Rammstein

Rammstein ist eine deutsche Rockband, die 1994 in Berlin gegründet wurde und musikalisch zur Neuen Deutschen Härte gezählt wird. Ihr Kennzeichen ist ein als „brachial“ beschriebener Musikstil, den die Bandmitglieder selbst „Tanzmetall“ nennen, sowie häufig kontrovers diskutierte Texte, aufgrund derer der Band unter anderem die Verharmlosung des Nationalsozialismus und Gewaltverherrlichung bei Konzerten vorgeworfen wurde. Auch der massive Einsatz von pyrotechnischen Elementen findet häufig mediale Beachtung. Bis 2009 verkaufte Rammstein über 16 Millionen Tonträger und ist mit deutschsprachigen Texten weltweit unter anderem auch in Ländern wie den USA kommerziell erfolgreich.
Die Vorgeschichte Rammsteins reicht bis in die Zeit vor der Deutschen Wiedervereinigung. Richard Kruspe floh aus seiner Heimatstadt Schwerin (damals DDR) über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik Deutschland und gründete als Gitarrist seine erste Band "Orgasm Death Gimmick". Nach dem Mauerfall 1989 zog er zurück nach Schwerin. In dieser Zeit lernte er Till Lindemann kennen, der in der Punkband "First Arsch" Schlagzeug spielte. Zusammen mit Richard Kruspes Mitbewohnern Oliver Riedel, Bassist der Band "The Inchtabokatables", und Christoph Schneider, Schlagzeuger bei "Die Firma", starteten sie das Projekt "Rammstein Flugschau". Mit Till Lindemann als Sänger und Textschreiber begannen sie, gemeinsam zu musizieren. Um besser proben zu können, zog Lindemann von Chemnitz nach Berlin. Eine erste Demoaufnahme mit vier Liedern ("Das alte Leid", "Seemann", "Weißes Fleisch" und "Rammstein") nahmen sie am 19. Februar 1994 für den Berliner Senatswettbewerb für junge Bands auf. Diese Lieder unterschieden sich aber von den gleichnamigen Liedern, die auf "Herzeleid", dem Debütalbum der Band, zu hören sind. Bei diesem Wettbewerb gewannen sie eine einwöchige Aufnahmesitzung in einem Tonstudio.
Christoph Schneider war bis 1993 auch Schlagzeuger bei Feeling B, darüber stand er schon länger in Kontakt mit Paul Landers, der 1994 als zweiter Gitarrist bei Rammstein einstieg. Er hatte bereits an den einwöchigen Studio-Aufnahmen im Februar 1994 mitgewirkt. Wunschkandidat als Keyboarder war Flake Lorenz, der ebenfalls Mitglied bei Feeling B war. Er zeigte zuerst Abneigung gegen die neue Band, erklärte sich später aber zur Zusammenarbeit bereit. 
Zunächst spielte Rammstein auf Konzerten mit wenig Publikum und in Clubs. Der erste Auftritt fand am 14. April 1994 in der für ihr alternatives Programm bekannten Leipziger Kultureinrichtung NaTo vor 15 Besuchern statt.
1994 begann die Zusammenarbeit mit Manager Emanuel Fialik und dessen Unternehmen Pilgrim Management, das die Band Ende des Jahres bei ihrer zukünftigen Plattenfirma Motor Music vorstellte. Die Zusammenarbeit mit Fialik hat die Band mittlerweile beendet. Im Booklet des 2009er Albums "Liebe ist für alle da" war Pilgrim noch als Management genannt, im 2011er Best-of-Album "Made in Germany" stattdessen die Rammstein GbR der sechs Bandmitglieder.
1995 debütierte Rammstein mit dem Album "Herzeleid", das auf Platz 99 der deutschen Albencharts einstieg. Anschließend tourte Rammstein als Vorgruppe der Cottbuser Band Sandow und später mit Project Pitchfork durch Deutschland und trat als Vorgruppe der schwedischen Crossover-Band Clawfinger in Warschau und Prag auf. Danach folgte die erste, 17 Konzerte umfassende Deutschlandtour als Headliner. Zudem traten sie als Vorband der Ramones auf.
Das zweite Album "Sehnsucht" stieg 1997 in die Top Ten der deutschen, österreichischen und schweizerischen Albumcharts ein. In der Folge erreichte auch "Herzeleid" höhere Chartplatzierungen als im Erscheinungsjahr. Alle seitdem veröffentlichten Studioalben der Band erreichten in Österreich und Deutschland die Spitze der Charts.
Die entsprechende Tour im Jahr 1997 führte durch den deutschsprachigen Raum und ganz Europa. Des Weiteren trat Rammstein zum ersten Mal in den USA auf, wo sie zwei Klubkonzerte im Rahmen des „CMJ-Festivals“ in New York City gaben und als Support der Band KMFDM auftraten.
Im selben Jahr erfuhr Rammstein durch die Verwendung zweier Lieder ("Rammstein" und "Heirate mich") in dem Soundtrack des Films "Lost Highway" von David Lynch internationale Aufmerksamkeit.
Die erste Headliner-Tour durch die USA fand im folgenden Jahr statt. Auftritte hatten sie auch bei Open-Air Konzerten unter anderen bei Rock am Ring. Konzerte mit Korn und Limp Bizkit führten sie im Rahmen der „Family Values Tour“ abermals in die Vereinigten Staaten. Beim Konzert auf der Parkbühne in der Berliner Wuhlheide am 23. August 1998 wurde das Album "Live aus Berlin" aufgenommen, das 1999 erschien. Außerdem präsentierte die Band das Lied "Du hast" bei den MTV Europe Music Awards 1998 in Mailand.
1999 tourten sie als Begleitband der Band KISS durch Süd- und Mittelamerika. Eine Tour durch Nordamerika mit Soulfly als Vorgruppe folgte.
Im Jahr 2001 – vier Jahre nach ihrem letzten Studioalbum – wurde "Mutter" veröffentlicht. Bei der „Pledge of Allegiance Tour“ im selben Jahr trat Rammstein unter anderem mit Slipknot und System of a Down auf. Gitarrist Paul Landers fiel für zwei Konzerte aus, da er wegen eines Krankheitsfalls in der Familie zwischenzeitlich nach Deutschland zurückkehrte. Einen Abend spielte Rammstein zu fünft, am Abend darauf ersetzte Daron Malakian von "System of a Down" Landers. Rammstein brach die Tour danach komplett ab.
Der Song "Du Hast" war in einer Szene der 2001 erschienen Filmkomödie "How High" von Jesse Dylan, in dem das Hip-Hop-Duo ‚Methodman und Redman‘ die Hauptrollen spielten, zu hören.
Rammstein hatte im Film "xXx – Triple X" (erschien 2002) am Anfang einen Auftritt mit dem Song "Feuer frei!", der zugleich Titelsong des Films ist.
Rammstein ging 2004 und 2005 mit dem neuen Album "Reise, Reise" auf Welttournee. Außerdem führte Rammstein das Lied "Keine Lust" bei der Echoverleihung 2005 auf, bei der die Gruppe den Preis in der Kategorie „Bester Live-Act“ gewann. Bei den Konzerten dieser Tour wurde die DVD "Völkerball" aufgenommen, die aber erst Ende 2006 erschien.
2004 erhielten die Dresdner Sinfoniker unter Leitung von Torsten Rasch den Klassik-Echo für ihren Liederzyklus "Mein Herz brennt", in dem sie Texte von Rammstein verwendeten. Produziert wurde das Projekt von Sven Helbig, der seitdem auch an den folgenden Alben von Rammstein als Produzent mitwirkte.
Am 28. Oktober des anschließenden Jahres veröffentlichte die Band das Album "Rosenrot", zu dem aber keine Konzerte gegeben wurden. Manche der auf dem Album enthaltenen Lieder waren bereits während der Arbeiten zum Vorgängeralbum "Reise, Reise" geschrieben worden.
2006 legte Rammstein eine Pause ein. Ab Mai 2007 arbeitete die Band an einem neuen Studioalbum.
Am 3. November 2008 wurde bekannt gegeben, dass die Band die Vorproduktion zum sechsten Album in Berlin fertiggestellt hatte. Die Schlagzeugtracks wurden von Christoph Schneider, gemeinsam mit dem Produzententeam um Jacob Hellner, im Henson Studio in Los Angeles Anfang November aufgenommen. Am 9. November begann dann die gesamte Band gemeinsam in einem angemieteten Studio in der Nähe von San Francisco das sechste Album aufzunehmen. Die erste Singleauskopplung "Pussy" erschien am 18. September 2009, das Album "Liebe ist für alle da" am 16. Oktober. Der bereits am 15. Juli 2009 im Internet aufgetauchte gleichnamige Albumtitel führte dazu, dass zwei große Fanseiten temporär vom Netz genommen wurden.
Im November 2010 tauchte, ähnlich wie schon bei "Liebe ist für alle da", ein bisher unveröffentlichter Rammstein-Song mit dem Titel "Eisenmann" im Internet auf.
Der erste Auftritt seit zehn Jahren in den USA fand am 11. Dezember 2010 im Rahmen der "Liebe ist für alle da Tour" im Madison Square Garden in New York statt. Alle Tickets waren in weniger als 30 Minuten ausverkauft.
Am 2. Dezember 2011 erschien ein Best-of-Album mit dem Titel "Made in Germany 1995–2011". Das Album enthält einen neuen Song sowie alle Videos auf DVD. Außerdem wurden alle alten Songs neu gemischt. Bereits am 11. November erschien die Single "Mein Land", die einen weiteren neuen Song enthält. Für das Video zu "Mein Land" gewann die Band den Loudwire Music Award für das Beste Musikvideo des Jahres 2011.
Am 22. März 2012 trat Rammstein im Duett mit Marilyn Manson bei der Echoverleihung 2012 auf und spielte den Manson-Song "The Beautiful People".
Beim Wacken Open Air 2013 trat Heino am 1. August als Überraschungsgast auf und spielte gemeinsam mit Rammstein den Song "Sonne".
Für Lars von Triers Drama "Nymphomaniac" aus dem Jahr 2013 steuerte die Band ihren Song "Führe mich" bei, der allerdings schon auf dem Album "Liebe ist für alle da" als Bonus-Track erhalten war. An manchen Passagen des Songs singt Till Lindemann das Wort "Nymphomaniac".
Im November 2014 bestätigte Gitarrist Kruspe in einem Interview, dass die Band sich zurzeit in einer Kreativpause befinde. Gründe dafür seien Kruspes Bandprojekt Emigrate und Till Lindemanns Projekt Lindemann. In der Band habe man sich darauf geeinigt, auf die Bedürfnisse eines einzelnen Bandmitgliedes einzugehen, um den Zusammenhalt zu bewahren. Die Pause dauere bis voraussichtlich September 2015. In der Zwischenzeit veröffentlichte Keyboarder Flake am 16. März 2015 seine Biografie "Der Tastenficker - An was ich mich so erinnern kann" beim Schwarzkopf  Schwarzkopf Verlag.
Am 17. Juni 2015, einen Tag vor Erscheinen von Lindemanns Solo-Album "Skills in Pills", erschien ein Artikel, in dem Peter Tägtgren, der Teil des musikalischen Projekts "Lindemann" ist, zitiert wird, dass Lindemann im September desselben Jahres zu Rammstein zurückkehren will, um an einem neuen Album zu arbeiten. Im Juni 2015 bestätigte auch Lindemann, dass man sich ab September 2015 in der Vorproduktion eines neuen Albums befinden will.
Am 25. September 2015 wurde weltweit eine DVD und Blu-Ray mit dem Titel "Rammstein in Amerika" veröffentlicht, welche die Konzertaufnahmen eines Konzertes im Madison Square Garden in New York, eine Dokumentation über den Erfolg der Band in Amerika sowie Making-Of-Videos zu dem Album "Liebe ist für alle da" enthält.
Am 8. Oktober 2015 veröffentlichte die Band auf ihrer Website ein Bild mit dem Titel „"Es geht weiter"“, auf dem ein Teil der Bandmitglieder in einem Probenraum zu sehen sind. Am 21. Oktober wurde zudem bekannt, dass Rammstein im folgenden Jahr als Headliner einiger großer Musikfestivals, darunter Download (Großbritannien), Rock in Vienna (Österreich), Rock Werchter (Belgien) sowie Hurricane, Highfield und Southside (Deutschland) fungieren wird.
Insgesamt absolvierte die Band bei ihrer 2016er Festivaltour zwischen Ende Mai und der zweiten Septemberwoche 26 Konzerte in Deutschland, Europa und Lateinamerika.
Rammstein gilt als wichtiger Vertreter der Neuen Deutschen Härte. Dabei spannt die Musik einen Bogen über verwandte Stilrichtungen wie Hard Rock und Alternative Metal, aber auch Technoelemente (beispielsweise auf dem Album "Sehnsucht"). Eine genaue Klassifizierung wird dadurch erschwert, dass sich die Musik der Band im Laufe der Zeit gewandelt hat und auf den jüngeren Alben auch Einflüsse weiterer Musikstile und exotische Instrumente zu hören sind. So weist das Lied "Te Quiero Puta!" vom Album "Rosenrot" Einflüsse lateinamerikanischer Musik auf.
Andere Bands wie die slowenische Gruppe "Laibach", die Symbole der politischen Rechten zitiert und so provoziert und deren Musikstil ebenfalls verschiedene Genres vereint, oder die Rockband "Oomph!" hatten Einfluss auf Rammstein.
Anders als viele Gruppen aus dem Berlin der frühen 1990er Jahre wollte Rammstein nach eigener Aussage keine US-amerikanischen und englischen Bands imitieren. Flake Lorenz sagte dazu in einem Interview: „Den Stil haben wir gefunden, indem wir alle genau wussten, was wir nicht wollen. Und wir wollten genau nicht amerikanische Funkymusik machen oder Punk eben oder irgend so was, was wir gar nicht können. Wir haben gemerkt, dass wir nur diese Musik können, die wir auch spielen. Und die ist halt mal sehr einfach, stumpf, monoton.“
Ihren Musikstil bezeichnen die Bandmitglieder Rammsteins als „Tanzmetall“. Charakteristisch für die Musik der Band sind Gitarrenriffs, die von verzerrten E-Gitarren gespielt werden, und einfache Schlagzeugrhythmen. Häufig sind die Stücke auf einfachen, durchgehenden Mustern aufgebaut. Von klassischen Heavy-Metal-Bands, wie etwa Iron Maiden, unterscheidet sich Rammsteins Musik durch den massiven Einsatz von elektronischen Klängen – wie beispielsweise elektronisch simulierten Klavier- oder Geigenstimmen bei ruhigen Balladen, oder Technosounds –, sowie durch den selteneren Einsatz von Schlagzeugbreaks. Auch kommen Gitarren- und Keyboardsoli zwar vor, sind aber seltener und in der Regel einfacher gehalten. Vergleichbar ist ihre Musik zum Teil mit "Marilyn Manson", "Dope" oder "Static-X", bei denen Heavy Metal mit elektronischer Musik und Soundeffekten gemischt wird. Beispiele dafür sind die Klänge, die die Titel "Engel" ( ) oder "Asche zu Asche" unterlegen, bei denen Gitarrenriffs mit einem durch lang ausgehaltene Grundtöne "(H – A – G)" unterlegten Synthesizer-Pattern wechseln.
 Die von Richard Kruspe und Paul Landers gespielten Gitarrenriffs zeichnen sich meist durch einen bestimmten Groove aus, der zu den Betonungen der Viertelschläge des Schlagzeugs (s. o.) passt. Um weitere Betonungen zu erzeugen bzw. diese hervorzuheben, nutzen sie die in der Rockmusik und im Metal weit verbreitete Palm-Muting-Technik. Um einen kraftvolleren Klang zu erreichen, verwenden Kruspe und Landers häufig nur aus Grundton und dazugehöriger Quinte bestehende Akkorde, sogenannte Powerchords (siehe Abbildung rechts). Außerdem sind die Klänge der E-Gitarren meist stark verzerrt. Eine Ausnahme hiervon stellt das Lied "Los" vom Album "Reise, Reise" dar, in dem die Stimme der Rhythmusgitarre das ganze Lied hinweg unverzerrt bleibt, obwohl sie sich musikalisch sonst nur wenig von den Gitarrenspuren unterscheidet, die charakteristisch für Rammsteins Musik sind. Die Stimmen des Basses und der Rhythmusgitarre ähneln sich bisweilen sehr. Im Titel "Engel" beispielsweise erklingt eine Sechzehntel-Figur des Basses, welche dann von den Gitarren aufgegriffen und im Unisono der Instrumente vorgetragen wird ( ).
Ein besonderes Kennzeichen der Musik Rammsteins ist Till Lindemanns tiefer, „teutonenhafter“ Gesang mit rollendem „R“, das durch Lindemanns tiefe Gesangslage begründet ist (vgl. Bühnendeutsch). So deckt er mit seiner Stimme meist die Stimmlagen des Baritons oder des Basses ab, erreicht aber bei einigen Stücken auch die Altlage (wie in "Seemann", "Klavier" oder "Stirb nicht vor mir"). So nahm beispielsweise Nina Hagen mit Apocalyptica ebenfalls eine Fassung des Liedes "Seemann" auf.
Im Verlauf der einzelnen Alben ist jedoch, parallel zu der Entwicklung bei den Textinhalten, ein Wandel in der musikalischen Gestaltung erkennbar. Dominierten auf den ersten beiden Alben vor allem von wiederholten, von verzerrten E-Gitarren gespielte Riffs, wodurch ein Höreindruck von „stumpfen unnachgiebigen Gitarrenwänden“ entstand, machen die späteren Werke einen differenzierteren Eindruck. Der Anteil ruhigerer Lieder wie "Nebel" und "Ohne dich" erhöhte sich, und auch die nicht zu den Balladen zählenden Titel wirken weniger monoton. Das ist auf neue Spielweisen, einen melodischeren Gesang von Sänger Lindemann und die Einbeziehung anderer Instrumente – wie Akkordeoneinsätze bei "Reise, Reise", Panflöten in "Wo bist du" oder Trompetenklänge im Stil mexikanischer Mariachimusik bei "Te Quiero Puta!" ( ) – zurückzuführen. Auch die Einsätze der Gitarren veränderten sich teilweise. So wechseln sich auf der Ballade "Ohne dich" Powerchords der E-Gitarre – die allerdings weniger hektisch als auf älteren Titeln wirken – mit einer durch Streichinstrumente unterlegten gezupften akustischen Gitarre ab. Auf "Reise, Reise" kommen auch erstmals von Sven Helbig arrangierte Chöre ("Mein Teil", "Morgenstern", "Amerika", "Reise, Reise") zum Einsatz. Auf den Nachfolgealben "Rosenrot" und "Liebe ist für alle da" bleibt er Rammsteins Arrangeur für markante Zusatzinstrumente wie Waldhörner, Mexikanische Trompeten, Posaunen, Jodler und Streichinstrumente.
Die Texte von Rammstein und vor allem deren Vortrag durch Sänger Till Lindemann sind ein essentielles Element der Musik und prägen die Wahrnehmung durch Fans und eine breitere Öffentlichkeit deutlich. Das liegt unter anderem daran, dass häufig sehr kontroverse, tabuisierte und schambesetzte Themen wie BDSM ("Bück dich", "Feuerräder" und "Ich tu dir weh"), Homosexualität ("Mann gegen Mann" und "Reise, Reise"), Inzest ("Spiel mit mir", "Laichzeit", "Tier" und "Wiener Blut"), Sexueller Missbrauch ("Wiener Blut", "Tier" und "Hallelujah"), Drogen ("Kokain"), Nekrophilie "(Heirate mich)", Sextourismus ("Pussy"), Pyromanie ("Benzin", "Feuer frei!" und "Hilf mir"), Kannibalismus ("Mein Teil" und "Eifersucht"), Asylbewerber ("Mein Land"), Misanthropie ("Halt"), das Spiel mit religiösen Bildern ("Asche zu Asche") und Gewalteinwirkung während des Sexualaktes ("Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?") bzw. eine außergewöhnliche Sichtweise auf diese gewählt werden. Insbesondere die Lieder auf den frühen Alben "Herzeleid" und "Sehnsucht" thematisieren Sex und Gewalt. Auf "Reise, Reise" und "Rosenrot" werden schließlich verstärkt zwischenmenschliche Beziehungen behandelt, wie beispielsweise im Lied "Ohne dich" vom Album "Reise, Reise".
Die Texte lehnen sich zum Teil an bekannte Werke der deutschen Literatur an. So ist das Lied "Dalai Lama" eine Adaption von Goethes Ballade vom "Erlkönig":
Der Liedtext von "Haifisch" ähnelt stellenweise der "Moritat von Mackie Messer" von Bertolt Brecht:
Das Lied "Roter Sand" setzt das Sujet der Duellszene aus Theodor Fontanes "Effi Briest" musikalisch um. Da Texter Till Lindemann sich bisweilen der Chiffrenlyrik bedient, ist stellenweise eine bewusste Doppeldeutigkeit der Texte festzustellen, bei denen viele Passagen gleichermaßen anzüglich wie auch harmlos gedeutet werden können. Außerdem lassen einige Texte zu umstrittenen Themen bewusst offen, ob sie die geschilderten Ansichten propagieren, ironisieren oder neutral schildern wollen. So lässt Lindemann im Text von "Bestrafe mich" offen, ob er sich auf masochistische Unterwerfung und Impotenz im sexuellen Umfeld oder auf die Unterwerfung und Machtlosigkeit des Menschen im Verhältnis zu Gott bezieht.
Stilistisch sind die Texte von der meist bewusst einfach und plakativ angelegten Verwendung von Wortspielen und Allegorien geprägt. So wird im Titel "Du hast" mit der Homophonie der Worte „haben“ und „hassen“ in der 2. Person Singular ([]) gespielt.
Dass bei „Rammstein […] immer Raum für Interpretationen frei[-bleibt]“, ist laut Schlagzeuger Christoph Schneider ein Markenzeichen der Band. Eine solche, auch oft zu Missverständnissen führende Konzeption hänge eng mit dem Aufwachsen in der DDR zusammen: „Wenn man sich Texte von DDR-Bands ansieht, sieht man, wie gut die teilweise sind, wenn sie ein Thema mit lyrischen Mitteln umschreiben. Diese Vergangenheit ist mit uns eng verbunden.“ Der Text wird meistens in Form der ersten Person wiedergegeben, was Sänger Till Lindemann mit einer größeren, zusätzlich polarisierenden „Unmittelbarkeit“ begründet.
Die Fachpresse sah die Musik der Band anfänglich eher kritisch. So bewertet das Rock-Lexikon von Barry Graves und Siegfried Schmidt-Joos das zweite Album der Band, "Sehnsucht" folgendermaßen:
Spätere Werke der Band wurden dagegen meist besser aufgenommen. So schrieb Frank Albrecht von der Zeitschrift Rock Hard über das Album "Reise, Reise":
Der Slowenische Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Žižek schrieb in „Zeit online“ am 6. März 2008 u. a.: „Rammstein unterlaufen die totalitäre Ideologie nicht durch ironische Distanz, sondern durch Konfrontation mit der obszönen Körperlichkeit der ihr zugehörigen Rituale und machen sie damit unschädlich.“ und meinte, Rammsteins Umgang mit der totalitären Ideologie könne sich mit der sinnlosen Rede der Hitler-Figur Hynkel aus Chaplins Film "Der große Diktator" messen.
Das "SZ-Magazin" der "Süddeutschen Zeitung" widmete Rammstein in der Ausgabe 27/2012 ein ganzes Heft mit Texten von Alexander Gorkow und Fotografien von Andreas Mühe.
Viele Texte Lindemanns lassen sich der Romantik zurechnen. In der katholischen Wochenzeitung "hinsehen.net" wird die Band als Gesamtkunstwerk vom Autor Jung der Romantik zugeordnet.
Folgende Studioalben sind bisher erschienen:
Für Veröffentlichungen der Soloprojekte einzelner Bandmitglieder, siehe
"→ Emigrate" (Richard Kruspe)
"→ Lindemann" (Till Lindemann)
Rammstein setzt bei den Konzerten in erheblichem Maße Pyrotechnik ein. So tragen einzelne Bandmitglieder Flammenwerfer (Lycopodiummasken) auf dem Kopf, verwenden während des Spielens Rauch- und Funkenwerfer oder zünden ihre Mikrofonstative an. Beim Stück "Rammstein" zündete sich Sänger Lindemann – geschützt durch einen Asbestmantel – selbst an, bei den jüngeren Darbietungen von "Engel" trägt er auf seinem Rücken eine 50 Kilogramm schwere Flügelkonstruktion aus Stahl, die Feuerstöße abgibt. Auch Requisiten wie Mikrofone in Messerform (zu "Mein Teil"), explodierende Schlagzeuge und Sticks finden bei einzelnen Stücken Verwendung. Die pyrotechnischen Einlagen, vor allem vom ausgebildeten Pyrotechniker Lindemann, sind dabei für den hohen Bekanntheitsgrad der Band mitverantwortlich, was Lindemann sich dadurch erklärt, dass Rammstein „einfach die härtere David-Copperfield-Show“ sei. Das Rock-Lexikon schreibt dazu:
Für die Shows der Band war ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Gert Hof, der oftmals die Bühnen- und Lichtkonzepte ausarbeitete, wichtig. Richard Kruspe sagte in einem Interview zur Bühnenshow, dass er Spaß daran habe, sich auf der Bühne zu verstellen und zu verkleiden, und die anderen Bandmitglieder schließe er da mit ein. Constanze, die Schwester des Schlagzeugers Schneider, zeichnet für die Bühnenoutfits verantwortlich. Als Rammstein noch relativ unbekannt war, hat die Band nach eigenen Aussagen Flammen durch ein verpuffendes Gasgemisch im Saal erzeugt. Ein weiteres Showelement ist ein Gummiboot, in dem sich Keyboarder Flake von den Menschenmassen tragen lässt. Anfangs geschah dies nur zum Lied "Seemann", zwischenzeitlich auch bei "Heirate mich" und "Stripped", seit der "Liebe ist für alle da"-Tour beim Lied "Haifisch". Zwischenzeitlich, nach einigen schmerzhaften Stürzen, hatte Flake diese Aufgabe an Oliver Riedel und Paul Landers abgetreten, steuert das Gummiboot mittlerweile aber wieder selbst.
Die Bühne, die für die Rammstein-USA-Tournee 2012 errichtet wurde, zählte laut Veranstaltungstechnik-Fachmann Thilo »Baby« Goos, Teil des Rammstein-Trosses, zu den damals größten weltweit. Sie hatte eine Breite von 24 Metern, war 15 Meter hoch und eine reine Stahlkonstruktion. 100 Lautsprecherboxen und insgesamt 50 Tonnen Equipment wurden nach Angaben des Technikers mittels 120 Motoren unter die Hallendecke gezogen. Das Gesamtequipment der Tour umfasste 24 Truckladungen, zwei der Fahrzeuge beinhielten zwei Kraftwerke mit je einer Leistung von einem Megawatt, um die Stromversorgung sicherzustellen. Goos sagte hierzu dem SZ-Magazin, das diese Tournee begleitete: 
Der Name „Rammstein“ stammt von Paul Landers, Christoph Schneider und Flake Lorenz. Am 28. August 1988 fand auf der westpfälzischen Ramstein Air Base eine Flugschau statt, an der auch die italienische Kunstflugstaffel Frecce Tricolori teilnahm. Dabei kam es zu einem Flugzeugzusammenstoß, der 70 Menschen das Leben kostete. Rammstein selbst haben sich lange von einem direkten Bezug zwischen ihrem Bandnamen und dem Unglück distanziert. Die damit verbundene Kontroverse ist für den hohen Bekanntheitsgrad der Band teilweise verantwortlich. Tatsächlich entstanden die genannten Erklärungsversuche erst nachträglich. Kurz nach der Gründung trat die zu dieser Zeit unbekannte Band unter dem eindeutigen Namen „Rammstein Flugschau“ auf.
Aufgrund der mehrdeutigen Texte und des harten Stils wurde der Band in der Anfangszeit seitens der Medien häufig vorgeworfen, rechtsextremen Tendenzen zu folgen. Die Kritik verstärkte sich, nachdem 1998 das Video zum Coversong "Stripped" – das Original ist von "Depeche Mode" – erschien, das Filmmaterial der Olympischen Sommerspiele 1936 von Leni Riefenstahl enthielt. Regisseur des Videos war "Philipp Stölzl". So kritisierte der Chefredakteur des Magazins der Süddeutschen Zeitung Ulf Poschardt auf einem Vortrag im Rahmen der Leni-Riefenstahl-Ausstellung in Potsdam 1999:
Trotz der Entfernung verfassungsfeindlicher Symbole aus dem Videomaterial wurde der Band die Verbreitung faschistoiden Gedankenguts und die gedankenlose Idealisierung nationalsozialistischer Ästhetik vorgeworfen. Ein Verbot der Ausstrahlung des Musikvideos für Sendezeiten vor 22 Uhr war die Folge. Sänger Till Lindemann erklärte später, man habe mit dieser Provokation eine Grenze überschritten, was er nicht noch einmal tun würde.
Im ZDF/Arte Dokumentarfilm "Flake – Mein Leben" distanziert sich Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz klar von jeglichem rechten Gedankengut und ärgert sich über die Vorwürfe.
Im Jahr 2001 veröffentlichte die Band das Lied "Links 2-3-4" als Ausdruck einer linksgerichteten Einstellung. Laut Lorenz habe Rammstein diesen Titel geschrieben, um mit einer klaren politischen Aussage die herrschenden Vorurteile zu entkräften, der Stil der musikalischen Auftritte ließe auf rechtes Gedankengut der Musiker schließen. Wörtlich sagte Lorenz: "Wir marschieren, aber wir sind links, absolut klar bekennend links."
Auch Gitarrist Paul Landers äußerte sich dazu:
In anderen Interviews verurteilten sie rassistisch motivierte Gewalt. Sänger Till Lindemann beklagte im "Stern", man ignoriere das Problem und würde nicht genug tun:
Schlagzeuger Christoph Schneider legte dar, warum sie dennoch nicht an Aktionen wie „Rock gegen Rechts“ teilnehmen:
Gitarrist Paul Landers beschrieb Rammstein in einem weiteren Interview als „Kämpfer für linken Patriotismus“. Bezüglich dieser Diskussion um eine politische Ausrichtung wurde die Band "Laibach", die Rammstein in einigen Aspekten Pate stand, ähnlich diskutiert.
Martin Büsser warf in der Ausgabe des Magazins Der Rechte Rand vom Januar / Februar 2002 Rammstein und anderen Bands vor, nationalistische Ästhetik zu verwenden, ohne diese in den entsprechenden historischen Zusammenhang zu stellen. Dadurch würde diese Ästhetik als unpolitisch dargestellt und „wieder hoffähig“ gemacht.
Das ebenfalls bisweilen kritisierte, expressiv gerollte „R“ im Gesang Lindemanns hat die Band nach eigener Aussage nicht beabsichtigt. So sagte Till Lindemann diesbezüglich:
Aufgrund des gerollten „R“ werde Rammsteins Musik nur eingeschränkt gespielt, erklärte ein Mitarbeiter des Soldatensenders der Bundeswehr, Radio Andernach, gegenüber dem Magazin Rolling Stone, da „es zu einer verzerrten Darstellung und Wahrnehmung Deutschlands im Ausland“ kommen könne.
Vereinzelt kam es zu Vereinnahmungen der Band von rechtsextremistischer Seite. So meinte das NPD-Parteiorgan "Deutsche Stimme" im Jahr 2004 in einem Artikel über Reaktionen auf ein Lied der Berliner Elektro-Pop-Band Mia:
Die FAZ konstatierte im gleichen Jahr nur eine eher provokative Verwendung nationalsozialistischer Ästhetik:
Der Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen stufte die Band in einer 2005 erschienenen Publikation nicht als rechtsextremistisch ein:
In die Schlagzeilen geriet Rammstein auch nach dem Schulmassaker von Littleton. Die Attentäter Eric Harris und Dylan Klebold waren erklärte Fans der Band gewesen, was insbesondere in den USA für ein „Kreuzfeuer der Kritik“ und Vorwürfe in Richtung einer angeblichen Solidarität mit dem Nationalsozialismus sorgte. Doch auch deutsche Schul- und Jugendbehörden erwogen, einige der Songs auf den Prüfungsindex zu setzen. Daraufhin brachten die Bandmitglieder ihr Mitgefühl mit den Angehörigen der tragischen Ereignisse zum Ausdruck und bekräftigten ihre Abneigung gegen jegliche Form von Gewalt, wiesen aber jegliche Verbindung der schrecklichen Tat mit ihrer Musik scharf zurück.
Weiteres Aufsehen erregte Rammstein mit der Verarbeitung tabuisierter Themen. Die intensive Auseinandersetzung mit Gewalt – sowohl aus der Sicht des Täters als auch des Opfers – führt oft zu heftiger Kritik in den Medien. Mit der Veröffentlichung der Single "Mein Teil", die den Fall des als „Kannibale von Rotenburg“ bekannt gewordenen Armin Meiwes aufgriff, erregte die Band im Oktober 2004 großes Aufsehen. Das zugehörige Musikvideo wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien für Zeiten vor 22 Uhr gesperrt. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) schrieb dazu im Jugendschutzbericht 2/2004, dass das Musikvideo zu "Mein Teil" geeignet sei, „die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen unter 16 Jahren zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen.“ Der Auftritt zu „Mein Teil“ in Nîmes hingegen wurde von MTV auch schon vor 22 Uhr gespielt.
Im Spätsommer 2009 veröffentlichte die Band das Musikvideo zu "Pussy". Das Video wird jedoch nur in einer stark zensierten Version auf Musiksendern ausgestrahlt, unzensiert gibt es das Video nur auf einer Erotikseite und diversen Videoportalen im Internet zu sehen. Grund dafür waren die pornografischen Inhalte des Videos, die die Bandmitglieder beim Geschlechtsverkehr zeigen – allerdings wurden die Bandmitglieder von Schauspielern körpergedoubelt. Die Single stieg als erste Rammstein-Single überhaupt auf Platz 1 der deutschen Charts ein.
Das dazugehörige Album "Liebe ist für alle da" wurde am 11. November 2009 auf Antrag des Familienministeriums wegen des Liedes "Ich tu dir weh" und eines Fotos im Grafikdesign indiziert. Der Band wurde vorgeworfen, in diesem Lied und auf dem dazugehörigen Abbild im Booklet der CD das Quälen von Menschen und Sadomasochismus positiv darzustellen.
Das Album wurde vom Verwaltungsgericht Köln mit Beschluss vom 31. Mai 2010 und mit Wirkung zum 1. Juni 2010 wieder von der Indizierungsliste gestrichen. Als Begründung wird die aufschiebende Wirkung der Klage gegen die Indizierung genannt. Die Klage selbst wurde im Oktober 2011 bestätigt, wodurch die Listenstreichung beibehalten wurde.
Im April 2016 reichte die Band Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland ein, da aufgrund der Indizierung 85.000 Exemplare des Albums vernichtet bzw. eingelagert werden mussten. Der Schaden wird auf 66.000 € beziffert.