Petersdom

Sankt Peter im Vatikan in Rom, im deutschsprachigen Raum meist Petersdom genannt (auch "Basilica Sancti Petri in Vaticano", "Petersbasilika", "vatikanische Basilika" oder "Templum Vaticanum"), ist die größte der päpstlichen Basiliken in Rom und eine der größten und bedeutendsten Kirchen der Welt. Die Peterskirche wird wegen des Grabes des Apostels Petrus unmittelbar mit dem Papsttum in Verbindung gebracht, ist jedoch nicht die Kathedrale des Bistums Rom; dies ist die Lateranbasilika. Der Petersdom ist der Mittelpunkt des unabhängigen Staats der Vatikanstadt und eine der sieben Pilgerkirchen der Stadt.
Den Vorgängerbau, auch "Alt-St. Peter" genannt, ließ Konstantin der Große um 324 als Grabeskirche über dem vermuteten Grab des Apostels Simon Petrus errichten, dem sie geweiht ist. Diese und der Petersdom waren seit Mitte des 5. Jahrhunderts die Patriarchalbasilika des Patriarchen (seit 1204: des Lateinischen Patriarchen) von Konstantinopel. Der Titel einer Patriarchalbasilika, den St. Peter auch nach der Auflösung des Lateinischen (Titular-)Patriarchats im Jahr 1964 weiterführte, wurde 2006, als Papst Benedikt XVI. den Titel eines "Patriarchen des Abendlandes" (oder des Westens) niederlegte, durch den einer Papstbasilika ersetzt.
Der Petersdom fasst 20.000 Menschen und ist mit einer überbauten Fläche von 15.160 m² eines der größten Kirchengebäude der Welt.
Im 1. Jahrhundert n. Chr. lag der vatikanische Hügel außerhalb des antiken Roms auf der westlichen Tiberseite gegenüber dem mit öffentlichen Einrichtungen bebauten Marsfeld. Caligula ließ dort einen Circus errichten. Nero fügte zum Circus einen Palast und eine Brücke über den Tiber hinzu, von der heute nur noch wenige Spuren im Fluss zu sehen sind. Wie auf fast allen Seiten war das antike Rom auch auf dem "ager Vaticanus" von Gräbern umgeben. Nach der Überlieferung wurde der Apostel Petrus im Herbst 64 im Circus des Caligula mit dem Kopf nach unten gekreuzigt und fand hier seine letzte Ruhestätte.
Bei Ausgrabungen im Auftrag Pius’ XII. um 1950 wurde eine ganze Gräberstraße unter der Basilika St. Peter freigelegt. In dem Anfang des 4. Jahrhunderts zugeschütteten Friedhof wurden bei den Ausgrabungen zahlreiche Grabhäuser (Memorien) mit Stuck, Wandmalereien und Mosaiken und vereinzelten christlichen Gräbern freigelegt. Es wurden auch Gebeine in dem mutmaßlichen Petrusgrab gefunden, allerdings nicht im Boden, sondern in einer seitlichen Stützmauer, die als "rote Mauer" bezeichnet wird. Die Theorie, die Gebeine seien in den letzten schweren Verfolgungen in einer mit Petrusgraffiti überzogenen Loggia bei den Katakomben von San Sebastiano aufbewahrt worden und erst von Konstantin in der Mauer beigesetzt worden, mag bis heute viele Kritiker nicht überzeugen. Während die Frage nach den Gebeinen darum offen bleiben muss, kann seit den Ausgrabungen als gesichert gelten, dass zumindest Anfang des 4. Jahrhunderts die verehrte Stätte als Grab des Petrus angesehen wurde. Die heutige Kuppel des Petersdoms befindet sich genau über diesem Grab.
Aufgrund der Ausgrabungsbefunde ist zu vermuten, dass nach dem Toleranzedikt von Mailand des Jahres 313 die Christen Kaiser Konstantin das Grab vorwiesen, das von alters her als Petrusgrab verehrt worden war. Dieser ließ um 324 auf dem Vatikanischen Hügel eine Basilika errichten.
Um eine ebene Baufläche für eine monumentale Basilika in der Hanglage zu erhalten, ließ Konstantin die Gräber unterhalb des verehrten Grabes zuschütten und den Hügel hinter dem Grab abtragen, sodass schließlich nur noch das Grabmal allein in der Apsis der künftigen Kirche stand, mit kostbarem Marmor verkleidet.
Die fünfschiffige Basilika mit einschiffigem Querhaus wurde 326 von Papst Silvester I. geweiht und 468 auf Veranlassung des Papstes Simplicius umgebaut, um nicht nur am Grab selbst, sondern auch für eine größere Menge über demselben auf einer erhöhten Altarinsel Eucharistie feiern zu können. Da das Grab weiterhin umschreitbar sein sollte, wurde unter dem neuen erhöhten Altarraum ein Gang gebaut, der zur Urform der Krypta wurde.
In den folgenden Jahrhunderten wurde der Bau durch die Wirren der Geschichte und zahlreiche kriegerische Ereignisse stark beschädigt. Besonders beim Angriff der Sarazenen auf Rom im Jahr 846 gingen viele Kunstschätze durch Plünderungen verloren. Die Kirche wurde aber auch immer wieder restauriert. Zeitgenossen berichten von einer verwirrenden Vielzahl von Seitenaltären und Grabkapellen innerhalb des Kirchenbaus.
Ab 1451 erfuhr die konstantinische Basilika unter den Päpsten Nikolaus V., Pius II. und Julius II. eine umfassende letzte Renovierung.
Bereits zu dieser Zeit gab es unter Nikolaus V., aufgrund des erhöhten Platzbedarfs für das erweiterte Kardinalskollegium, Bestrebungen, den Chorraum der alten und über die Zeit der Abwesenheit der Päpste baufällig gewordenen Peterskirche deutlich zu vergrößern. Mit der Erweiterungsplanung für Chor und Querhaus von Alt St. Peter wurde Bernardo Rossellino (* um 1410) betraut. Rossellino arbeitete von 1451 bis 1455 als Baumeister für Papst Nikolaus V. am Petersdom. Nach seinem Entwurf war ein weit nach Westen ausgreifender Neubau des Chores geplant. Mit den Ausschachtarbeiten für die Fundamente wurde bereits 1451 begonnen. Durch diese ersten Arbeiten waren wichtige Ankerpunkte für die folgenden Planungen gesetzt. Das westlich der alten Apsis gelegene "Templum Probi" – bei Tiberius Alpharanus als "Anicier Mausoleum" genannt, wurde vermutlich im Zuge der hier vorgenommenen Fundamentierungsarbeiten (also bereits Mitte des 15. Jahrhunderts) abgetragen.
Papst Julius II. befand, dass das rund 1200 Jahre alte Gotteshaus auf dem für seine Mückenplage bekannten Hügel keinen angemessenen Platz für sein Grabmal bieten würde. Er gab deshalb eine Erweiterung des Baus in Auftrag. Da dieser jedoch an vielen Stellen einsturzgefährdet war, entschied man sich stattdessen für einen monumentalen Neubau. Am 18. April 1506 wurde der Grundstein für die neue Peterskirche unterhalb des späteren Veronikapfeilers gelegt, der, mit einem gewaltigen Tresor versehen, für die Aufnahme der kostbarsten Reliquie der katholischen Kirche, des Schweißtuchs der Veronika, bestimmt war. Das kostenintensive Unternehmen wurde entscheidend durch den sogenannten Peterspfennig und den Verkauf von Ablässen finanziert, in Deutschland unter anderem durch den Dominikaner Johann Tetzel. Die Diskussion um diese Art der Finanzierung wurde zu einem der Ausgangspunkte der Forderung nach Reformation. Auch frühe Überlegungen in Richtung Denkmalschutz spielten eine Rolle. So hieß es in einem 1517 veröffentlichten Traktat gegen den 1514 verstorbenen Architekten Bramante, er hätte „ganz Rom zerstört, wenn man ihn gelassen hätte“, und der anonyme Verfasser erhob bittere Vorwürfe wegen der Vernichtung der traditionsreichen, mehr als tausendjährigen konstantinischen Basilika.
Der erste Entwurf des Neubaus stammt von Bramante, der bis zu seinem Tod 1514 Bauleiter des ehrgeizigen Projektes war. Im Gegensatz zur lange verbreiteten Auffassung betrafen seine ersten Überlegungen nicht einen Plan über griechischem Kreuz, sondern wurden über dem Grundriss der alten Basilika in Blick auf einen Longitudinalbau entwickelt. Erst in der weiteren Entwicklung griff Bramante Ideen seiner Zentralbau-Studien auf, indem er die Quincunx-Lösung des Mailänder Schemas (abgeleitet von Bramantes Entwurf für die Sakristei von Santa Maria presso San Satiro in Mailand) zur Grundlage eines Zentralgrundrisses machte. Von 1515 bis 1546 ging der Bau unter Leitung von Raffael, Antonio da Sangallo d. J. und Baldassare Peruzzi nur schleppend voran. In den Entwürfen wechselte selbst die Grundform wiederholt zwischen griechischem und lateinischem Kreuz. 1547 übernahm Michelangelo die Bauleitung und entwarf auch die Rippenkuppel inmitten eines Zentralbaues, die von Giacomo della Porta ausgeführt wurde. Im Zuge der Reformen des Konzils von Trient setzte sich schließlich der Langbau in Form eines lateinischen Kreuzes gegenüber dem Zentralbau unter den Baumeistern Vignola und Giacomo della Porta durch. Von 1607 bis 1614 wurden vom Baumeister Carlo Maderno das Langhaus mit Vorhalle sowie die barocke Fassade vollendet. Um alle Blicke in Richtung Petrusgrab zu lenken, errichtete Gian Lorenzo Bernini 1624 mit Unterstützung von Francesco Borromini einen Baldachin aus Bronze mit aufgesetztem Kreuz auf vier 29 m hohen, gewundenen Säulen direkt über dem Grab. 
Das Material dazu stammt vom Pantheon. Für ihren Guss ließ Papst Urban VIII. Barberini dort von der Decke des Pronaos die Kassetten aus Bronze, die bis 1625 erhalten geblieben waren, abnehmen. Am 18. November 1626 konnte die neue Grabeskirche von Papst Urban VIII. geweiht werden.
Folgende Baumeister und Künstler waren am Neubau des Petersdoms leitend beschäftigt:
Der von Bernini geplante, 240 m breite, ovale Petersplatz geht an der Seite zur Kirche hin in ein Trapez über. Dies lässt die überbreite Fassade des Domes schmaler wirken und betont die Kuppel. In der Mitte des Platzes steht ein Obelisk, der aus dem Circus des Caligula und Nero stammt, in dem Petrus der Überlieferung zufolge hingerichtet wurde. Dieser Circus lag in der Antike links von der heutigen Basilika St. Peter. Im Fuße des Obelisken soll sich die Asche von Caesar, in seiner Spitze ein Teil des Kreuzes Christi befinden. Der ägyptische Obelisk hat ein geschätztes Gewicht von 322 t und steht auf einem Fundament mit vier Bronzelöwen. Seine Aufrichtung 1586 auf dem Petersplatz war eine technische Meisterleistung der Zeit. Auf beiden Seiten befindet sich ein je 14 m hoher Brunnen. Der rechte wurde 1613 unter Paul V. von Carlo Maderno, der linke 1677 von Carlo Fontana gestaltet.
Die den Platz umsäumenden Kolonnaden sind 17 m breit und absolut symmetrisch zu zwei Brennpunkten wenige Meter nördlich und südlich des Obelisken. Hier ist im Boden je eine Platte mit der Inschrift „Centro del Colonnato“ eingelassen. Steht man auf einer der Platten, sind alle vier Säulen der entsprechenden Kolonnadenhälfte exakt hintereinandergereiht, sodass die Kolonnade aus nur noch einer Säulenreihe (statt vier hintereinander) zu bestehen scheint. Oberhalb der 284 in 71 Viererreihen angeordneten Säulen befinden sich 140 Statuen von Heiligen, die von 1667 bis 1669 unter Alexander VII. und Clemens IX. gestaltet wurden.
Die Innenfläche des 211,5 m langen und 132,5 m hohen Baus beträgt rund 15.160 m² und bietet etwa 20.000 Menschen Platz. Damit verfügt der Petersdom über einen der größten Innenräume der Welt. Das Langhaus hat eine Länge von 187 m und eine Breite von 27,50 m, das Querschiff ist 138 m breit. Die Bauzeit betrug rund 120 Jahre.
Im Inneren des Domes, der neben einer Hauptkuppel auch acht kleinere Nebenkuppeln besitzt (zwei weniger als geplant), befinden sich etwa 800 Säulen und 390 Riesenstatuen aus römischem Travertin aus Tivoli, Carrara-Marmor, Stuck und Bronze sowie 45 Altäre.
Die Proportionen des Innenraumes erwecken durch die überproportionierte Gestaltung der Statuen, Säulen, Bilder und Altäre den Eindruck der starken Verkleinerung beim Besucher und versetzen ihn dadurch quasi in die Rolle eines staunenden Kindes.
Der Portikus wurde nach dem Entwurf von Carlo Maderno zwischen 1607 und 1614 fertiggestellt. Im Portikus öffnen sich fünf Portale. Das bronzene Nordportal, die Heilige Pforte, wurde von Vico Consorti entworfen und 1950 aus Anlass des Heiligen Jahres installiert. Das mittlere Tor, das in der Regel geschlossen bleibt, ist das Portal des Filarete. Es stammt von dem Florentiner Bildhauer und Architekten Antonio Averlino und wurde ursprünglich für die konstantinische Basilika geschaffen. Es zeigt unter anderem die Apostel Petrus und Paulus, Szenen ihrer Martyrien sowie Ereignisse aus dem Leben des Stifters Papst Eugen IV. Das Südportal, das sogenannte „Todesportal“, wurde zwischen 1961 und 1964 von Giacomo Manzù geschaffen und stellt außer der Kreuzigung Jesu mehrere Todesszenen dar, von der Ermordung Abels durch Kain bis zum Tode Papst Johannes' XXIII. Auf der Innenseite stellte der Künstler die Eröffnung des zweiten Vatikanischen Konzils dar. Durch dieses Tor werden traditionell die verstorbenen Päpste getragen.
Gegenüber dem Filarete-Portal direkt unter der Decke der Portikus befindet sich eine Reproduktion des berühmten Mosaiks von Giotto, die Navicella. Ursprünglich war sie an Alt-St. Peter angebracht, im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrmals beschädigt, wieder restauriert und schließlich 1674 durch den barocken Mosaikkünstler Orazio Manenti vollständig neu geschaffen.
Vor dem Mittelportal ist im Mittelschiff die rote Porphyrscheibe in den Boden eingelassen, die sich in der konstantinischen Vorgängerbasilika vor dem Hochaltar befand und auf der Karl der Große im Jahre 800 von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt worden sein soll.
In der Vierung, direkt unterhalb der Kuppel, befindet sich der Papstaltar mit Berninis über 30 Meter hohem Bronzebaldachin, der von 1624 bis 1633 entstand. Dafür wurde Bronze von der antiken Decke der Vorhalle des Pantheons verwendet. Darunter liegt die Confessio, gemäß einer Überlieferung das Grab des heiligen Petrus. Der Confessio gegenüber, in den vatikanischen Grotten, befinden sich eine Statue Papst Pius’ VI., sowie einige Papstgräber.
Jede der vier Kuppelpfeilernischen ziert jeweils eine etwa 4,50 m hohe Marmorstatue: der hll. Veronika, Helena, Longinus und Andreas. Diese verweisen auf die Reliquien, die dort aufbewahrt werden, beziehungsweise früher aufbewahrt wurden: das Schweißtuch der Veronika, ein Stück vom heiligen Kreuz, die Heilige Lanze und das Haupt des Apostels Andreas (1964 nach Patras überführt). Die Statuen wurden von vier verschiedenen Bildhauern gefertigt: Longinus von Bernini, Andreas von François Duquesnoy, Veronika von Francesco Mochi und Helena von Andrea Bolgi.
Die doppelschalige, 16-eckige Kuppel der Basilika St. Peter ist das größte freitragende Ziegelbauwerk der Welt. Sie hat einen Durchmesser von 42,34 m (86 cm weniger als das Pantheon, ist aber mit 43,20 m höher) und wird von den vier fünfeckigen Pfeilern mit einer großen Diagonale von je 24 m getragen. Im inneren Kuppelfries steht in zwei Meter hohen Buchstaben der nur im Matthäus-Evangelium überlieferte Auftrag Jesu an den Jünger Petrus: "Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regni caelorum (Du bist Petrus "[latinisiert von griechisch πετρος petros: der Fels]", und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und Dir werde ich die Schlüssel zum Himmelreich geben.)". In den vier Kartuschen darunter befinden sich Mosaiken der vier Evangelisten, die innere Kuppel zeigt Christus, Apostel und weitere Heilige.
Die 17 Meter hohe Laterne der Kuppel ist über mehr als 510 Stufen zu erreichen, die mit einem Lift zur Dachterrasse abgekürzt werden können (dann nur noch 320 Stufen). Sie bietet einen hervorragenden Panoramablick auf den vatikanischen Hügel, den Petersplatz und das umgebende Rom. Der Weg zwischen den beiden Kuppelschalen verdeutlicht die statische Konstruktion, ein Blick ins Kuppelinnere enttarnt die Täuschungen der Perspektive vom Kirchenboden aus.
Die vatikanischen Grotten befinden sich auf dem Bodenniveau der konstantinischen Basilika. Um das Petrusgrab herum, das auch hier die räumliche wie geistige Mitte bildet, sind fünf Nationalkapellen angeordnet. Zuletzt wurde Johannes Paul II. im früheren Grab von Johannes XXIII. in unmittelbarer Nähe der Confessio beigesetzt.
Die berühmte Petrusstatue befindet sich im Hauptschiff. Ihr rechter Fuß ist bereits stark abgeflacht, denn die Berührung des Fußes soll Segen bringen. Angeblich wurde der Fuß im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ersetzt. Es ist sicher, dass diese Bronzefigur von Arnolfo di Cambio angefertigt wurde.
Michelangelos Römische Pietà befindet sich in der ersten Seitenkapelle des rechten Seitenschiffs (in der Nähe der heiligen Pforte). Sie ist 1,75 m hoch und ruht auf einer 1,68 m breiten Standplatte. Der Auftrag wurde von dem Kardinal Jean de Villiers de la Groslaye erteilt. Michelangelo vollendete dieses Werk im Jahr 1500, als er 25 Jahre alt war. Auf dem Brustband Marias befindet sich die Inschrift "MICHAEL.A[N]GELVS.BONAROTVS.FLORENTIN[VS].FACIEBA[T]" (Der Florentiner Michelangelo Buonarroti hat sie gemacht). Nachdem die Pietà 1972 bei einem Attentat schweren Schaden gelitten hatte, wurde sie nach den Restaurierungsarbeiten hinter Panzerglas wieder aufgestellt. In der Sakristei der Basilika St. Peter (links vom Altar) gibt es eine Nachbildung der Pietà, die man aus nächster Nähe betrachten kann.
Die 1666 von Bernini geschaffene Cathedra Petri befindet sich in der Apsis. Es handelt sich dabei um einen Bronzemantel für einen darin befindlichen Stuhl aus Holz. Es soll sich dabei um die Kathedra des Apostels Petrus handeln; wahrscheinlicher ist aber, dass es sich um den zu seiner Krönung gefertigten Stuhl Karls des Kahlen handelt. Dieser wurde dann nach der Krönungsfeier dem Papst oder der Peterskirche geschenkt.
Im Zuge der Liturgiereform wurde Anfang der 1980er Jahre die Altarmensa Berninis von 1666 abgebrochen und durch einen freistehenden Volksaltar auf einer organisch geformten Bronzekonstruktion ersetzt. Unter Papst Benedikt XVI. wurde dieser Altar wiederum entfernt und stattdessen im Oktober 2008 ein freistehender Altar mit einem vergoldeten, durchbrochenen Antependium mit Darstellung der Apostel Petrus und Paulus errichtet.
Unter den zahlreichen monumentalen Papstdenkmälern sticht bis heute Berninis Grabmal für Papst Alexander VII. besonders ins Auge. Unter einem marmornen, drapierten Tuch hält ein lebensgroßes Skelett dem betenden Papst das Stundenglas der abgelaufenen Zeit entgegen. Ebenfalls von Bernini ist das Grabmonument Urbans VIII., das sich in der Nische rechts neben der Kathedra Petri befindet. Die Reliquien mehrerer heiliggesprochener Päpste aus dem 20. Jahrhundert befinden sich ebenfalls im Hauptschiff des Petersdoms: Pius X. und Johannes XXIII. ruhen in gläsernen Reliquienschreinen, Johannes Paul II. unter dem St. Sebastians-Altar.
Das vergoldete, bronzene Ziborium von Bernini aus dem Jahr 1674 befindet sich in der Sakramentskapelle.
Der Taufbrunnen von St. Peter war einmal der Porphyrdeckel eines Sarkophages aus dem Mausoleum Hadrians (Engelsburg, Castel S. Angelo), in dem Kaiser Otto II. bestattet wurde. Dieser wurde 1600 in einen einfachen Steinsarg umgebettet und in die vatikanischen Grotten verlegt, als man das Atrium im Zuge der Bauarbeiten für den Dom abbrechen musste.
Zur päpstlichen Pfingstmesse 2011 wurde erstmals ein neuer Ambo in barocken Formen aus Nussbaum mit drei vergoldeten Reliefs verwendet, der in der Münchner Schreinerei Petzuch als Geschenk zum 60-jährigen Priesterjubiläum von Papst Benedikt XVI. hergestellt worden ist.
Papst Gregor XIII., nach dem die gregorianische Kapelle, die sich Mitte rechts im Hauptschiff befindet, benannt wurde, war ein großer Freund von Mosaiken. Er ließ diesen Teil mit Mosaiken ausschmücken und gründete eine "Scuola del Mosaico" („Mosaikschule“). Die Schüler dieser Einrichtung sollten diese Kunstform erlernen, studieren und pflegen. Im Laufe der Zeit wurden deshalb fast alle großen Altargemälde der Basilika St. Peter durch Mosaik-Kopien ersetzt. Die Originale befinden sich heute in der vatikanischen Kunstsammlung.
An den Wänden stehen in Nischen überlebensgroße Statuen von Ordensgründern.
In der Sakristei wurde die Schatzkammer als Museum eingerichtet. Zu den Ausstellungsstücken gehören das Sixtus-Grab, der Hahn von der alten Peterskirche, der Sarkophag des Iunius Bassus, die Crux Vaticana Justins II., ein karolingischer Elfenbeinthron und zahlreiche liturgische Geräte.
Die sechs Kirchenglocken hängen hinter dem linken obersten Fenster der Frontfassade unterhalb der Uhr, wobei nur drei Glocken sichtbar sind, nämlich die größte Glocke, "Campanone", in der Mitte und daneben die beiden kleinsten Glocken, "Campanella seconda" und "Campanella prima". Dahinter befinden sich die übrigen drei Glocken, "Campanoncino", "Campana della Rota" und "Campana della Predica".
Die Läuteordnung der sechs Domglocken unterscheidet zwischen dem rhythmischen Anschlagen per Hammerwerk "a doppio" und dem (schwingenden) Läuten "a slancio". Vor der Elektrifizierung der Läuteanlage 1931 wurden das Anschlagen und das Läuten von Hand ausgeführt. Folgende Läutezeichen haben sich bewahrt:
Der Uhrschlag erfolgt auf den drei Glocken im Schallfenster (6, 5 und 1) unterhalb des Zifferblattes. Die Viertelstunden werden mit den beiden "Campanelle" geschlagen, worauf jeweils die Anzahl der angebrochenen Stunde auf dem "Campanone" nachgeschlagen wird.
Im Südwestpfeiler der Kuppel hängt ein kleines Dreiergeläut aus dem 15. Jahrhundert, mit dem zum Segen mit der Heiligen Lanze am Quatembersamstag in der Fastenzeit und mit dem Schweißtuch der Veronika am Passionssonntag zu den Stationsmessen geläutet wird.
In den Vatikanischen Gärten befindet sich die im Jahre 1999 von Marinelli, anlässlich des Jubiläumsjahres 2000, gegossene "Grande Campana del Giubileo". Die rund fünf Tonnen schwere Glocke mit dem Schlagton g ist starr aufgehängt und kann gebeiert werden.
Die Basilika St. Peter gehört zu den größten Sakralbauten der Welt. Sie wird jedoch nicht zwingend immer an erster Stelle genannt, da die Kriterien für die Größe eines Gebäudes je nach Aufzählung und Betrachtungsweise variieren und manchmal von der überbauten Fläche, ein anderes Mal von der Höhe des Baus oder von seinem Volumen abhängig sind. Markierungen im Fußboden des Hauptschiffs weisen für einen Vergleich mit anderen Gotteshäusern, von der Apsis aus gemessen, deren Längenmaße aus, unter anderem St Paul’s Cathedral in London, der Kölner Dom und die Kathedrale von Florenz.
Der Neubau der Basilika St. Peter hatte erhebliche Auswirkungen auf Architektur und Geschichte des Abendlandes.
Um 1500 waren noch zahlreiche gotische Kathedralen in Bau. Hatte im italienischen Kirchenbau schon im frühen 15. Jahrhundert die Renaissance Einzug gehalten, so wurde mit Bramantes Entwurf für die Peterskirche von 1506 die Gotik europaweit altmodisch. Die Bauarbeiten an vielen gotischen Kirchen wurden für Jahrhunderte eingestellt. Viele wurden erst im 19. Jahrhundert unter romantischen Vorzeichen fertiggestellt. Andere blieben unvollendet.
Die Abweichungen von Bramantes Plan, also die Kombination aus Kuppel-Zentralbau und basilikaler Längsorientierung sowie die üppige Ausgestaltung, setzten Maßstäbe für zahlreiche Kirchenbauten der Barockzeit.
Die Kasaner Kathedrale in Sankt Petersburg sollte im 19. Jahrhundert ein Nachbau der Basilika St. Peter werden und wurde vom ausführenden Baumeister erheblich umgestaltet. Die 1894 vollendete Kathedrale Marie-Reine-du-Monde in Montreal ist eine verkleinerte Nachbildung des Petersdoms. Eine weitere Kirche, die durch die Basilika St. Peter stark inspiriert wurde, ist die Basilika Notre-Dame de la Paix in Yamoussoukro, Elfenbeinküste.
Die Basilika St. Agatha und Barbara in Oudenbosch (Niederlande) ist eine um das 4-fache verkleinerte Kopie des Petersdomes, allerdings mit der Fassade der Lateranbasilika.
2007 besuchten täglich durchschnittlich 20.000 Menschen den Dom. Damit gehört er zu den am meisten besuchten Orten der Welt. Vor dem Eintritt müssen die Besucher umfangreiche Sicherheitskontrollen passieren. Ebenso wird auf angemessene Kleidung geachtet; Schultern und Knie müssen beim Besuch des Petersdoms in jedem Falle bedeckt sein.