Suizid

Suizid (von neulateinisch "suicidium", aus "sui" „seiner [selbst]“, und "caedere" „[er]schlagen, töten, morden“), auch Selbsttötung, allgemeinsprachlich Selbstmord oder Freitod, ist die vorsätzliche Beendigung des eigenen Lebens. Ein Suizid kann entweder aktiv geschehen, indem man sich Schaden zufügt (etwa durch tödliche Selbstverletzung oder die Einnahme von Giften), oder aber passiv, indem man nicht mehr für sich sorgt und beispielsweise lebensnotwendige Medikamente, Nahrungsmittel oder Flüssigkeiten nicht (mehr) zu sich nimmt.
Eine Suizidhandlung, die nicht direkt zum Tod führt, wird in der Fachsprache Suizidversuch, allgemeinsprachlich Selbstmordversuch genannt. Suizidversuche sind sehr viel häufiger als vollendete Suizide. Der psychische Zustand eines suizidgefährdeten Menschen wird als Suizidalität bezeichnet. Überlebende (z. B. durch Rettungsmaßnahmen nach vorzeitigem Auffinden) benötigen oft Intensivmedizin oder tragen bleibende Behinderungen wie etwa Hirnschäden davon.
Aus Sicht der Medizin sind Suizide und Suizidversuche in vielen Fällen das Symptom einer behandlungsdürftigen psychischen Störung wie einer Depression, bipolaren Störung, Schizophrenie, starker Schmerzen oder anderer schwerer Leiden, Krankheiten oder Behinderungen, die der betroffene Mensch nicht mehr länger ertragen will. Einigkeit besteht in der Suizidforschung, dass durch frühzeitige medikamentöse Behandlung und professionelle therapeutische Hilfe einem Menschen zwar geholfen, er aber letztendlich nicht mit Sicherheit von einer Selbsttötung abgehalten werden kann.
Mit dem Suizid befassen sich Wissenschaften wie die Psychiatrie, Psychologie, Soziologie, Philosophie, Theologie und die Rechtswissenschaft. Als eigenständige Wissenschaft, die sich mit dem Suizid besonders aus psychiatrisch-medizinischer Sicht beschäftigt, hat sich im 20. Jahrhundert die Suizidologie herausgebildet. Daneben gibt es praktische Ansätze zur Suizidverhütung und zur Betreuung derjenigen, die einen Suizidversuch unternommen haben, sowie der Angehörigen von Suizidenten.
Suizid wurde in Gesellschaften und Epochen sehr unterschiedlich bewertet, was sich auch in der Sprache niederschlug. Im Alltag wird meist der Begriff "Selbstmord "verwendet. Das Wort "Suizid" wird vor allem in der wissenschaftlichen und der medizinischen Sprache verwendet. Es gilt als sprachlich neutral; ebenso der Begriff "Selbsttötung". Dagegen kann "Selbstmord" unter Umständen als tabuisierend, stigmatisierend und/oder kriminalisierend aufgefasst werden, "Freitod" als heroisierend.
Die Bezeichnung "Selbsttötung" wird meist juristisch oder amtssprachlich verwendet und lässt den Unterschied zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit offen. Die Bezeichnung "Selbstmord" ist demgegenüber konkreter und klarer, weil "Mord" immer das vorsätzliche, keinesfalls ein fahrlässiges Töten eines Menschen bezeichnet. Andererseits ist die Bezeichnung "Selbstmord" unpassend, weil "Mord" sich auf die Tötung eines anderen Menschen bezieht.
"Selbstmord" ist die historisch älteste deutschsprachige Bezeichnung für einen Suizid. Das vermeintlich wertende Wort ist keine eigentliche deutsche Wortschöpfung, sondern entstand als Lehnübersetzung des neulateinischen "suicidium" im 17. Jahrhundert. Das Wort "Selbstmörder" erschien bereits im 16. Jahrhundert, erstmals bei Martin Luther als „sein selbs mörder“ (seiner selbst Mörder).
Die indogermanische Wurzel des Wortes "Mord" bedeutet „aufgerieben werden, zerreiben“ (vgl. aus derselben Sprachwurzel "mürbe" und "Schmerz"). Das Wort bedeutete ursprünglich „Tod“ (vgl. das verwandte lateinische Wort "mors" für „Tod“). Doch schon in altgermanischer Zeit hatte sich die Wortbedeutung bei vielen Stämmen verschoben und stand für „absichtliche, heimliche Tötung“.
1652 wurden durch John Donne die Begriffe "self murder" für den verwerflichen Selbstmord und "self-homicide" für den nicht von vornherein verwerflichen Suizid in der englischen Sprache etabliert.
Fritz Mauthner plädierte in seinem "Wörterbuch der Philosophie" (1923) dafür, "Selbstmord" durch "Freitod" zu ersetzen: „[Ich bin] geneigt, den neuen, nicht ganz einwandfrei gebildeten Ausdruck "Freitod" – im D. W. noch nicht gebucht – dem alten und an die Sprache des Strafrechts erinnernden Worte "Selbstmord" vorzuziehen. […] Jean Paul konnte die Umformung "Selbermord" wagen; immer knüpft die Vorstellung an die des Verbrechens an, wie es denn im Französischen bis nach der Mitte des 18. Jahrhunderts "homicie de soi-même" hieß. "Freitod" erinnert mich, wie "Freitreppe", "Freistatt", an etwas, das ins Freie führt, das Freiheit gewährt.“
In den mit der Erscheinung befassten Wissenschaften wird der Begriff "Selbstmord" heute meist abgelehnt, da in ihm eine Beurteilung der Tat gesehen wird, die nach allgemeiner Ansicht vermieden werden soll. Fred Dubitscher sagte, Selbstmord sei „kein Mord im eigentlichen Sinn und kein Verbrechen“. Adrian Holderegger formulierte: „Dieses Residuum eines religiösen Vorurteils und einer veralteten Rechtsauffassung hat in einem modernen Beurteilungsschema keinen Platz mehr“.
Die Bezeichnung "Freitod" geht davon aus, dass sich ein Mensch im Vollbewusstsein seines Geistes und selbstbestimmt tötet. Der Begriff wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus Friedrich Nietzsches "Vom freien Tode" gebildet, einem Kapitel in seinem Werk "Also sprach Zarathustra". Wer einen freien Tod vorhat, soll nach Nietzsche „zur rechten Zeit“ ein „edles“ Sterben wählen: „In eurem Sterben soll noch euer Geist und eure Tugend glühn, gleich einem Abendroth um die Erde: oder aber das Sterben ist euch schlecht gerathen.“
Ein Beispiel für einen Freitod aufgrund philosophischer Erwägungen kann im Tod des Sokrates gesehen werden, der auf eine Flucht verzichtete, das richterliche Urteil mit Respekt vor den Gesetzen annahm und bis zuletzt mit seinen Freunden philosophisch diskutierte. Auch Seneca, der bereits schwer krank gewesen ist, hat nach dem missglückten Anschlag auf Kaiser Nero sein Todesurteil im Geiste der Stoa als sittlich gleichgültiges Ding (Adiaphora) angenommen und sich mit seinen Freunden mündlich und schriftlich ausführlich mit Sterben und Selbsttötung auseinandergesetzt. Dabei kritisierte er jene Philosophen, die Suizid zur Sünde erklärten.
Der Philosoph Wilhelm Kamlah sprach von einem Entschluss zur Selbsttötung nach reiflicher Überlegung und aus innerer Ruhe und Freiheit heraus und bezeichnete es als ein Grundrecht. Der Philosoph Ludger Lütkehaus plädiert ebenfalls dafür, die „Freiheit zum Tode“ zu respektieren. 
Aus psychiatrischer Sicht handelt es sich um eine Form der rationalen Bewältigung suizidaler Tendenzen, wie sie etwa der schwer traumatisierte Schriftsteller Jean Améry vorgenommen hatte.
Der Duden bezeichnet den Begriff als Hüllwort.
Wenn der Suizid mit Unterstützung durch eine andere Person verübt wird, spricht man je nach Tatherrschaft entweder vom „assistierten Suizid“ oder in der Rechtssprache von „Tötung auf Verlangen“ oder „Beihilfe zum Suizid“. Solche Formen der Sterbehilfe werden international kontrovers diskutiert und juristisch unterschiedlich geregelt. In der Geriatrie und Altenpflege wird eine Passive Sterbehilfe im Zusammenhang mit den Begriffen „künstliche Ernährung“ bzw. „Nahrungsverweigerung“ immer wieder thematisiert.
Die häufigste Ursache für einen Suizid bzw. Suizidversuch wird heute in diagnostizierbaren psychischen Erkrankungen gesehen. Je nach Schätzung werden 90 % aller Suizide in westlichen Gesellschaften hierauf zurückgeführt. Da die Diagnose häufig erst nach einem erfolgreichen Suizid als Verdachtsdiagnose gestellt wird, ist diese Einteilung zumindest fragwürdig, da zur Diagnose nur die Suizidhandlung an sich und die Beschreibungen von Angehörigen herangezogen werden können. Letztere sind unter Umständen unvollständig oder fehlerhaft, oder es wird einzelnen Begebenheiten im Nachhinein eine unangemessene Bedeutung beigemessen (Recall Bias). Andere Studien betrachten nur Patienten mit bereits bekannter psychiatrischer Krankheit und zeigen ebenfalls einen hohen Anteil von psychisch Kranken an den Suiziden, tendenziell wird dieser hier sogar unterschätzt, weil viele psychiatrische Erkrankungen nicht diagnostiziert werden. Suizid kommt demnach vor allem bei Depressionen und manisch-depressiven Erkrankungen gehäuft vor.
Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen und chronische Schmerzen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, haben aber auch fließende Übergänge zur Depression. Den Suizid auslösende Faktoren können dann zwar Lebenskrisen wie die Trennung vom Partner, Versagensängste oder der wirtschaftliche Ruin sein – als alleiniger Hintergrund eines Suizids kommt dies aber nur in ca. 5 bis 10 % der Fälle vor. Trotzdem ist davon auszugehen, dass sowohl eine innere wie eine äußere Ursache für eine Depression besteht, das heißt ein für Depressionen anfälliger Patient wird durch seine Lebensumstände depressiv.
Studien der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zeigen, dass tatsächlicher wie auch drohender Verlust des Arbeitsplatzes der Auslöser bei rund 20 % aller Selbsttötungen ist. Dabei wurden für die Jahre 2000 bis 2011 aufgrund von WHO-Daten 233.000 Suizide in 63 Ländern untersucht. 45.000 von ihnen standen in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang mit einem Verlust des Arbeitsplatzes. Zudem geht generell der Anstieg der Suizidrate einer höheren Arbeitslosigkeitsquote um etwa ein halbes Jahr voraus.
Teilweise wird der Suizid als ein letzter Ausweg eines Menschen aus einem Leben angesehen, das von körperlichem Schmerz und Leiden bestimmt ist, welche sich mit den Mitteln der Medizin nicht lindern lassen. Auslösende Faktoren sind auch vom Kulturkreis abhängig. Beispielsweise ist der sogenannte Gesichtsverlust in Asien als Motiv für Suizide bekannt.
Der Soziologe Émile Durkheim hat 1897 mit seinem Werk über den Suizid "(Le suicide)" die sozialen Zusammenhänge der Selbsttötung auf empirischer Grundlage analysiert. Er unterscheidet zwischen dem "egoistischen", dem "altruistischen", dem "anomischen" und dem "fatalistischen" Suizid.
Sigmund Freuds Postulat eines Todestriebs in seiner Schrift "Jenseits des Lustprinzips" (1920) hat mit dem Suizid allenfalls am Rande etwas zu tun. Vielmehr begreift Freud den „Todestrieb“ ganz allgemein als zerstörerischen Aspekt des Lebens, der auch schon bei Einzellern und Tieren vorzufinden sei. Das Konzept des Todestriebs, das Freud selbst als „Spekulation“ bezeichnete, war auch unter den Anhängern der Psychoanalyse von Anfang an umstritten.
Fritz Mauthner verglich in seinem "Wörterbuch der Philosophie" (1923) den Suizidenten mit einer an der Ufermauer stehenden Katze, die, weil sie von heißen Eisenstangen umzingelt ist, ins für sie tödliche Wasser springt. Wie die Katze, die sonst schwere Verbrennungen erlitten hätte, töten wir uns selbst also nur dann, wenn wir das Weiterleben als unerwünschter einschätzen als den Tod. Dann erst entstehe die Möglichkeit, dass bewusste Motive stärker als der Instinkt zur Selbsterhaltung werden.
Tausende von Texten aller Art über verschiedenste Aspekte des Suizids hat 1927 Hans Rost in einer Bibliographie zusammengestellt. Die „Suizid-Bibliothek“ aus Rosts Nachlass steht heute in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, weite Teile davon sind auch auf Mikroform verfügbar (siehe Literatur).
Alfred Hoche (1865–1943) prägte den Begriff „Bilanzsuizid“ für eine Selbsttötung nach rationaler Abwägung der Lebensumstände. Bilanzsuizide im Sinne einer rational kalkulierten Entscheidung entsprechen einem subjektiven Empfinden. Viktor Frankl sprach sich daher dafür aus, die Bezeichnung „Bilanzsuizid“ ausschließlich für die Sicht des Betroffenen zu verwenden.
Nach dem "Welt-Suizid-Report" der Weltgesundheitsorganisation ("WHO") nahmen sich 2012 etwa 804.000 Menschen weltweit das Leben. Dies entspricht 11,4 pro 100.000 Menschen. Im Jahr 2012 war Suizid nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache für 15- bis 29-Jährige.
Eine Übersicht über die Suizidraten weltweit im Vergleich findet sich in der Liste der Suizidraten nach Ländern. Ein weltweiter Durchschnittswert ist aufgrund mangelhafter Datenlage nicht zu bestimmen.
Innerhalb der OECD schwankte die Suizidrate (Suizide pro 100.000 Einwohner/Jahr) in den Jahren 1960 bis 2005 zwischen 11 und 16. Seit einem Spitzenwert von 16,0 im Jahr 1984 nahm die Suizidrate stetig ab und stand 2005 bei 11,4.
In der Europäischen Union begingen nach einer Meldung der EU-Kommission aus dem Jahr 2005 jährlich 58.000 Menschen Suizid, wobei die meisten dieser Fälle von Personen begangen wurden, die an Depressionen litten. An anderen Todesursachen führt dieselbe Meldung jährlich 50.700 Verkehrstote und 5.350 Opfer von Gewaltverbrechen an.
Die Suizidrate ist stark geschlechtsabhängig; die Rate ist bei Männern konsistent höher als bei Frauen. In wohlhabenden Ländern begehen etwa dreimal mehr Männer als Frauen Suizid, in ärmeren nur etwa 1,5-mal soviele.
Die höchste Suizidrate weltweit wird aus Weißrussland gemeldet, mit 35,1 im Jahr 2003 (Männer 63,3; Frauen 10,3), die höchste Suizidrate unter Frauen aus Japan mit 13,7 im Jahr 2007 (Männer 35,8; Durchschnitt 24,4).
Die niedrigste Suizidrate in Europa wurde in Griechenland gemessen, mit 2,8 im Jahr 2008 (Männer 4,8, Frauen 1,0) und 3,8 (Männer 6,3, Frauen 1,3) im Jahr 2012(die Suizidrate stieg in Griechenland in den letzten Jahren jedoch deutlich).
Die Suizidrate ist auch altersabhängig, allerdings variiert diese Abhängigkeit kulturell stark.
Weltweit liegt sie bei Personen ab 70 Jahren am höchsten.
In Südkorea steigt die Suizidrate mit zunehmendem Alter stetig an, nimmt dagegen in Norwegen und Neuseeland ab, während sie in Ländern mit niedriger Suizidrate wie Portugal, Griechenland oder Italien kaum eine Altersabhängigkeit aufweist.
Die Zahl der Suizide in Deutschland (frühere Bundesrepublik und neue Bundesländer einschließlich Ost-Berlin) folgte von etwa 1980 bis 2007 einem fallenden Trend und steigt seither wieder an. Bei Suiziden ist im Allgemeinen eine hohe Dunkelziffer anzunehmen. Im Jahr 2011 starben in Deutschland 10.144 Menschen durch Suizid (12,4 je 100.000 Einwohner), auf dem Tiefststand 2007 waren es 9.402 Personen (11,4 je 100.000 Einwohner), während 1980 noch 18.451 Menschen (23,6 je 100.000 Einwohner) durch Suizid verstarben. In Westdeutschland (ohne DDR) gab es 1980 insgesamt 12.868 Suizide (8.332 Männer, 4.536 Frauen), bei 61,66 Mio. Einwohner sind das 20,87 je 100.000 Einwohner. Für die DDR ergeben sich für das Jahr 1980 aus den obigen Zahlen 5583 Suizide. Bei 16,74 Mio. Einwohnern sind das 33,35 je 100.000 Einwohner.
Als Gründe für den zwischenzeitlich starken Rückgang werden eine verbesserte fachärztliche Versorgung, die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen und Probleme der methodischen Erfassung angesehen. So wurde in der Zwischenzeit die Kategorie der „unklaren Todesursache“ eingeführt, und unter den vermeintlichen Drogentoten dürfte es ebenfalls eine hohe Anzahl von Suizidenten geben. Für 2011 werden ca. 1000 Drogentote angenommen, ohne die Toten, die an Alkoholmissbrauch (>70.000) und als Folge des Tabakrauchens (>110.000) starben. Es wird daher vermutet, dass eine realistische Schätzung der tatsächlichen Suizidzahlen bei 25 % über der statistisch erfassten Anzahl anzusiedeln ist. Suizide entsprachen 2007 1,1 % aller Todesfälle und 30,7 % der Todesfälle mit äußerer Ursache (Vergleich: Unfälle 60,4 %, darin Stürze 25,2 %, Verkehr 16,9 %). Der Anstieg der Suizidrate seit 2007 um knapp 9 % korrespondiert mit der zuletzt stark angestiegenen Krankheitslast durch psychische Störungen, speziell Depressionen und betrifft Männer stärker als Frauen.
Experten vermuteten, dass die plötzliche deutliche Erhöhung der Anzahl an Suiziden im Jahr 2009 auf einen Zusammenhang zwischen medialer Berichterstattung über den Suizid des Fußball-Torhüters Robert Enke und der Zahl der Nachahmer zurückzuführen war. So sind 2009 9571 Suizide vollendet worden. Bereits bei der Veröffentlichung von Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werthers" war es 1774 zu einer Suizidwelle gekommen, wobei zahlreiche Tode deutlich als Nachahmung der Romanvorlage erkennbar waren. In der wissenschaftlichen Literatur werden die Nachahmer-Suizide deswegen als „Werther-Effekt“ bezeichnet. Inzwischen haben zahlreiche Studien (wie beispielsweise zweimalige Zunahme nach der Erstausstrahlung und Wiederholung des Filmes "Tod eines Schülers") einen Zusammenhang zwischen der Medienberichterstattung über Suizide und einem Anstieg der Taten bestätigt. Deswegen mahnt der Deutsche Presserat die Medien in seinem Kodex bei der Berichterstattung über Suizide zur Zurückhaltung. Die Deutung des plötzlichen Anstiegs der Suizidzahlen 2009 als „Ausreißer“ wird aus heutiger Sicht jedoch durch den ebenso starken Anstieg 2010 und den weiteren Anstieg auch 2011 relativiert.
Die Sterblichkeit durch Suizid ist sehr stark abhängig von Alter und Geschlecht. So waren Kinder im Jahr 2007 mit einer Sterblichkeit von weniger als 0,3 je 100.000 Einwohner praktisch nicht betroffen. In der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen betrug die Sterblichkeit 2,1 (weiblich) bzw. 6,2 (männlich) je 100.000 Einwohner und stieg bei den 85-Jährigen und Älteren auf 17,9 bzw. 68,7 je 100.000 Einwohner. Der Anteil von Selbsttötungen an den Todesursachen erreicht dennoch bei jungen Erwachsenen sein Maximum, da deren Sterblichkeit durch Krankheit sehr niedrig ist. In der Altersgruppe der 15- bis 35-Jährigen war Suizid Ursache in einem von sechs Todesfällen (16,5 %). Insgesamt betrug die Suizidsterblichkeit von weiblichen Personen 5,7, von männlichen 17,4 je 100.000 Einwohner. Von den 9.402 Suiziden wurden 7009 (74,5 %) von Männern ausgeführt. Wegen der bei Frauen schneller abnehmenden Suizidzahlen hat dieser Anteil steigende Tendenz.
Innerhalb Deutschlands bestehen signifikante regionale Unterschiede. Die meisten Suizidfälle gab es 2006 in Bayern (13,3 je 100.000 Einwohner), die wenigsten in Sachsen-Anhalt (6,6 je 100.000 Einwohner). 1990 wurden in Sachsen noch die meisten Fälle (28,3 je 100.000 Einwohner) und in Nordrhein-Westfalen die wenigsten (11,9 je 100.000 Einwohner) gezählt. Im Jahr 1982 lag die Suizidhäufigkeit in der damaligen Bundesrepublik Deutschland bei 24,7 je 100.000 Einwohner, in der DDR bei 35. Forscher führen dies jedoch weniger auf die Gesellschaftsordnung, sondern eher darauf zurück, dass das Territorium der DDR hauptsächlich Gebiete wie Sachsen und Thüringen umfasste, die schon im Deutschen Reich erhöhte Suizidraten aufwiesen. In der Folgezeit ging diese Häufigkeit jedoch zurück und liegt heute für Männer bei 20 und für Frauen bei 7.
Die Zahl der Suizide ist einer jahreszeitlichen Schwankung unterworfen. 2006 nahmen sich während der Frühlings- und Sommermonate mehr Menschen das Leben als während der Herbst- und Wintermonate. Von März bis Juli lag der Anteil an den Suiziden des Jahres über dem Anteil des Monats am Jahr, besonders deutlich im Mai und Juli, von August bis Februar lag der Suizidanteil dagegen gleichmäßig unter den Jahresanteilen.
Die Suizidrate von Ärzten ist bis zu 3,4-mal höher als die anderer Bürger, bei Ärztinnen ist die Rate sogar bis zu 5,7-mal erhöht. Neben der berufsbedingten dauerhaften Beschäftigung mit belastenden Themen wie Krankheit und Tod ist eine mögliche Erklärung für diese hohe Rate, dass Ärzte sowohl die Expertise als auch Zugang zu Mitteln zur Ausführung eines Suizids besitzen, über die andere Bevölkerungsgruppen seltener verfügen.
In Strafvollzugsanstalten ist der Suizid die häufigste Todesursache. Auch der prozentuale Anteil an der sozialen Gruppe übersteigt den anderer Gruppen deutlich. Es gab 1987 Angaben von einer zehn Mal höheren Rate. Im selben Jahr nahm das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsbeschwerde eines Gefangenen nicht an, der aufgrund der selbst angenommenen „Aussichtslosigkeit“ seines Lebens vom Staat Hilfe zur Selbsttötung einklagen wollte.
Die Zahl der Suizidversuche liegt gegenüber den vollendeten Suiziden im Mittel um einen Faktor 10 bis 15 höher, also bei etwa 100.000 bis 150.000. Auch hier ist mit hohen Dunkelziffern zu rechnen. Der Einfluss von Alter und Geschlecht ist gegenüber den vollendeten Suiziden genau umgekehrt. Bei jungen Frauen ist die Häufigkeit von Suizidversuchen am größten, bei älteren Männern am niedrigsten. Stichprobenschätzungen für Deutschland ermittelten für 2001 für Frauen 131 und für Männer 108 Versuche je 100.000 Einwohner. Für 15- bis 24-jährige Frauen werden bis zu 300 Versuche je 100.000 Einwohner geschätzt. Insgesamt dominieren bei den Suizidversuchen weiche Methoden der Vergiftung (78 % weiblich, 59 % männlich) gefolgt von der Verwendung schneidender oder stechender Gegenstände (14 % weiblich, 23 % männlich). Die Intention der Suizidversuche korreliert signifikant mit dem Alter: Bei jüngeren dominieren parasuizidale Gesten und Pausen, bei älteren liegen eher Suizidversuche im engeren Sinn, das heißt mit Selbsttötungsabsicht, vor.
Von 11.150 erfassten Suiziden in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2004 wurden folgende Todesursachen erfasst:
Männer griffen 2006 in 52,6 % der Fälle zu den so genannten „harten“ Suizidmethoden des Erhängens, Erdrosseln oder Erstickens und damit häufiger als Frauen (34,5 %), die wiederum häufiger „weiche“ Methoden wie eine Vergiftung mit einer Überdosierung von Medikamenten etc. anwendeten.
Im Jahr 2008 nahmen sich auf deutschen Bahnstrecken 714 Menschen das Leben, im Jahr 2009 waren es laut Bericht des Eisenbahn-Bundesamtes 875.
In der Zwischenkriegszeit von 1919 bis 1939 gab es in Österreich zwischen 30 und 40 Suizide je 100.000 Einwohner. Für die Jahre 1940 bis 1945 liegen keine Daten vor. Im Jahr 1945 wurde wiederum mit 60 Suiziden je 100.000 Einwohner (absolut 4500) eine außergewöhnlich hohe Suizidrate verzeichnet.
Die Suizidraten nach 1945 schwanken zwischen 20 und 30 Suiziden je 100.000 Einwohner, absolut von 1500 bis über 2000 Suiziden pro Jahr. Aufgrund dieser Zahlen gilt Österreich im internationalen Vergleich als ein Land mit mittlerer (10–20) bis hoher (über 20) Suizidrate. Zwischen 1945 und 1986 kam es zu einem deutlichen Anstieg der Rate von 20 auf 28 Suizide je 100.000 Einwohner. Danach war die Zahl rückläufig und fiel 1999 auf rund 19 Suizide je 100.000 Einwohner. Die Suizidraten sind regional höchst unterschiedlich, während sie zum Beispiel in Wien seit 1986 zurückgehen, steigen sie in Tirol und Oberösterreich seit 1991 an.
Die Selbsttötungsrate von Männern ist in Österreich doppelt so hoch wie die von Frauen und steigt mit zunehmendem Alter. Während männliche Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr eine Suizidrate von 2 haben, haben gleichaltrige Mädchen eine Suizidrate von 1. Mit 85 Lebensjahren beträgt die Suizidrate bei Männern jedoch 120, bei Frauen dagegen nur 33. Die Suizidraten von Männern über 85 sind wie in Deutschland besonders hoch, ihre Rate liegt 140 % über jener der 60- bis 64-Jährigen.
Die Zahl der Suizidversuche kann wegen der schwierigen Datenerhebung nur geschätzt werden. Hochrechnungen haben eine Zahl von rund 25.000 bis 30.000 Suizidversuchen pro Jahr ergeben. Dabei handelt es sich vorwiegend um Vergiftungen (vor allem mit Alkohol) und Medikamentenüberdosierungen.
Die häufigste Suizidmethode bei Männern und Frauen in Österreich ist das Erhängen. Rund 40 % der Suizide von Frauen werden durch Erhängen begangen, 25 % durch Vergiften und 14 % durch Sturz aus der Höhe. Bei Männern erhängen sich fast 50 % der Suizidenten, ungefähr 20 % erschießen sich und rund 10 % vergiften sich.
2014 starben in der Schweiz etwas über 1000 Menschen durch Suizid (ca. 750 Männer und 275 Frauen). Dies entspricht knapp drei suizidbedingten Todesfällen pro Tag oder einer jährlichen Suizidrate von 20 pro 100.000 Männern und 7 pro 100'000 Frauen. Nach der von der WHO publizierten Liste von Suizidrate nach Ländern von 2005 hat die Schweiz mit 17,5 eine leicht niedrigere Rate als Frankreich und eine leicht höhere als Österreich (15,4).
Ausgewählte Suizidmethoden in der Schweiz, 1969–2000:
In Frankreich ist die Suizidrate deutlich höher als in Deutschland (siehe Liste Suizidrate nach Ländern). Etwa 2006 betrug sie 18 pro 100.000; in Deutschland unter 12 pro 100.000. Laut der französischen UNPS "(Union Nationale pour la Prévention du Suicide)" bringen sich seit vielen Jahren über 10.000 Menschen pro Jahr in Frankreich um; Alkoholkonsum in Lebenskrisen senke bei vielen Menschen die Hemmschwelle, einen Suizid auszuführen.
In Frankreich erregte 1992–1994 eine Reihe von tatsächlichen oder mutmaßlichen Suiziden im Umfeld von François Mitterrand (Staatspräsident von 1981 bis 1995) großes Aufsehen:
Die Suizidalität nimmt in Europa mit dem Alter zu. 
Als eine Altersgrenze für diese Zunahme wird mitunter das sechzigste Lebensjahr genannt. Ein Teil der Senioren leidet (tatsächlich oder vermeintlich) an einer schweren Erkrankung; bei ihnen kommt es zu "Selbstaufgabe"-Suiziden. Diese kann auf dem Wege erfolgen, dass ein Mensch seine Nahrungs- und/oder Flüssigkeitsaufnahme bewusst reduziert oder ganz einstellt. Für Angehörige und Pflegende entsteht dabei oft eine ethische Konfliktsituation zwischen Respekt vor der Entscheidungsfreiheit und der Furcht, der Tod durch Durst oder Hunger könnte unfreiwillig erfolgen.
Depression (Krankheit) als eine Ursache für Suizidgedanken ist in jeder Altersstufe, also auch bei Hochaltrigen, mit ungefähr gleich guten Erfolgsaussichten (Prognose) behandelbar.
Andererseits gibt es die Auffassung, dass auch Depressive einen freien Willen haben und entscheiden können; es sei ihnen deshalb zuzugestehen, dass sie, wie andere Kranke, heilende oder leidenmindernde therapeutische Eingriffe ablehnen.
Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben geht davon aus, dass es in Deutschland zahlreiche Patientensuizide gibt. Zum Teil sieht sie es als eine ihrer Aufgaben, individuell und gesellschaftlich dafür Unterstützung zu leisten. Ethisch wird darüber unterschiedlich geurteilt.
Weitere so genannte Suizidbeihilfe-Organisationen haben sich etwa seit 2000 in Deutschland gegründet. In der Folge wurde in Deutschland am 3. Dezember 2015 ein Gesetz erlassen (), welches die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung durch den neu gefassten des Strafgesetzbuches unter Strafe stellt.
Allgemeines Beispiel: Ein Paar setzt sich in ein Auto und leitet bei laufendem Motor durch einen Schlauch die Abgase in das Wageninnere. Jeder der beiden hat durch das Öffnen der Wagentür auf seiner Seite bis zum Schwinden der Sinne die Möglichkeit, den Suizid abzubrechen, verzichtet aber darauf (vom BGH in BGHSt 19,135 entschieden, wobei der Überlebende, der das Gaspedal durchgetreten hatte, wegen einer Tötung auf Verlangen gemäß  StGB an seiner Freundin verurteilt wurde).
Beim Internetsuizid verabreden sich zwei Personen über das Internet zum gemeinsamen Suizid.
In selteneren Fällen geht mit einem Suizid die Tötung Dritter (meist Partner und Kinder) einher, vorweg oder in Tateinheit, mit Absicht oder mit Eventualvorsatz. In diesen Fällen spricht man oft von einem erweiterten Suizid. Auch wenn die weiteren Getöteten nicht um ihr Einverständnis gefragt wurden, gilt die Sprachregelung "erweiterter Suizid". 
Die Begriffe "Mitnahmesuizid" sowie "homicide-suicide" und "murder-suicide" werden synonym benutzt. Ein Mitnahmesuizid liegt allerdings nur dann vor, wenn das Ziel, sich selbst zu schaden, größer ist als das Ziel, anderen Schaden zuzufügen.
Der Amoklauf mit abschließender Selbsttötung ist ein Spezialfall eines „erweiterten“ Suizids, bei dem häufig dem Täter nicht bekannte Menschen Opfer sind.
Der Begriff „erweiterter Suizid“ wurde 2006 in der Schweiz zum Unwort des Jahres bestimmt. Befremden und eine Diskussion um diesen Begriff gab es auch in Meldungen und Kommentaren zum herbeigeführten Germanwings-Absturz in den Alpen 2015. Für solche Ereignisse wurde der Begriff "Pilotensuizid" geprägt.
Durch öffentlich durchgeführte Suizide wird oft versucht, einem in politisch-moralisch-ethischen Sinn "höheren Anliegen" dienlich zu sein und entsprechende öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Spektakuläre Beispiele dafür sind:
Seit den 1980er Jahren hat sich die Anzahl sogenannter Selbstmordattentate bei Konflikten im islamischen Kulturbereich stark erhöht. Das Aufkommen von Selbstmordangriffen in diesem Zeitraum wird von einigen als militärische Strategie gesehen. Sie ist auch in Sri Lanka vorgekommen. Spezifischer dazu siehe weiter unten 
Hungerstreiks führen manchmal zum Tod der Ausführenden. An den Folgen eines politisch motivierten Hungerstreiks starben beispielsweise der nordirische IRA-Aktivist Bobby Sands 1981 (vgl. Irischer Hungerstreik von 1981) sowie der deutsche RAF-Angehörige Holger Meins 1974. Beide hatten mit ihrer Verweigerung der Nahrungsaufnahme in je unterschiedlichem Kontext in der Haft versucht, einen Status als politische Gefangene sowie Verbesserungen der Haftbedingungen durchzusetzen. 
Schon der chinesische General Sunzi erwähnte um 500 v. Chr. die militärische Taktik des Selbstmordangriffs, zu dem man einen Gegner nicht treiben solle. Suizid ist auch eine Möglichkeit, sich der Gerichtsbarkeit oder Festnahme durch politische oder militärische Feinde zu entziehen und den Gegner dabei zu schocken und zu beeindrucken. Bekannt wurde der Massensuizid auf der Festung Masada durch jüdische Zeloten unter Eleasar ben Ja’ir im Jahr 73 n. Chr.
Im Zweiten Weltkrieg, speziell in dessen Endphase, flogen junge japanische Piloten der Spezialeinheit Shimpū Tokkōtai mit ihren Kampfflugzeugen Angriffe auf amerikanische Schiffe, was als „Kamikaze-Taktik“ bezeichnet wurde. Das nationalsozialistische Deutschland übernahm zu Ende des Zweiten Weltkrieges diese Taktik, so dass auch deutscherseits derartige Einsätze befohlen und geflogen wurden.
In Bürgerkriegen, in Kriegen oder bei Aufständen agieren in der jüngeren Vergangenheit vermehrt Selbstmordattentäter, so beispielsweise im Irak.
Besonders bekannt wurden die Selbstmordattentäter, die am 11. September 2001 mehrere Zivilflugzeuge entführten und zwei davon in die beiden Türme des World Trade Center sowie eines ins Pentagon steuerten.
Oft wird ein Suizid vorher angekündigt. Darüber hinaus gibt es einige Zeichen, die einem Suizid vorausgehen können. Erwin Ringel führte für drei solcher Symptome ("Einengung des Denkens", "Aggressionshemmung" bzw. "Aggressionsumkehr" und "Suizidfantasien") den Begriff präsuizidales Syndrom ein.
Psychologen vertreten den Standpunkt, dass solche Ankündigungen und Warnzeichen ernst zu nehmen seien und der Betroffene beim Verdacht einer Suizidalität offen darauf angesprochen werden solle. Sie argumentieren, dass Menschen, die einen Suizid begehen wollen, meist niemanden finden, mit dem sie über diese Gedanken sprechen könnten. Ein zentraler Punkt der Prophylaxe bestehe deshalb darin, Menschen zu helfen, über ihre Probleme und Suizidgedanken zu reden (Suizidpakt), damit sie nicht in eine noch stärkere Isolation geraten. Aus diesem Gedanken heraus entstand in den 1950er Jahren die Telefonseelsorge als Einrichtung der Suizidprävention.
Das „Nürnberger Bündnis gegen Depression“, geleitet von dem Psychiater Ulrich Hegerl, untersuchte 2001 bis 2002, ob eine Aufklärungs- und Fortbildungskampagne über die Depression Suizide und Suizidversuche verhindern kann. Auf vier sich ergänzenden Interventionsebenen wurden Hausärzte geschult, eine professionelle PR-Kampagne gestaltet, Multiplikatoren wie Lehrer, Journalisten, Pfarrer und Pflegepersonal angesprochen und weitergebildet sowie Hilfsmaßnahmen und Informationsmaterialien für Betroffene und Angehörige angeboten. Nach zwei Jahren Intervention (2001 und 2002) ging die Gesamtzahl der Suizide und Suizidversuche im Vergleich zum Kontrolljahr 2000 und zur Kontrollregion Würzburg signifikant um 24 % zurück. Für Suizide allein war kein statistisch signifikanter Nachweis möglich, da die untersuchte Region und damit die Zahl der Suizide zu klein war und die zufälligen jährlichen Schwankungen zu stark.
Der österreichische Psychiater Erwin Ringel untersuchte Methoden, Suizide zu verhindern, und gründete 1948 in Wien das weltweit erste Zentrum zur Suizidprävention. Zudem veranlasste er 1960 die Gründung der "International Association for Suicide Prevention (IASP)" und wurde deren erster Vorsitzender. Gernot Sonneck führt die Suizidforschung in Österreich weiter und gründet mit seinen Mitarbeitern 2007 die "Wiener Werkstätte für Suizidforschung".
Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) bietet Hintergrundinformationen zum gesamten Themenfeld Suizid: Prävention, Forschung, Praxishinweise, Literatur, Hilfeeinrichtungen und ähnlichem. Im Dezember 2002 gründete diese Gesellschaft eine "Initiativgruppe Nationales Suizidpräventionsprogramm" für Deutschland. Bei dieser Gruppe arbeiten über 70 Organisationen und fast 200 Experten mit. Sie versteht Suizidprävention nicht nur als gesundheitspolitische, sondern auch als eine gesellschaftliche Aufgabe. Mitte August 2011 sprach sich Gerd Storchmann vom "Berliner Verein NEUhland für suizidgefährdete Jugendliche" nach dem gemeinsamen Suizid dreier Mädchen in der Nähe von Cloppenburg dagegen aus, Internetforen zum Thema Suizid, durch die die drei sich möglicherweise kennengelernt hatten, „grundsätzlich zu verdammen“; diese müssten nicht immer negative Effekte haben.
Als Suizidprävention verstehbar (freilich zu Belastungen für Mitmenschen führend, etwa durch Schienensuizid oder Sturz in die Tiefe) sind
Im Jahr 2003 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals der 10. September als Welt-Suizid-Präventionstag ausgerufen. Mit diesem jährlichen Aktionstag soll in der Öffentlichkeit auf dieses Tabuthema aufmerksam gemacht werden, da Suizide nach Auffassung der WHO eines der größten Gesundheitsprobleme der Gegenwart darstellen.
Zur Vermeidung von Nachahmungstaten (siehe Werther-Effekt) empfiehlt der Deutsche Presserat in einer 1997 erstmals veröffentlichten Richtlinie Zurückhaltung bei der Berichterstattung über Suizidenten (siehe Werther-Effekt: Reaktion der Medien).
Eine schwedische Studie zeigt, dass das Suizidrisiko für Erwachsene, die als Jugendliche nicht körperlich fit waren, erhöht ist. Vor allem, wenn neben einer fehlenden körperlichen Fitness auch eine kognitive Beeinträchtigung besteht, ist die Suizidgefährdung stark erhöht.