Yamato (Schiff, 1941)

Die Yamato (jap. ; nach der Provinz Yamato, auch archaische Bezeichnung für das Ur-Japan, vgl. Yamato-Reich) war ein japanisches Schlachtschiff im Zweiten Weltkrieg. Sie war das Typschiff der "Yamato"-Klasse. Ihre schwere Artillerie hatte mit 46 Zentimetern das größte bisher bei Hinterladergeschützen auf Schiffen verwendete Kaliber. Das Schiff wurde von 1937 bis 1941 auf der Marinewerft in Kure gebaut und in der Folge wie auch das Schwesterschiff "Musashi" im Pazifikkrieg eingesetzt. Die "Yamato" wurde am 7. April 1945 rund 300 Kilometer südlich der japanischen Insel Kyūshū von US-amerikanischen Trägerflugzeugen versenkt.
Planung und Bau der "Yamato" erfolgten unter strengster Geheimhaltung, die in diesem Ausmaß bei keinem anderen Schlachtschiffbau der damaligen Zeit betrieben wurde. Es sollte unbedingt verhindert werden, dass nähere Informationen zu der neuen „Superschlachtschiff-Klasse“ an die Öffentlichkeit gelangten. So wurden die Werftanlagen in Kure hinter aus Holz und Sisal gefertigten Sichtschutzanlagen verborgen, um das entstehende Schiff vor unbefugten Blicken zu schützen. Nur die führenden Konstrukteure und die Spitzen der Marine kannten sämtliche Details der "Yamato" und ihres Schwesterschiffs "Musashi", alle anderen an der Planung und am Bau beteiligten Ingenieure und Arbeiter kannten jeweils nur die Bauabschnitte, an denen sie unmittelbar beschäftigt waren. Auch später, nach der Fertigstellung des Schlachtschiffs, erhielten nur die führenden Offiziere Einblick in sämtliche Spezifikationen; so blieb beispielsweise das Kaliber der Hauptwaffen für die meisten einfachen Besatzungsmitglieder ein gut gehütetes Geheimnis. Dieser enorme Aufwand wurde selbst nach der Versenkung der "Yamato" weiter betrieben – kurz vor der Kapitulation Japans wurden gezielt Fotografien und Konstruktionspläne der Schiffe vernichtet. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass von den Schiffen der "Yamato-Klasse" nur sehr wenige und qualitativ meist eher minderwertige Fotografien existieren. Lediglich die während der Probefahrten der "Yamato" im Oktober 1941 angefertigte Bilderserie stellt eine Ausnahme dar.
Am 8. August 1940 erfolgte dann der Stapellauf des Schlachtschiffes, wobei – anders als bei den meisten anderen prestigeträchtigen Großkampfschiffen – auf ein großes offizielles Zeremoniell verzichtet wurde, um die strikte Geheimhaltung zu wahren. Bis zum Herbst 1941 wurde die "Yamato" dann im Ausrüstungsbecken der Werft fertiggestellt. Um die riesigen Hauptgeschütze heranzutransportieren, wurde – bisher einmalig in der Geschichte des Schlachtschiffbaus – ein eigens zu diesem Zweck konstruiertes Schiff verwendet, der 11.000 ts große Transporter "Kashino". Im Oktober absolvierte die "Yamato" dann ihre Probefahrten im Japanischen Meer, wobei sie eine Höchstgeschwindigkeit von knapp über 28 Knoten erreichte.
Die Mittelartillerie der "Yamato" bestand aus zunächst zwölf 15,5-cm-Geschützen in vier Drillingstürmen, von denen je einer vorne und achtern überhöht über den Türmen der schweren Artillerie und zwei an den Längsseiten der Aufbauten installiert waren. Die letztgenannten wurden Anfang 1944 entfernt, um mehr Raum für Flugabwehrgeschütze zu schaffen. Die Geschütze stammten von den 1939 auf 20,3-cm-Geschütze umgerüsteten Kreuzern der "Mogami"-Klasse. Die Kaliberlänge betrug 60, was den Geschützen eine gute Treffergenauigkeit und hohe Reichweite verlieh: Sie konnten ein rund 56 kg schweres Geschoss über eine maximale Entfernung von 27,4 km verschießen. Ihre hohe Feuergeschwindigkeit von fünf Schuss pro Minute trug weiter zur hohen Effizienz dieser Waffen bei.
Die Flugabwehrbewaffnung der "Yamato" war zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung – auch im Vergleich mit anderen zeitgenössischen Großkampfschiffen – verhältnismäßig schwach. Insgesamt befanden sich im Dezember 1941 nur zwölf 12,7-cm-Geschütze und 24 25-mm-Kanonen in acht Drillingstürmen an Bord – ergänzt durch zwei 13,2-mm-Doppellafetten an den Seiten des Kommandoturms. Angesichts der ständig wachsenden Luftbedrohung wuchs die Stärke der Flugabwehr allerdings dann rasch an: Nach dem Entfernen der beiden seitlichen Drillingstürme der Mittelartillerie wurden bis April 1945 während mehrerer Dockaufenthalte dann insgesamt 24 12,7-cm-Geschütze und 152 Rohre der 25-mm-Kanonen an Bord gebracht, die meisten davon – wie oben erwähnt – unter einer halbkugelförmigen Schutzüberdachung gegen die Auswirkungen des Mündungsfeuers der Hauptartillerie. Die Qualität der Flugabwehr war trotz der beeindruckenden Rohranzahl allerdings eher mäßig, dies war der im Vergleich zu US-amerikanischen und britischen Schiffen nur wenig entwickelten Radar- und Feuerleittechnik der japanischen Flotte anzurechnen. Die 25-mm-Kanonen waren zudem ein schon relativ altes und kaum weiterentwickeltes Modell, bei dem insbesondere die ungenügende Munitionszufuhr im Gefecht und niedrige Schwenk- und Richtgeschwindigkeiten für Verzögerungen und technische Probleme sorgten.
Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung befand sich kein Radargerät an Bord der "Yamato", erst in der zweiten Hälfte des Krieges wurde sie mit entsprechenden Systemen nachgerüstet. Insgesamt befanden sich ab 1943/44 an Bord:
An passiven Sensoren waren insbesondere die E-27-Anlagen am Brückenturm installiert. Diese Anlagen warnten bei Erfassung durch gegnerisches Radar und verminderten dessen Signale.
Ergänzend zur Radarausstattung verfügte die "Yamato" über ein Typ-0-Sonargerät, mit dem bei langsam laufendem oder still liegendem Schiff ein U-Boot geortet werden konnte.
Die "Yamato" wurde am 16. Dezember 1941 – rund eine Woche nach dem Überfall auf Pearl Harbor – in Kure in Dienst gestellt und damit der 1. Schlachtschiff-Division zugeteilt, zu der noch die "Nagato" und die "Mutsu" gehörten. Bis zum 12. Februar 1942 folgte dann die Endausrüstung des Schiffes, mit deren Ende es offiziell Flottenflaggschiff der Kaiserlichen Marine wurde. In den folgenden Monaten führte die "Yamato" eine Reihe von Einfahr- und Gefechtsübungen durch und diente als schwimmendes Hauptquartier, von dem aus ein großer Teil der japanischen Flottenoperationen in den ersten Monaten des Pazifikkrieges geleitet wurde. Am 30. März wurde in der Inlandsee ein Übungsschießen der schweren Artillerie auf rund 40 km entfernte Ziele durchgeführt. Die dabei erzielten schlechten Ergebnisse zeigten erstmals deutlich die Unzulänglichkeiten der schweren Geschütze auf große Distanzen und die Schwierigkeiten der Feuerleitung auf. Ende Mai 1942 konnte die "Yamato" ihre volle Einsatzbereitschaft melden. Als Flottenflaggschiff nahm sie Anfang Juni an der für Japan katastrophalen Schlacht um Midway teil, blieb aber wie alle eingesetzten Schlachtschiffe ohne Feindberührung. Beim Rückmarsch nach Kure feuerte ein amerikanisches U-Boot in der Nähe der Insel Minami-Torishima zwei Torpedos auf den japanischen Verband, die aber beide fehlgingen.
Zurück auf der Reede von Hashirajima südlich von Kure wurde im Juli 1942 die bisherige 1. Schlachtschiff-Division aufgelöst, die "Nagato" und "Mutsu" bildeten zusammen die neue 2. Division, während die "Yamato" zunächst allein, ab 5. August zusammen mit ihrem Schwesterschiff "Musashi" die 1. Division bildete.
Nach der US-amerikanischen Landung auf Guadalcanal verließ die "Yamato" zusammen mit einem Geleitträger und mehreren Zerstörern Japan und machte sich auf den Weg nach Truk, um dort als schwimmende Kommandozentrale für die anlaufenden japanischen Gegenoperationen zu dienen. Auf dem Weg dorthin wurde sie erneut von einem US-U-Boot angegriffen, doch die Torpedos verfehlten wieder ihr Ziel. Am 28. August erreichte der Verband ohne weitere Zwischenfälle seinen Liegeplatz. Im Oktober 1942 gab die "Yamato" 4.500 t Öl an einen Tanker ab, der die bei Guadalcanal eingesetzten japanischen Schiffe versorgen sollte – ein deutliches Zeichen der Treibstoffknappheit der Kaiserlichen Flotte bereits in dieser frühen Phase des Krieges. Nach der Schlacht bei den Santa-Cruz-Inseln fand auf ihr ein großes Bankett zur Feier des dort errungenen Sieges statt.
Bis zum 8. Mai 1943 blieb die "Yamato" in Truk stationiert und wurde während der gesamten Kämpfe um Guadalcanal und später auf den Salomonen kein einziges Mal operativ eingesetzt. Bereits am 11. Februar hatte sie ihre Rolle als Flottenflaggschiff an das mittlerweile ebenfalls eingetroffene Schwesterschiff "Musashi" übergeben. Am 21. Mai 1943 erreichte sie Kure, wo die "Yamato" zunächst wegen routinemäßiger Reparatur- und Wartungsarbeiten eine Woche lang eingedockt wurde. Kurz darauf wurde sie erneut in ein Dock verbracht, um ihre Flugabwehrbewaffnung um vier 25-mm-Drillinge zu erweitern, ein Typ-21-Radar zu installieren, die seitlichen 155-mm-Türme und Teile der Aufbauten mit stärkerer Panzerung zu versehen und Änderungen bei der Ölbunker- und Ruderanlage vorzunehmen. Während dieser Dockphase wurde die "Yamato" – trotz Bedenken einiger Offiziere bezüglich der Geheimhaltung – am 16. Juli 1943 vom deutschen Marineattaché in Japan, Konteradmiral Wenneker, besichtigt.
Zusammen mit den Schlachtschiffen "Nagato" und "Fuso" verließ die "Yamato", beladen mit Truppenverbänden und Versorgungsgütern, am 17. August 1943 Kure Richtung Truk, wo der Verband unbehelligt sechs Tage später eintraf. Am 18. September verließ die "Yamato" zusammen mit der "Nagato" sowie starken Träger- und Kreuzerkräften Truk zu ihrem ersten echten Kampfeinsatz: Der japanische Verband sollte nach Eniwetok vorstoßen, um die US-amerikanischen Träger aufzuspüren, die kurz zuvor Überfälle auf Inseln der Marshall-Gruppe durchgeführt hatten. Jedoch kam es zu keinerlei Feindberührung, und die Flotte kehrte nach Truk zurück. Mitte Oktober wiederholte sich dieses Szenario – diesmal lief die "Yamato" zusammen mit ihrem Schwesterschiff "Musashi" und der "Nagato" aus –, doch erneut entkamen die US-Verbände dem japanischen Zugriff. Am 26. Oktober erreichten die Schiffe wieder die Lagune von Truk.
Anfang Dezember 1943 plante die japanische Führung, die "Yamato" zusammen mit dem Flugzeugträger "Shokaku" in der Operation BO-1, die die Verstärkung der japanischen Truppen im Südostpazifik zum Ziel hatte, einzusetzen. Bereits in der ersten Kriegsphase hatte Japan große Kriegsschiffe als Truppen- und Materialtransporter verwendet. Da konventionelle Transportschiffe immer mehr ins Visier der US-amerikanischen U-Boote gerieten, boten die schwer gepanzerten Großkampfschiffe eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Transporte ihren Bestimmungsort auch erreichten. Am 12. Dezember verließen die Schiffe Truk, nahmen in Kure am 17. wie vorgesehen Truppen und Versorgungsgüter an Bord und machten sich auf die Rückreise. Durch einen aufgefangenen Funkspruch wussten die Amerikaner, dass die "Yamato" am 25. Dezember in Truk zurückerwartet wurde, und alarmierten ihre U-Boote in diesem Gebiet. Tatsächlich gelang der "USS Skate" rund 180 Seemeilen nördlich des Atolls ein Torpedotreffer, durch den 3.000 t Wasser eindrangen. Die Schadensmeldung der "Yamato" wurde ebenfalls decodiert:
Trotz des erheblichen Schadens erreichte sie den Liegeplatz in Truk, wo zunächst von einem Werkstattschiff provisorische Reparaturen durchgeführt wurden. Mangels eines ausreichend großen Docks sollte die "Yamato" dann im Januar 1944 nach Kure zurück verlegt werden, um dort von Grund auf wiederhergestellt zu werden. Die US-Führung war sich darüber im Klaren, dass die Schäden des Schlachtschiffs in Truk nicht repariert werden konnten, und konzentrierten in Erwartung einer Verlegung nach Japan ihre U-Boote auf der entsprechenden Route. Tatsächlich wurde die "Yamato" auf ihrem Rückmarsch von insgesamt drei US-U-Booten ausgemacht, doch keines von ihnen konnte sich in Angriffsposition bringen. Am 16. Januar 1944 kam sie in Kure an und wurde sofort eingedockt, um den durch den Torpedotreffer erlittenen Schaden zu beseitigen. Bei einem weiteren Dockaufenthalt im Februar erfolgte dann zudem ein weitgehender Umbau des Schiffes: Die beiden seitlichen 15,5-cm-Drillingstürme wurden entfernt, um die Aufbauten verbreitern und auf den so entstehenden Galerien insgesamt zwölf zusätzliche 12,7-cm-Fla-Geschütze in Zwillingslafetten einbauen zu können. Auch die leichte Flak wurde erweitert; es kamen acht 25-mm-Drillinge und 26 einzelne 25-mm-Kanonen an Bord. Für die Unterbringung der nun deutlich stärkeren Bedienungsmannschaften der Flugabwehr mussten die Besatzungsquartiere ausgebaut werden. Zudem wurden ein Typ-13- und ein Typ-22-Radar installiert, zwei der Suchscheinwerfer ausgebaut und ein Infrarot-Erkennungssystem sowie ein Radarwarnsystem am Brückenaufbau montiert.
Im April 1944 fungierte die "Yamato" erneut als Truppentransporter und brachte Verstärkungen nach Manila, bevor sie ihren neuen Liegeplatz Lingga in der Nähe von Singapur einnahm. Da die Öllieferungen aus den eroberten südostasiatischen Gebieten aufgrund der zunehmenden US-amerikanischen U-Boot-Aktivitäten immer mehr versiegten, sah sich die japanische Führung gezwungen, den größten Teil ihrer Überwasserflotte nahe den Ölquellen im Süden zu stationieren. Von Lingga aus nahm die "Yamato" – oft zusammen mit der "Musashi" – an einigen Übungs- und Einsatzfahrten teil. Darunter waren ein erfolgloser Versuch, im Juni 1944 die Insel Biak zu verstärken, die gemeinsame Teilnahme an der Schlacht in der Philippinensee, wo die "Yamato" erstmals ihre Hauptgeschütze gegen Luftziele einsetzte – allerdings versehentlich gegen eigene Flugzeuge. Ohne weitere Feindberührung kehrte sie Ende Juni nach Lingga zurück und verlegte Anfang Juli nach Japan, wo ihre Flugabwehrbewaffnung erneut verstärkt wurde (fünf 25-mm-Drillingstürme). Auf dem Rückweg nach Süden wurden Truppen nach Okinawa transportiert.
Von Juli bis Oktober 1944 nahm die "Yamato" an zahlreichen Manöverfahrten teil, um für die erwartete große Abwehrschlacht gegen die US-Truppen eine möglichst hohe Einsatzbereitschaft zu erreichen. Am 20. Oktober 1944 verließ sie dann zusammen mit ihrem Schwesterschiff und sämtlichen anderen in Lingga stationierten Großkampfschiffen ihren Ankerplatz, um über Brunei Richtung Leyte zu marschieren, wo die Landungsunternehmen der US Navy auf den Philippinen begonnen hatten. In der Sibuyan-See wurde der japanische Verband von starken amerikanischen Luftstreitkräften angegriffen, wobei die "Yamato" zwar drei Bombentreffer erhielt, aber see- und kampffähig blieb. Die "Musashi" hingegen erlitt so schwere Schäden, dass sie kenterte und mit dem Großteil ihrer Besatzung unterging.
Am 25. Oktober 1944 traf der Rest des Verbandes mit der "Yamato" an der Spitze auf eine Gruppe amerikanischer Geleitträger mit Zerstörersicherung. In dem sich entwickelnden Gefecht erzielte die "Yamato" – die hier zum ersten und einzigen Mal ihre Artillerie gegen feindliche Seeziele einsetzte – Treffer auf gegnerischen Schiffen und trug zur Versenkung des Trägers "Gambier Bay" und eines Zerstörers bei. Trotzdem gelang es den Japanern in dem uneinheitlich geführten und schlecht koordinierten Angriff nicht, die deutlich schwächeren US-Kräfte niederzukämpfen; sie zogen sich nach heftiger Gegenwehr der US-Zerstörer nach Norden zurück. Zudem hatten die Japaner in diesem Gefecht panzerbrechende Granaten eingesetzt, die gegen die nur leicht geschützten Träger und Zerstörer kaum Wirkung zeigten. Einen Tag später wurde der japanische Verband erneut von Trägerflugzeugen angegriffen, die "Yamato" erhielt Treffer, die aber wiederum keinen ernsthaften Schaden anrichten konnten. Am 28. Oktober 1944 erreichte sie Brunei und ergänzte dort Brennstoff. 29 ihrer Besatzungsmitglieder waren während der Leyte-Unternehmung ums Leben gekommen.
Am 16. November verließ die "Yamato" zusammen mit der "Nagato" und der "Kongo" Brunei in Richtung Japan. Auf dem Weg nach Norden wurde der Verband auf der Höhe von Formosa am 21. November vom US-U-Boot "Sealion" angegriffen, das Treffer auf der "Kongo" und einem Begleitzerstörer erzielte. Beide Schiffe gingen verloren.
Zurück in Kure, ging die "Yamato" bis Anfang Januar 1945 ins Dock, wo Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt wurden. Zudem wurde ein letztes Mal die Luftabwehrbewaffnung ergänzt: 24 der 25-mm-Einzelkanonen wurden durch neun Drillingslafetten ersetzt, wodurch das Schlachtschiff nun insgesamt 152 Rohre mit Kaliber 25 mm trug.
Den Ankerplatz in Kure sollte das Schiff kaum mehr verlassen. Bei den schweren Angriffen von US-Trägerflugzeugen auf japanische Kriegsschiffe in den Heimathäfen am 19. März erhielt sie einen einzelnen Bombentreffer in den Kommandoturm. Im Verlauf des Monats März wurde zudem Treibstoff gebunkert, wurden die Munitionsvorräte ergänzt und Zielübungen für die Flugabwehr durchgeführt. Mit den am 1. April begonnenen alliierten Landungen auf Okinawa war zu erwarten, dass die "Yamato" als letztes einsatzfähiges Großkampfschiff der Flotte zum Einsatz kommen würde. Zwei Tage später wurde sie in die Mitajiri-Bucht südlich von Kure verlegt und wartete auf weitere Instruktionen. Am 5. April erhielt sie dort Befehl, in die Kämpfe um die südjapanische Insel einzugreifen. Zu diesem Zweck wurde eine Kampfgruppe gebildet, bestehend aus dem Leichten Kreuzer "Yahagi" und den acht Zerstörern "Isokaze", "Hamakaze", "Yukikaze", "Asashimo", "Hatsushimo", "Kasumi", "Fuyutsuki" und "Suzutsuki". Über die Frage, ob die "Yamato" bei diesem Einsatz bewusst geopfert werden sollte und daher nur mit Treibstoff für die Hinfahrt ausgerüstet worden ist, gibt es widersprüchliche Angaben. Trotzdem war ein Verlust der "Yamato" angesichts der völlig fehlenden Luftunterstützung und der massiven alliierten Übermacht als sehr wahrscheinlich anzusehen und ist von der japanischen Führung billigend in Kauf genommen worden. Insofern ist die Vorstellung des letzten Einsatzes der "Yamato" als eine „Kamikaze-Mission“ möglicherweise gerechtfertigt. Vorgesehen war, zur vor Okinawa vor Anker liegenden US-Flotte durchzustoßen, ihr möglichst schwere Schäden zuzufügen und im – zu erwartenden – Fall einer schweren eigenen Beschädigung, die eine Rückkehr unmöglich gemacht hätte, vor Okinawa auf Grund zu laufen, um mit den Riesengeschützen weiter in die Kämpfe eingreifen zu können.
Auf dem Weg nach Okinawa wurde der Verband bereits kurz nach dem Auslaufen von einem U-Boot geortet und am 7. April 1945 von 386 Trägerflugzeugen in mehreren Wellen über zwei Stunden hinweg angegriffen. Als verhängnisvoll erwies es sich, die Flotte ohne jegliche Luftunterstützung nach Okinawa zu schicken. In dem Gefecht erhielt die "Yamato" – trotz Verteidigung – 13 Torpedotreffer sowie acht schwere Bombentreffer und wurde durch zahlreiche Nahtreffer beschädigt. Sie sank um 14:23 Uhr Ortszeit auf der Position . Als das Schiff kenterte, wurde es von einer schweren Explosion im Magazin für die vorderen Hauptgeschütze durch eigene Munition in zwei Teile zerrissen.
Von der Mannschaft der "Yamato" starben 2.498 Besatzungsmitglieder, darunter der Oberkommandierende der Flotte, Kaigun-Chūjō Itō Seiichi und der Kommandant des Schiffs, Kaigun-Taisa Ariga Kōsaku. 269 Seeleute wurden gerettet. Der Leichte Kreuzer "Yahagi" und vier Zerstörer, die als Eskorte mitfuhren, wurden ebenfalls versenkt, wobei über tausend Mann der Besatzungen umkamen.
Nach dem Verlust der "Yamato" wurden in Japan Berichte über den Heldenmut der Befehlshaber kolportiert. So soll Vizeadmiral Itō kurz vor dem Untergang in seine Kajüte gegangen sein, wo er wohl ertrank. Kapitän Ariga soll sich selbst in den letzten Minuten des Schiffes an den Maschinentelegraphen oder das Kompasspodest gefesselt haben, um nicht aus dem sinkenden Wrack hinausgespült zu werden.
Die hohen Verluste beim langsamen Untergang der "Yamato" resultierten unter anderem aus der Tatsache, dass die "Yamato" gemäß der japanischen Marinedoktrin weder mit geeigneten Rettungsbooten noch mit Rettungsringen ausgerüstet war und die extrem starke Explosion der Munitionskammer viele der Schwimmenden durch die sich sowohl in der Luft wie im Wasser ausbreitende Druckwelle tötete.
Mit der Vernichtung der "Yamato" endete der letzte operative Einsatz japanischer Schlachtschiffe im Zweiten Weltkrieg.
Kapitän Tameichi Hara, der den Untergang der "Yamato" überlebte, erhob in einem nach dem Krieg erschienenen Buch den Vorwurf, im Wasser schwimmende Überlebende der "Yamato" seien von US-Kampfflugzeugen mit Bordwaffen beschossen worden.
Das Wrack der "Yamato" wurde inzwischen in etwa 340 Metern Wassertiefe geortet und kartografiert; dabei wurden kleinere Gegenstände geborgen. Das Wrack ist in zwei große Teile zerrissen, der Haupt- und Heckteil liegt kieloben und die Bugsektion auf ebenem Kiel direkt daneben.
Im eigens eingerichteten "Yamato-Museum" in Kure wurde ein Modell des Schlachtschiffes im Maßstab 1:10 aufgestellt. Es hat eine Länge von 26,3 Metern. Kleinere Modelle der Yamato sind auch im Internationalen Maritimen Museum Hamburg ausgestellt.
Für die Dreharbeiten zu dem Film "Otoko-tachi no Yamato" (2005) wurde auf der Mukaishima-Werft in Onomichi ein Modell der vorderen Hälfte des Überwasserschiffs der "Yamato" in Originalgröße nachgebaut und vom 17. Juli 2005 bis zum 11. Mai 2006 auch Besuchern zugänglich gemacht.
Der Fernsehsender PBS strahlte am 4. Oktober 2005 erstmals die Dokumentation "Sinking the Supership" von Keiko Hagihara Bang und David Axelrod auf seinem Wissenschaftskanal NOVA aus, in der der letzte Einsatz und der Fund des Wracks der "Yamato" dokumentiert werden. Diese Dokumentation wurde auch in deutscher Sprache vom Fernsehsender Phoenix ausgestrahlt.
Fachliteratur von japanischen Autoren zur "Yamato"/"Musashi"
Ausgewählte nichtjapanische Quellen zur "Yamato"/"Musashi"