen einige Maßnahmen ergriffen, wie z. B. der Bau von modernen Hotelanlagen, die Erneuerung von Hafenanlagen und des Flughafens. Unter anderem sollte die Abhängigkeit von Großbritannien eingedämmt werden, indem Touristen aus anderen Ländern angesprochen werden sollten. Die Folge daraus war, dass sehr viel weniger Touristen aus Großbritannien kamen, wodurch die Tourismuszahlen insgesamt nicht stiegen. Aufgrund zunehmender Konkurrenz im südlichen Mittelmeer, wie z. B. von Seiten Tunesiens und Zyperns, investierte die maltesische Regierung weiter in den Tourismus. Es wurden offizielle Tourismuszonen festgelegt, Strandhotels gebaut, Öffnungszeiten von Museen liberalisiert und die touristische Infrastruktur wurde dem europäischen Niveau angeglichen.
In Folge dessen fand ein Tourismusboom auf Malta statt. Über 700.000 Besucher kamen bis 1980 jährlich nach Malta, wobei der Anteil der britischen Touristen wieder auf 75 % stieg. Mit der Wirtschaftskrise in Großbritannien, Anfang der 1980er Jahre, sanken die Besucherzahlen stark, wodurch es zu einem Baustopp und Preissenkungen in den Tourismuszonen kam. Das führte dazu, dass sich auf die Steigerung der Qualität im Hotelsektor konzentriert wurde, wodurch Ende der 1980er Jahre eine Stabilisierung im Tourismusmarkt erreicht werden konnte. Die Besucherzahlen stiegen bis 1990 auf fast 900.000 pro Jahr. Der Anteil der britischen Touristen nahm auf ca. 50 % ab. Die Abhängigkeit vom britischen Markt wurde also gemindert aber nicht vollständig beseitigt. Während der 1990er Jahre hat sich Malta zu einer sehr bedeutenden Tourismusdestination entwickelt.
Ökotourismus ist eine verantwortungsvolle Form des Reisens in naturnahe Gebiete, die zum Schutz der Umwelt und zum Wohlergehen der ansässigen Bevölkerung beiträgt. Er ist eine kleine neuere Form des Tourismus und ist auf Malta deshalb noch nicht besonders ausgeprägt. Der Ökotourismus auf Malta begann sich 2002 zu etablieren, im Internationalen Jahr für Ökotourismus. Die Universität Malta gewann in Zusammenarbeit mit der „Biological Conservation Research Foundation“ eine Auszeichnung für ihre Arbeit im Meeres- und Naturschutz. Das Ministerium für Tourismus versucht seitdem den Tourismus zu fördern, ohne dadurch Gefahren für die Umwelt entstehen zu lassen. Die maltesische Touristenbehörde hat eine „Eco-certification“ eingeführt. Die Kriterien, die Tourismusbetriebe für dieses Zertifikat erfüllen müssen, sind die Einführung besserer Abfallsysteme, die Reduktion von Energie und Wasserverbrauch, bessere Luftqualität und das Vorhandensein von Grünflächen. Malta hat, wie viele kleine Inseln, Probleme mit der Müllentsorgung. Außerdem herrscht eine starke Umweltbelastung durch Abwasserprobleme, Lärmbelästigung und Luftverschmutzung, was unter anderem auf den Massentourismus zurückzuführen ist, bzw. durch diesen verstärkt wird. Andererseits hat der Tourismus auch positiven Einfluss auf die Umwelt Maltas, da in Tourismusregionen verstärkt auf das Müllproblem geachtet wird. Insgesamt ist Malta sehr stark abhängig von den vielen Massentouristen und Ökotourismus ist auf der Hauptinsel kaum verbreitet. Ökotouristische Angebote findet man daher zum größten Teil auf der ländlicheren Nebeninsel Gozo, da hier die Zahl an traditionellen Touristen deutlich geringer ist, als auf der Hauptinsel. Gozo besitzt nur 31.000 Einwohner und ist im Gegensatz zur Hauptinsel nicht so stark versiegelt. Die Regierungsorganisation EcoGozo versucht den Aspekt der Nachhaltigkeit in alle Lebensbereiche auf Gozo zu etablieren und es wird ein Image geschaffen, dass verstärkt auf den ökologischen Aspekt abzielt. Der derzeitige Lebenswandel in der westlichen Kultur, der verstärkt nicht mehr nur auf Konsum ausgelegt ist, verändert auch die Angebotsvielfalt im Tourismus. Auf Gozo können beispielsweise die Xwejni Salt Pants besichtigt werden, wo Salz direkt aus dem Meerwasser gewonnen wird. Hier haben Touristen die Chance zu erleben, wie lokale Familien im Einklang mit der Natur leben. Auf Gozo ist also Potenzial für die Etablierung des Ökotourismus gegeben, während Malta aufgrund der langen touristischen Tradition sehr stark auf Massentouristen ausgelegt ist.
Die Landwirtschaft stellt trotz volkswirtschaftlich geringer Rolle einen wichtigen Wirtschaftszweig auf Malta dar. Die Landwirtschaft trug 2010 mit 1,92 % zum Bruttoinlandsprodukt von Malta bei. Im Jahr 2003 lag der Anteil noch bei 2,89 %. 2010 waren rund 18.500 Menschen in der Landwirtschaft tätig, was einem Anteil von 10,6 % aller Erwerbstätigen Maltas entspricht. Von diesen sind ca. 1.300 als Vollzeitkräfte beschäftigt.
Aufgrund des geringen Niederschlages werden die meisten landwirtschaftlichen Flächen nur während der Regenmonate im Winter bewirtschaftet. Insgesamt 5 % der Flächen werden künstlich bewässert. Es werden unter anderem verschiedene Gemüse- und Fruchtarten wie Tomaten, Kartoffeln, Oliven, Pfirsiche und Erdbeeren angebaut. Die einheimischen Rebsorten sind Ghirghentina und Gellewza.
51,2 Prozent der Gesamtfläche Maltas werden ackerbaulich genutzt, was einer Fläche von ca. 160km² entspricht. Besonders intensiv wird die Landwirtschaft auf Gozo betrieben, da auf der Insel unterirdische Wasservorkommen existieren, die zur Bewässerung genutzt werden können. Während für Malta insgesamt die Landwirtschaft eine untergeordnete Rolle spielt, ist sie für Gozo von größerer Bedeutung.
2010 gab es 12.530 landwirtschaftliche Betriebe in Malta, was einem Anstieg von 14 % seit 2003 entspricht. Die Zunahme der Betriebe hat zwei Faktoren als Ursache. Zum einen gab es eine systematische Aktualisierung der Register, bei der alle maltesischen Farmen geprüft wurden und zum anderen wird das Land bei der Vererbung geteilt. In Bezug auf die durchschnittliche Größe der landwirtschaftlichen Betriebe ist ein minimales negatives Wachstum zu verzeichnen. Die durchschnittliche Größe beträgt 0,9 ha. Dabei ist zu sagen, dass sich in fast allen anderen EU-Mitgliedsstaaten eine entgegengesetzte Tendenz abzeichnet. 89 % der landwirtschaftlichen Betriebe haben eine ackerbauliche Fläche, die kleiner als 2 ha ist. Auch diese Entwicklung steht im Gegensatz zu denen anderer EU-Mitgliedsländer.
Schweine, Rinder und Geflügel stellen die wichtigsten Typen des Viehbestandes auf Malta dar. Sie machen zusammen 92 % des Bestandes aus. Im Zeitraum von 2003 bis 2010 sank die Anzahl des Viehbestandes um 12,3 %. Gleichzeitig hat auch die Anzahl der Betriebe mit Viehhaltung abgenommen.
Rohstoffe auf den maltesischen Inseln sind im Verhältnis zu anderen Ländern bis auf wenige begrenzt. In den Hoheitsgewässern Maltas befinden sich einige Erdgas- und Erdöl-Lagerstätten, welche aber nur zu einem geringen Teil ausgeschöpft werden. Eine effektivere Förderung mit mehr Potential ist derzeit in Bearbeitung.
Weitere nennenswerte Rohstoffe Malta’s sind der Globigerinenkalk sowie vereinzelte Fischvorkommen an den Küsten. Der Globigerinenkalk ist einer der wenigen natürlichen Rohstoffe des Inselstaates und wird hauptsächlich auf der Insel Gozo abgebaut. Das Vorkommen von Kalksandstein auf Malta besitzt eine große Bedeutung für die Baubranche, da dieser hauptsächlich als Baumaterial auf den beiden Inseln verwendet wird. So werden heute noch wie früher schon Gebäude und Tempel aus diesem Material errichtet, wobei das Material auch im Verkehrswesen zum Einsatz kommt, beispielsweise für das Anlegen von Bürgersteigen. Andere auf Malta vorkommende natürliche Rohstoffe sind Sedimente wie vor allem der blaue Ton und der obere Grünsand.
Da die Menschen bereits zu neolithischer Zeit mit der Entwaldung Maltas begonnen hatten, gibt es heute kaum Wälder auf der Insel und somit auch kein Holz. Aus diesem Grund wurden künstlich angelegte Waldflächen erschaffen, welche aber dem Zweck eines Erholungsgebietes dienen.
Der Fischfang auf Malta unterliegt einer alte Tradition, besitzt im Vergleich zu anderen Rohstoffen jedoch nur eine geringe Bedeutung, da die Fischvorkommen nicht besonders ausgeprägt sind. Der Grund dafür sind fehlende Flüsse, welche normalerweise die Küsten mit wichtigen Nährstoffen wie zum Beispiel Plankton versorgen würden.
Ein weiterer, eher untergeordneter Rohstoff Maltas ist das in Salzpfannen traditionell hergestellte Meersalz. Auf der Insel Gozo kann diese Herstellung von Touristen besichtigt sowie Meersalz erworben werden.
Als Bedingung für Maltas Beitritt in die EU im Jahr 2004 wurde um die Insel herum über das Küstenmeer hinaus eine 25-Meilen-Bewirtschaftungszone geschaffen, welche auch als Fischereizone/Fischereischutzzone bekannt ist. In dieser verfügt Malta über ausschließliche Rechte und Hoheitsbefugnisse im Fischfang. Die Fischerei ist auf Fischereifahrzeuge mit einer Gesamtlänge von unter 12 m beschränkt, die kein durch Maschinenkraft bewegtes Schlepp-/Zuggerät benutzen dürfen. Dadurch hat sich der Einsatz größerer Fischereischiffe aller Nationen unter anderem vor die tunesische Küste verlagert.
Gleichzeitig ist Malta dazu verpflichtet, die Einhaltung der in den verschiedenen Verträgen enthaltenen Vorschriften durch die unter seiner Flagge fahrenden Schiffe zu überwachen und zu kontrollieren. Außerdem setzt die Deklaration von Hoheitsrechten eine stärkere Kontrolle Maltas hinsichtlich der Erhaltung der Ressourcen und der Umwelt voraus. Insgesamt umfassen die Hoheitsbefugnisse Maltas im Mittelmeer rund 8231 km². Davon sind 21 km² innere Gewässer, 3020 km² Küstenmeer und mit 5190 km² bildet die Fischereischutzzone den größten Teil.
Malta hat 1982, wie die meisten Mittelmeerländer, das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (SRÜ) unterzeichnet und 1993 ratifiziert, welches Grundsätze und Vorschriften für die Erhaltung und Bewirtschaftung der lebenden Ressourcen der hohen See enthält. Zudem ist Malta im Jahr 2001 dem Fischereiabkommen (SFS 1995) beigetreten, welches die Länder rechtlich bindend dazu verpflichtet, die Fischbestände zu erhalten und nachhaltig zu bewirtschaften sowie Streitigkeiten über die Hochseefischerei friedlich beizulegen.
In Maltas Hoheitsgewässern befinden sich einige Erdgas- und Erdöl-Lagerstätten, welche den größten Teil der in Malta vorkommenden natürlichen Rohstoffe bilden. Häufige Fischarten in Maltas Gewässern sind Stachelmakrelen, Zackenbarsche, verschiedene Brassenarten, Tintenfische, Kraken, fliegende Fische, Knurrhähne, Stachelrochen, Schalenfische, Dorsche, Meerbarben, Papageienfische und Muränen. Die felsigen Strukturen der Unterwasserküste Maltas bieten außerdem Aalen optimale Lebensbedingungen. Im Winter halten sich auch Delphine, Thunfische und Bonitos in Maltas Küstennähe auf. Angelandet werden hauptsächlich Goldmakrelen (,Lampuki’), welche als Nationalfisch Maltas gelten, sowie Schwertfische und Meeraale.
In der kleinen Republik Malta stehen über 300 Kirchen, darunter zwei, deren Kuppeln zu den größten freitragenden Kuppeln Europas zählen: Die Johannes dem Täufer gewidmete Rotunde von Xewkija (Gozo) besitzt die viertgrößte freitragende Kirchenkuppel Europas (Liste der größten Kuppeln ihrer Zeit). Sie wird noch übertroffen von der Rotunde von Mosta auf Malta selbst mit einem Durchmesser von 39 Metern.
Aus Malta sind bislang drei Denkmäler in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen worden: Die Hauptstadt Valletta, die Tempelanlage von Ġgantija sowie das Hypogäum von Ħal-Saflieni.
Vor etwas mehr als 100 Jahren war Maltas Filmindustrie hauptsächlich von seiner strategischen Position im Zentrum des Mittelmeers und seinem Status als Teil des Britischen Weltreichs beeinflusst. Erst nach der Unabhängigkeit 1964 haben auch Länder außer Großbritannien die Vorteile Malta als Drehort zu nutzen, erkannt. So ist Malta heute aufgrund seiner vielfältigen Naturlandschaft und städtischen Architektur ein populäre Film- und Fernsehkulissen.
Besonders wichtig für den Erfolg als Film- und Fernsehkulisse ist auch die offizielle Unterstützung durch Institutionen wie der Filmkommission Malta oder die Bedeutung der Mediterranean Film Studios. So betreiben die Mediterranean Film Studios, die die derzeit zwei weltgrößten Wasserbecken für Filmaufnahmen (Oberflächenbecken: 122 m x 92 m bei 22 Millionen Litern sowie Tiefwasserbecken: 108 m x 49 m bei 43,2 Millionen Litern) und zeigen sich für Film- und Fernsehproduktionen wie "Die Gustloff", "Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis", "Der Untergang der Pamir", "Kon-Tiki", "Asterix  Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät", "Die Männer der Emden", "Wickie und die starken Männer" und viele weitere verantwortlich.
Beispiele für bekannte Filmproduktionen auf Malta sind "U-571", "Monte Cristo", "Troja", "Alexander", "Gladiator", "12 Uhr nachts – Midnight Express", "The Da Vinci Code – Sakrileg" und "München" sowie prestigeträchtige Fernsehproduktionen wie "Game of Thrones". Besonders Ridley Scotts "Gladiator" kann als wichtig angesehen werden, da dadurch Maltas Dienstleistungsangebot rund um den Film neu belebt wurde, was die Entwicklung als attraktiven Drehort weiter beschleunigt hat. So hat Malta schon eine Vielzahl von verschiedenen Orten gedoubelt – vom alten Rom über das Marseille des 19. Jahrhunderts bis hin zum Beirut der 1960er Jahre.
Für die Wirtschaft von Malta ist die Filmindustrie gleich aus zwei Perspektiven wichtig. Zum einen ist die Filmindustrie ein wichtiger Teil für den schnell wachsenden Dienstleistungssektor, zum anderen trägt die Filmindustrie zum wichtigen Wirtschaftszweig des Tourismus bei. Das wird zum Beispiel dadurch deutlich, dass die vom Film "Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag" (1980) verwendete Fischerdorf-Kulisse heute eine Touristenattraktion ist (Popeye Village), obwohl der Film damals ein Flop war. So wird der Filmtourismus von „Local Playern“ als Schlüssel-Untersektor anerkannt, um die lokale Entwicklung zu fördern und Malta als Tourismusziel zu bewerben. Dabei ist jedoch zu beachten, dass 2013 erst 3,5 % der Touristen angaben unter anderem aufgrund der Sichtbarkeit im Fernsehen, Malta zu besuchen.
Der Umfang der Wirtschaftsleistung der Filmindustrie variiert hierbei je nach Auftragslage von Jahr zu Jahr teilweise stark. So war 2015 ein Rekordjahr, es wurden mehr als 100 Millionen Euro durch den Filmsektor in die maltesischen Wirtschaft investiert. Im Gegensatz dazu wurden 2014 nur 29 Millionen investiert.
Eine Besonderheit der Maltesischen Inseln sind die Luzzus, bunt bemalte hölzerne Fischerboote, deren Bug mit Augen (Horus- oder Osirisauge) verziert ist. Die Bauweise der Boote soll auf die Phönizier zurückgehen; das Auge sollte der Überlieferung zufolge die Fischer vor Gefahren schützen. Zusätzlich tragen die Boote zumeist die Namen christlicher Heiliger.
Die farbenfrohen Boote sind ein beliebtes Fotomotiv für Touristen; daher wird ihr Unterhalt von der Regierung bezuschusst. Sie werden aber bis heute von den Fischern als Arbeitsgerät genutzt. Einige moderne Ausflugsboote für Touristen sind im Stil dem traditionellen Luzzu nachempfunden.
Ġbejna ist ein kleiner Käse aus Ziegenmilch. Sehr beliebt sind Kapern, Kaninchen und natürlich der Nationalfisch, die Goldmakrele (‚Lampuki‘), aber auch Pastizzis und Qassatas. Das sind Teigtaschen, die mit Ricotta, Thunfisch, Fleisch, Spinat oder Erbsen gefüllt sind. In Malta isst man auch gerne Qagħaq tal-Għasel, Bigilla, Aljotta und Nougat (Kuchen). Die maltesische Küche hat viel gemeinsam mit der italienischen und der griechischen Küche.
Kinnie ist der Name einer auf Malta hergestellten Limonade, die unter anderem aus Bitterorangen und Kräutern, insbesondere Wermutkraut hergestellt wird. Das bernsteinfarbene, alkoholfreie und kohlensäurehaltige Getränk hat einen bitter-süßen Geschmack. Ein weiteres bekanntes maltesisches Getränk ist das Lagerbier „Cisk Lager“.
Trotz seiner geringen Größe verfügt Malta über ein ausgedehntes öffentliches Verkehrssystem, das gerne von Touristen und Einheimischen genutzt wird. Dieses erstreckt sich vom Busverkehr, über den Taxiverkehr bis hin zum Schiffs- und Flugverkehr. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besaß Malta zudem ein Schienenverkehrsnetz: 1883 wurde eine Eisenbahnlinie von Valetta nach Mdina errichtet, die jedoch im Jahre 1931 aufgrund mangelnder Rentabilität wieder eingestellt wurde. Auch die Straßenbahn in Malta, welche 1905 eingerichtet wurde, musste bereits nach einigen Jahren, 1929, Konkurs anmelden. Heutzutage besteht keine Schienenverkehrsinfrastruktur mehr in Malta. Daraufhin wurde in den letzten Jahren viel in den Ausbau des Straßennetzes investiert.
Als Relikt der Engländer herrscht in Malta "Linksverkehr""." Überholt wird rechts, dennoch gilt die Vorfahrtregelung rechts vor links. Die Promillegrenze beträgt in Malta im Gegensatz zu Deutschland 0,8 anstatt 0,5. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h auf Autobahnen und Landstraßen, in geschlossenen Ortschaften 50 km/h.
Der öffentliche Nahverkehr wurde 1905 eingeführt. Bis 1994 waren die heute gelben Linienbusse einheitlich grün gestrichen, diese Farbgebung stammte noch aus den frühen 1980er-Jahren und sollte damals die Verbundenheit Maltas mit Libyen zum Ausdruck bringen. Die Busse auf Gozo waren traditionell grau. Bis ca. 2010, vor der Einführung der neuen Busse und der einheitlichen Vergabe des öffentlichen Nahverkehrs an Arriva waren die Linienbusse im Eigentum des jeweiligen Busfahrers. Die Busse waren größtenteils veraltet, zahlreiche Linienbusse stammten noch aus der Kolonialzeit, waren also gut 50 Jahre alt. Wer aussteigen wollte, musste an einer Leine ziehen, die zu einer neben dem Fahrer montierten mechanischen Klingel führte. Die Türen der Busse waren abmontiert oder blieben während der Fahrt offen. Der Fahrtwind ersetzte damit die Klimaanlage. Diese Busse galten bei den einen als Touristenattraktion, bei anderen höchstens als brauchbares Nahverkehrsmittel. Nicht nur die Busse waren im jeweiligen Eigentum der Fahrer, auch fuhren die Fahrer ähnlich wie Taxibetreiber teilweise auf eigenes finanzielles Risiko. Wer nicht über ein Abonnement verfügte, bezahlte bar beim Fahrer, Rückgeld war nicht immer verfügbar. Die Linien und Fahrten auf den jeweiligen Linien wurden zwar den Fahrern zugeteilt, hingegen existierte auf den meisten Linien kein exakter Fahrplan, sondern lediglich eine ungefähre Intervallangabe, innerhalb derer die Busse verkehrten (je nach Linie Takt zwischen zehn Minuten und mehreren Stunden). Aufgrund der beschränkten Transportkapazität der alten Busse bestand keine Mitnahmegarantie, in Stoßzeiten oder bei Gruppen musste auf den nächsten oder übernächsten Kurs gewartet werden. Zu diesem Zweck wurde entsprechend dem kolonialen Erbe präzise Schlange gestanden.
Zur Aufnahme Maltas in die EU musste unter anderem auch das Nahverkehrssystem erneuert werden. Ein erster Schritt wurde 1995 mit der Einführung eines neuen Farbsystems getan, bestehend aus einer warmen gelben Farbe und einem orangen Farbband. Das weiße Dach blieb erhalten. Ab 1996 startete ein Programm, um die Busse Schritt für Schritt zu verstaatlichen. Die Busfahrer nahmen Kredite für neue Busse auf, deren Kosten später teilweise von der Regierung übernommen wurden. Zur Steigerung der Qualität wurde ein Ausschreibungsverfahren für neue Fahrzeuge gestartet, an denen sich Busunternehmen aus der Türkei, Polen, Griechenland und Mazedonien beteiligten. Außerdem reichte der chinesische Bushersteller King Long ein Angebot für neue Fahrzeuge ein.
Auch wenn die Busfahrer den BMC Falcon aufgrund seiner guten Performance und Straßenlage bevorzugten, entschied man sich letztlich, von den Modellen der Marke King Long die meisten Modelle zu bestellen. Mit dieser Umstellung wurde auch das gesamte Nahverkehrssystem optimiert.
Vom 15. bis 17. Juli 2008 erlebte Malta einen Streik von Bus- und Taxifahrern mit Straßenblockaden. Grund dafür waren die wirtschaftlichen Sorgen von Bus- und Taxifahrern, dass bei durchzusetzendem EU-Recht ihr Transportmonopol kippe. Damit hätten auch Unternehmer anderer EU-Länder das Recht, den öffentlichen Nahverkehr mitzugestalten. Besonders die maltesischen Busfahrer, in deren Eigentum sich die Busse befanden, bangten um ihre Existenz.
Am 3. Juli 2011 wurde der öffentliche Nahverkehr an die Firma Arriva, ein Tochterunternehmen der Deutsche Bahn AG, vergeben. Dadurch waren die Busse Maltas nunmehr nicht mehr gelb, sondern trugen die türkisfarbene Unternehmensfarbgebung des neuen Eigentümers. 185 neue Busse wurden angeschafft sowie 79 weitere modernisiert. Die gesamte Flotte erfüllte nun die Euro-5-Abgasnorm, war behindertengerecht sowie mit Klimaanlagen und Überwachungskameras ausgestattet. Von den somit insgesamt 264 Bussen verfügten 10 Modelle über Hybridantrieb, 60 weitere waren bisher auf Malta unbekannte Gelenkbusse. Der zentrale Omnibusbahnhof am Stadttor von Valletta (das im Zuge der Modernisierung abgerissen wurde) wurde erneuert und mit neuen Schildern ausgestattet. Medienkampagnen machten zusätzlich auf das neue System aufmerksam. Mit der Übernahme des maltesischen Busverkehrs durch Arriva endete das bisherige maltesische Bussystem abrupt. Arriva führte ein neues Bussystem auf Malta ein, brachte neues Rollmaterial, mehr Linien (die nun aber statt wie bisher sternförmig dann ringförmig verliefen), häufigere Fahrten, etc. Auf der anderen Seite verschwand die maltesische Touristenattraktion des Busverkehrs, und viele Busfahrer verloren ihre Existenzgrundlage (sofern sie nicht bei Arriva anheuern konnten).
Seit dem 1. Januar 2014 betreibt das Unternehmen "Malta Public Transport" den gesamten Busverkehr auf Malta und Gozo, nachdem desaströse Zustände und Verluste von ca. 50 Millionen Euro in nur zwei Jahren Arriva zur Aufgabe zwangen. Laut Presseerklärung der Deutsche Bahn AG Der Verkaufspreis betrug einen symbolischen Euro.
Die Gründe für das Scheitern von Arriva waren vielschichtig: Die 60 Gelenkbusse waren auf Malta absolut unbrauchbar, da sie durch zahlreiche enge Gassen in den Städten nicht fahren konnten. In einem Festungsgraben in Valetta abgestellt, warteten sie zuletzt auf ihren Verkauf (angeblich in den Sudan). Auch kam es mehrere Male zu Bränden in Bussen, die für das warme Klima auf Malta nicht geeignet waren. Mindestens drei Busse sind dabei komplett (ohne Personenschaden) ausgebrannt. Es stellte sich heraus, dass es sich auch um Busse handelte, die zuvor in London als "ungeeignet" ausgemustert worden waren.
Die zuvor meist sternförmig angelegten Touren verliefen nun in Ringform, was beispielsweise Fahrtzeiten von den Außenbezirken in die größeren Städte deutlich verlängerte, zudem wurden die Fahrpläne häufig nicht eingehalten. Auch die deutlich unterschiedlichen Tarife für Einheimische und Touristen stießen zunehmend auf Kritik.
Das Bus-System ist relativ einfach zu verstehen. Generell verkehren die Busse auf den Maltesischen Inseln täglich zwischen 05:30 Uhr und 23:00 Uhr, wobei 80 verschiedene Linien diverse Ortschaften miteinander verbinden. Die durchschnittliche Dauer einer Busfahrt in Malta beträgt 20 bis 30 Minuten, die längste 50 Minuten. Ein Bus fährt immer in zwei Richtungen, in den meisten Fällen entweder von Valletta weg oder nach Valletta hinein. Im Allgemeinen wird zwischen diesen Routen unterschieden:
Zudem verkehren in Malta charakteristische Doppeldecker-Sightseeing-Busse als touristische Attraktion. Hierbei gibt es vier unterschiedliche Routen mit 44 Stopps. Touristen können die Touren in 16 verschiedenen Sprachen hören und die Tickets 24 Stunden lang nutzen.
Malta besitzt einen Flughafen und eine eigene Fluggesellschaft, die Air Malta mit Sitz in Luqa. Sie nahm ihren Betrieb am 1. April 1974 auf und verbindet Malta mit mehr als 35 Städten quer über Europa und den Mittelmeerraum. Air Malta bedient vom Flughafen Malta aus in erster Linie wichtige europäische Städteziele, wie beispielsweise London, Athen und Moskau und bietet zudem auch Charterflüge, wie etwa saisonal nach Salzburg an. Im deutschsprachigen Raum werden Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, München sowie Stuttgart, Wien in Österreich und Genf und Zürich in der Schweiz angeflogen.
Der Grand Harbour in Valletta gilt als eine der modernsten Hafenanlagen im südlichen Mittelmeer, sodass auch europäische und amerikanische Kreuzfahrtschiffe häufig in Valletta registriert werden, wie beispielsweise die Schiffe der TUI Cruises. Der Tourismus wird hierdurch enorm angekurbelt, wobei sich 84% der Passagiere nur einen Tag in Malta aufhalten.
Zudem besteht stündlich eine Fährverbindung zwischen Malta (Cirkewwa) und Gozo (Mgarr), die auch Autos transportiert und eine Fährverbindung von Mgarr auf Gozo nach Sa Maison (Malta). Darüber hinaus bestehen Fährverbindungen zwischen Valletta und Catania auf Sizilien, Reggio Calabria und Salerno auf dem italienischen Festland, Valencia in Spanien und Tripolis in Libyen. Die Fährverbindung nach Tripolis war insbesondere während des UN-Embargos gegen Libyen nach dem Lockerbie-Anschlag von Bedeutung, da auch der Luftverkehr nach Libyen eingestellt war; Libyer, die ins Ausland reisen wollten, nutzten daher diese Verbindung, um von Malta in den Rest Europas oder nach Übersee weiterzufliegen. Seit der Aufhebung des Embargos gegen Libyen hat die Verbindung an Bedeutung verloren und verkehrt nur noch ein- bis zweimal pro Woche. In den maltesischen Häfen wurden 2014 rund 3,5 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, etwa 0,1 Prozent des Gesamtumschlages aller Häfen der Europäischen Union.
Auf Malta waren im Jahr 2014 rund 315.000 Fahrzeuge zugelassen (ohne Motorräder). Mit einer Quote von 592 privat zugelassenen Pkw je 1000 Einwohner lag Malta im Jahr 2012 auf Platz 2 in der Europäischen Union, hinter Italien (621) und noch vor Finnland (560) oder beispielsweise Deutschland (530). Die Anzahl der Verkehrstoten pro Jahr schwankte im Zeitraum 2003 bis 2010 zwischen 9 und 17.
Malta ist ein „Paradies“ für Autoliebhaber. Allgemein sind die Malteser große Oldtimerliebhaber. Im maltesischen Straßenbild sind viele gepflegte Oldtimer zu sehen, außerdem gibt es ein Oldtimer-Museum, die "Malta Classic Car Collection".